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Furcht vor weiteren "Bausünden"
Vor-Ort-Termin in der Lessingstraße, wo viele Ein- und Zweifamilienhäuser neben wenigen Hochhäusern stehen. Foto: Vetter
04.10.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (wv) - Auf heftige Kritik von Anwohnern stößt der Entwurf zur Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans "Niederfeld". Die Stadtverwaltung stellte diesen am Dienstagabend bei einer Bürgerinformationsveranstaltung vor. Er bezieht sich auf das Gebiet in der südlichen Kernstadt, das von Hauptstraße, Adalbert-Stifter-Straße, Eichendorffstraße und dem südlichen Teil der Lessingstraße begrenzt wird.

Bei einer Ortsbegehung erläuterten Oberbürgermeister Hubert Schnurr und Ulrike Kiewitt von der Abteilung Stadtplanung rund 30 Interessierten zunächst die Ausgangslage und das Vorhaben im Quartier. Mehrere Bauherren planen, auf dem Gelände der ehemaligen Villa Schappeler, Hauptstraße 1b, und auf dem zur Lessingstraße liegenden Grundstücksteil des Hochhauses Adalbert-Stifter-Straße 13 neue Bauten zu errichten.

In städtischem Besitz ist ein mit hohen Bäumen bestandenes Gelände an der Ecke Lessing-/Eichendorff-Straße. Ein dort einst ausgewiesener Kinderspielplatz wurde nie realisiert. "Der Gemeinderat hat ihn 2011 ganz aus der Spielplatzplanung genommen", erläuterte Schnurr. Auch dieses Areal wolle die Stadt einer Bebauung zuführen, um in Bühl dringend benötigten und auch bezahlbaren Wohnraum ohne weiteren Landschaftsverbrauch zu schaffen.

Bei der anschließenden Information im Windeck-Gymnasium verdeutlichte Kiewitt mit Grundrissplänen und Gebäudehöhen-Ansichten die Intentionen der Änderung und Ergänzung des Bebauungsplans. Die Kritik entzündete sich vor allem an drei Aspekten: dem Verlust von Grünflächen, der als zu dicht befundenen Neubebauung und ganz besonders an den Vorgaben für Gebäudehöhen.

"Wir wollen eine städtebauliche Linie hineinbringen", erläuterte Kiewitt zur Planung, und OB Schnurr ergänzte: "Der Plan soll zwischen den vorhandenen Gebäudehöhen im Quartier vermitteln." Hier liegt für Anwohner der Knackpunkt. So meinte Thorsten Gleicher etwa: "Man sollte sich nicht nach Bausünden richten und alte durch neue Sünden korrigieren wollen." Dietmar Krauß gab zu bedenken: "Im Viertel gibt es wesentlich mehr kleinere Häuser, fast alle nur zweigeschossig plus Dachgeschoss unterm Schrägdach."

Nicht nur sie kritisierten, dass der Plan die Hochhäuser im Gebiet und den Höhendurchschnitt an der nördlicheren Hauptstraße heranzieht, um auch ein Höhenmittel über die Lessingstraße und die Hauptstraße 1b/c zu legen. Am höchsten ist derzeit das siebengeschossige Gebäude Adalbert-Stifter-Straße 13, nur knapp 40 Meter von den Einfamilienhäusern der Lessingstraße entfernt. Am östlichen Gebietsrand ragt die sechsgeschossige Hauptstraße 2aII am Jägerkreisel rund 18 Meter in die Höhe.

Als Mittel zwischen den Extremen erlaubt der Entwurf für den von ihm einbezogenen östlichen Teil der Lessingstraße drei Geschosse plus Penthouse. "Wer von den Eigentümern der bestehenden Einfamilienhäuser sollte ein Interesse haben aufzustocken?", warf Franz Schuh ein und erntete Beifall. OB Schnurr betonte immer wieder, dies sei nur ein Entwurf, der dem Gemeinderat vorgelegt und dann einen Monat lang offengelegt werde, bevor die Änderung des Plans im Rat beschlossen werden könne. Er und die anwesenden Stadträte Jörg Woytal, Hubert Oberle, Hans-Jürgen Jacobs und Patric Kohler ermunterten die Anwohner, auch bei der Offenlegung Kritik und Vorschläge einzubringen. Kohler gab zu bedenken: "Es ist für uns wichtig, darauf zu hören, was Sie vorbringen. Aber wir haben auch große Firmen am Ort, deren Mitarbeiter Wohnraum suchen. Wir müssen einen Mittelweg zum Ausgleich der Interessen finden." Etliche Anwohner äußerten Skepsis, dass ihre Vorschläge wirklich Gehör fänden. Franz Schuh formulierte es so: "Die Fluglinie jedes Vogels wird ernst genommen, aber die Anregungen der Bürger nicht."

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