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Buntes Zeichen für ein Jugendcafé gesetzt
Zum Abschluss der Jugendkonferenz steigen Luftballons auf und unterstreichen die Schülerforderung nach einem Jugendcafé beim Kinder- und Familienzentrum. Foto: Klöpfer
18.10.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (urs) - Ein starkes Zeichen für das geplante Jugendcafé im "Bühler Campus", setzten die Teilnehmer der fünften Bühler Jugendkonferenz mit 120 bunten Luftballons, die gen Himmel flogen. "Wir wollen das Jugendcafé haben", rief die Sprecherin des Jugendrats, Daniela Caterina Alesi, begleitet von Applaus.

Vor dem Kinder- und Familienzentrum (Kifaz) hatten sich die Jugendlichen versammelt, um diesem Wunsch Ausdruck zu verleihen. Vorausgegangen war ein achtstündiges Treffen im Friedrichsbau.

Im Fokus stand die Beteiligung von Jugendlichen ab 14 Jahren am kommunalen Leben. In fünf Themengruppen diskutierten und analysierten die rund 80 jungen Leute am Vormittag folgende Formen: Beteiligung an Schulen, Jugendparlamente, Jugendkonferenzen, Ideenwerkstatt, Partizipationsstammtisch und projektbezogene Jugendbeteiligung. Die Ergebnisse wurden am Nachmittag besprochen und den Vertretern des Gemeinderats präsentiert. Beteiligt waren außerdem das Jugendzentrum Komm, die Schulsozialarbeiter und Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Die Moderation hatten die Leiterin des Komm, Veronique Noel, und die Sprecherin des Jugendrats, Daniela Caterina Alesi, übernommen. Seit vier Jahre steht die junge Frau an der Spitze des Jugendrats. Routiniert und souverän leitete sie durch den Tag. Im kommenden März wird ihre Amtszeit enden, ebenso die ihrer "Mitstreiter". "Mitreden, mitentscheiden, mit dir", hatten sich die Jugendräte in diesem Jahr auf die Fahnen geschrieben und auch auf das blaue T-Shirt, das sie mit Stolz trugen.

Dass bereits in wenigen Monaten ein neuer Jugendrat gewählt wird, ging einigen der scheidenden Mitglieder sichtlich zu Herzen, auch ihrer Sprecherin: "Ich hab's mit viel Herzblut gemacht." Viele Anregungen und Wünsche hätten bei den Stadträten ein offenes Ohr gefunden. "Ohne den Jugendrat hätten wir vieles nicht geschafft", ist sie sich sicher.

Was die Teilnehmer der Jugendkonferenz an Meinungen und Ideen im Laufe des Tages ausgearbeitet hatten, präsentierten sie zum Abschluss. Mehrfach hingewiesen wurde auf den geplanten Bürgerdialog am 5.November im Bürgerhaus Neuer Markt (siehe obigen Beitrag), bei dem die Schüler aktiv daran mitarbeiten können, wie der zukünftige Campus gestaltet wird. "Eure Ideenvielfalt wird gebraucht", so der Tenor einer Gruppe. "Wir können in Bühl etwas verändern."

Die Gruppenmitglieder der Ideenwerkstatt hatten Vor- und Nachteile ihrer Beteiligungsform ausgearbeitet. So fielen die Worte "Themenfreiheit" und "man fühlt sich angehört" in den "Pro-Topf", während "fehlende Unterstützung" und "unrealistische Ideen" in den "Kontra-Topf" kamen.

Die Gruppe Projektarbeit bot Vorschläge zum Thema Zeitmanagement: "Die Müllautos auf dem Pausenhof sollten immer am Nachmittag kommen", nicht vormittags: "Das nervt!" Außerdem wurde ein Mangel an Mülleimern beklagt. "Pfandflaschenhalter an den Mülleimern fänden wir auch cool", so das Statement. Die Forderung nach einem "Partizipationsstammtisch" (kurz Party-Tisch) kam von einer weiteren Gruppe. Der Tisch soll als Treffpunkt dienen und dem Bürgerdialog nutzen.

"Welche Beteiligungsform der Jugendbeteiligung würdest Du bevorzugen?" Diese Fragestellung brachte in einer Abstimmung folgendes Ergebnis: Fast 20 Prozent sprachen sich für den Partizipationsstammtisch aus, 15 Prozent für die Jugendkonferenz. Das Schlusslicht bildete mit sechs Prozent die Jugendwerkstatt.

Mehrere Stadträte waren aufmerksame Gäste der Jugendkonferenz. Ihre Statements bildeten den Schlusspunkt der Tagung.

Barbara Becker (SPD): "Ich fände es sehr positiv, wenn Ihr Euch mehr in die Kommunalpolitik einmischen würdet. Kommt daher am 5. November zur Bürgerbeteiligung ins Bürgerhaus. Bühl ist Euer Lebensraum. Da kann später keiner mehr kommen und sagen, wir hätten Euch nicht gefragt."

Manfred Müller (CDU): "Wichtig ist, dass Eure Wünsche ankommen. Der Jugendrat bietet dazu ein gutes Forum."

Norbert Zeller (FDP): "Macht weiter so!"

Yvonne Zick (FW): "Wichtig ist, dass wir uns auch untereinander kennenlernen."

Peter Teichmann (GAL): "Mich verwundert, dass Ihr Euch nicht für eine Diskothek in Bühl ausgesprochen habt."

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