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Sehnsucht nach Leben in Sicherheit
Die 'Geschichten hinter den Gesichtern' erzählt: Ute Kretschmer-Risché (Mitte) mit Geflüchteten und ihren Interviewern sowie Christine Schmelzle (DRK) und Lisa Horcher (Stadt Bühl) in der ersten Reihe links. Foto: Fuß
01.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Martina Fuß

Bühl - Ahmad ist 29 Jahre alt, Berufsfotograf, ein Flüchtling. In Syrien hatte er ein eigenes Fotostudio. Bis der Krieg kam, in dem er nicht mitkämpfen wollte. Er flüchtete auf abenteuerliche und gefährliche Weise nach Deutschland. So oder so ähnlich lesen sich alle Geschichten, die im Rahmen einer Wanderausstellung mit dem Titel "Was würde ich tun?" vorgestellt werden.

Es sind unglaubliche Berichte über erlittene Fluchtgefahren, über Todesängste um das eigene Leben und das von Angehörigen. Sie alle münden in die Sehnsucht nach einem Leben in Sicherheit - ohne Angst vor Bomben, Tod und Terror. Die Ausstellung wurde am Samstagabend in Bühl im Friedrichsbau eröffnet und wird im Rahmen der "Interkulturellen Woche" ab Dienstag bis 25. Oktober in der Mediathek zu sehen sein. Anschließend geht sie nach Rastatt in die Pfarrkirche St. Alexander. Für die Ausstellung haben mehrere Institutionen zusammengearbeitet: die Servicestelle Interkulturelle Begegnung des DRK-Kreisverbands Bühl/Achern, der Fachbereich Integration der Stadt Bühl, der Verein Junge Flüchtlinge Rastatt und die Jugendzeitung "RAvolution.de".

Die "RAvolutionäre" und ihre Chefredakteurin Ute Kretschmer-Risché haben die Grundlagen für die Ausstellung geschaffen, die die "Geschichten hinter den Gesichtern" erzählt. "Wir wollen diese Geschichten erfahrbar machen, denn gemeinsam in Vielfalt leben - das geht nur im Dialog", ist DRK-Vertreterin Christine Schmelzle von der Ausstellungsidee überzeugt. Auch Ute Kretschmer-Risché, zugleich Vorsitzende des Vereins "Junge Flüchtlinge Rastatt" richtete bei der Vernissage einen leidenschaftlichen Appell an die Gesellschaft: "Hören Sie den Menschen zu, lernen Sie sie kennen und versetzten Sie sich in deren Lage. Fragen Sie sich: Was würde ich tun?"

Die Geflüchteten erzählen ihren Lebensweg in Kurzversion auf großen Bannern, die Stefan Risché von der Agentur exakt kostenlos erstellt hat. In längerer Version sind sie im Internet nachzulesen.

Fotografiert wurden die Geflüchteten von Ahmad, dem Profi. Die jungen Journalisten von RAvolution haben sie interviewt. Neben der kurzen Zusammenfassung der Lebensgeschichte nennt jeder ein für ihn wichtiges Zitat. Ahmad bittet die Menschen: "Unterscheidet schlechte Menschen von uns."

Ramin, 28 Jahre alt, ist in Afghanistan geboren. Nachdem sein Vater erschossen wurde, flüchtete er, an der Seite seiner Mutter und vier Geschwister, in den Iran, später nach Deutschland. Er ist ebenfallss zur Vernissage gekommen und stellt sich strahlend neben sein Porträt. Sein Zitat lautet: "Ich habe keine Hoffnung für mein Land, aber für meine Familie in Deutschland."

Die jungen Flüchtlinge reihten sich mitsamt ihren Interviewern hinter Ute Kretschmer-Risché auf, begrüßten die Gäste vielsprachig und sangen zum Abschluss ein gemeinsames Lied.

Angestimmt hatte dieses Yazan, der in Syrien Musik studiert hat. Mitsamt seinem Bruder Ahmad hätte er in den Krieg ziehen und auf Landesleute schießen sollen. Ein unerträglicher Gedanke. Sie flohen nach Deutschland und träumen heute von einer guten Arbeit. Aber sie leiden nach wie vor beim Gedanken an ihre Familie in Syrien.

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