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Wildes Parken dauert an
05.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Joachim Eiermann

Bühl - Auf dem neugestalteten Kirch- und Markplatz wird weiterhin wild geparkt - trotz Absperrung und eindeutiger Beschilderung. Immer wieder stehen einzelne Autos auf dem Platz, deren Fahrer offensichtlich Schlupflöcher nutzen. So auch wieder während des Hauptgottesdienstes am vergangenen Sonntag. Aber auch unter der Woche sind Falschparker zu beobachten.

Dabei sind Bühler Stadtverwaltung und Gemeinderat übereingekommen, dass der mit dem Aufwand von 1,6 Millionen Euro frisch sanierte Platz künftig ausschließlich Fußgängern und Radfahrern vorbehalten bleiben soll. Dies signalisieren auch die blauen Straßenverkehrszeichen am Areal, die den motorisierten Verkehr ausschließen.

Ausnahmen sind dem Markbetrieb vorbehalten oder Festivitäten wie dem Zwetschgenfest oder den "Bühler Samstagen", wenn der Platz rund um Kirche und Rathaus als Aufstellfläche dient. Auch der Kirchengemeinde St. Peter und Paul sind Ausnahmen bei besonderen Anlässen gestattet.

Was sind diese besondere Anlässe? Während Oberbürgermeister Hubert Schnurr zusammen mit anderen städtischen Repräsentanten am vergangenen Sonntag bei den Partnerschaftsfeierlichkeiten in Schkeuditz weilte, reihten sich am Sonntag gegen 10 Uhr vor der seitlichen Kirchentreppe mehrere Fahrzeuge aneinander. Schnurr zufolge sind kirchliche Ausnahmen nur dann zulässig, wenn bei Veranstaltungen ein Befahren des Platzes erforderlich werde. Zum Beispiel bei Trauungen oder etwa am Tag der Fahrzeugweihe.

Aus diesem Grund habe die Stadtverwaltung der Pfarrgemeinde einen Schlüssel überlassen, damit diese im Bedarfsfall durch Versenken des Pollers an der Eisenbahnstraße die Zufahrt öffnen könne, schildert der OB. Stadtpfarrer Wolf-Dieter Geißler versichert, dass der Poller am vergangenen Sonntag nicht heruntergefahren worden sei. Auch er habe die Fahrzeuge vor der Kirche parken sehen und vermutet, dass die Fahrer ein Schlupfloch am westlichen Platzende beim dortigen Imbissbetrieb genutzt haben.

Den Pfarrer wurmt, dass das Thema wildes Parken wegen nur weniger Fahrzeuge auf dem Kirchplatz "mit dieser Vehemenz betrieben" werde und sich seiner Ansicht nach gegen die Kirche richte. Tatsache sei, dass motorisierte Gottesdienstbesucher sonntags Probleme hätten, in der Nähe der Kirche einen Parkplatz zu finden. Die Tiefgaragen seien geschlossen, und der Parkplatz am Hüfflischen Hof sei für Auswärtige nur schwer zu finden. Geißler ("Wir sind die größte Veranstaltung in Bühl") verweist außerdem auf ältere, gehbehinderte Gläubige. Das gegenwärtige Angebot an Behinderten-Stellplätzen reiche nicht aus. Schon während der Bauzeit habe er einen Rückgang der Besucherfrequenz gespürt. Gleichwohl: "600 bis 700 Menschen kommen jeden Sonntag in die Kirche." Eine Verbesserung der Situation hofft der Geistliche, in Verhandlungen mit der Stadt erzielen zu können.

OB Schnurr könnte sich vorstellen, dass die gemeinsame Tiefgarage von Volksbank und Stadt in der Friedrichstraße für Gottesdienstbesucher geöffnet werde. Eine Lösung, mit der sich auch Geißler anfreunden könnte, wenn eine entsprechende Beschilderung auswärtige Besucher auf die um die Ecke liegende Einfahrt hinweise. Schnurr denkt außerdem darüber nach, im Bereich der Bushaltestellen an der Eisenbahnstraße zusätzliche, ausschließlich auf Sonntage beschränkte Behindertenparkplätze auszuweisen, da zu dieser Zeit praktisch kein Busverkehr stattfinde. Auch dies wäre im Sinn des Pfarrers, der auf das gute Verhältnis zwischen ihm und dem OB setzt: "Bislang haben wir in guten Gesprächen immer eine Lösung gefunden."

Dass diese nicht darin liegen kann, am Kirch- und Marktplatz Abstriche zugunsten des ruhenden Verkehrs zu machen, hatte der OB bereits vor zwei Monaten gegenüber dem BT betont. Er unterstrich, dass er die Großzügigkeit des sanierten Platzes nicht mehr durch Autos gestört sehen wolle. Und auch der Gemeinderat hatte sich bei einer Diskussion vor der Sommerpause für ein dauerhaftes Parkverbot ausgesprochen.

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