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"Kleine Träne im Knopfloch"
Baustelle im kommenden Jahr: Die Rheinstraße erhält eine neue Decke, die Kreuzung wird zum Kreisel. Foto: Eiermann
19.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Joachim Eiermann

Bühl - Vom Bau eines weiteren Kreisels erhofft sich die Stadtverwaltung, den Verkehrsfluss in der Innenstadt zu verbessern. Im kommenden Jahr steht der Umbau der Kreuzung von Rhein- und Steinstraße zu einem Kreisverkehr auf der Agenda von Stadt und Landkreis. In einem Aufwasch wird zudem die Rheinstraße saniert.

Der Bühler Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung am Mittwochabend zu, für den Kreiselbau 600000 Euro im Haushalt 2019 bereitzustellen. Der Landkreis wirft rund 50000 Euro in den Topf, was seinem Anteil der eingesparten Deckensanierung entspricht. Außerdem nahm das Gremium per Beschluss Kenntnis von der Planung, vorgestellt wurde diese in öffentlicher Sitzung indes nicht. Der überfahrbare Kreisel ist laut Oberbürgermeister Hubert Schnurr mit einem Durchmesser von 19 Metern geplant und entspricht etwa dem Rathaus-Kreisel (18 Meter). Eines Grundwerbs für den Ausbau bedürfe es nicht, sagte das Stadtoberhaupt.

Schnurr gab sich zuversichtlich, dass der Kreisel den gesamtstädtischen Verkehr positiv beeinflussen werde. "Außerdem kann die Heidlaufstraße davon profitieren", die vielfach, um die Ampel zu umfahren, als Schleichweg genutzt werde. Diese lasse sich im Zuge der Campus-Überplanung zu einer reinen Anliegerstraße zurückbauen, stellt der OB in Aussicht und verwies auf Nachfrage von Ulrich Nagel (SPD) auf die Bürgerdialog-Veranstaltung am 5. November.

Im Gremium stieß das Kreisel-Projekt auf fast einhellige Zustimmung. Margret Burget-Behm (CDU) war jedoch "sauer aufgestoßen", wie sie sagte, dass die Stadt so tief in die Kasse greifen müsse: "Das ist doch eine Kreisstraße!" Barbara Thévenot, Abteilungsleiterin für Stadtentwicklung im Bühler Rathaus, ließ wissen, dass der Landkreis den Status quo als "funktionierende Kreuzung" betrachte. Für den Kreisel-Umbau "sieht der Kreis keine Notwendigkeit", so Thévenot. Kurzum: Dieser liege in reinem Bühler Interesse.

"Der Landkreis ist zuständig für die Pflicht, wir für die Kür", brachte es Peter Hirn (SPD) auf den Punkt. Die Planung bezeichnete er als gut. Und überhaupt: "Alle Kreisel in Bühl haben sich als positiv herausgestellt." Als "kleine Träne im Knopfloch" erweise sich jedoch, dass Pläne des angrenzenden Kaufland-Markts neu zu bauen, nicht zum Tragen gekommen seien. In diesem Zusammenhang hätte sich eine optimale Verkehrsführung realisieren lassen. Hirn: "Das wäre der Idealfall".

Einen Problemfall hingegen sah Peter Teichmann (GAL), da der westliche Anschlussast von Vimbuch kommend ansteige, was die Anfahrt erschwere. In der Bevölkerung, so Teichmann, stoße der Kreisel deshalb auf "unterschiedliche Meinungen". Auf seine Frage, was eine Sanierung der Kreuzung unter Beibehaltung der Lichtzeichenanlage die Stadt kosten würde, hatte Schnurr keine Antwort parat. Teichmann stimmte dem Projekt später nicht zu und hob den Finger für eine Enthaltung.

Der Freie Wähler Karl Ehinger ("Ein Gefälle haben wir auch am Nordtor-Kreisel") bezeichnete den Kreiselbau indes als "absolut sinnvoll", da es in all den Jahren nicht gelungen sei, eine Grüne Welle in der Rheinstraße hinzubekommen. Lutz Jäckel (FDP) postulierte: "Der Kreisel ist Teil der Gesamtplanung Campus und deshalb so wichtig." Hubert Oberle (CDU) bemerkte, dass ein künftiger Kreisverkehr den Landkreis von erheblichen Folgekosten zur Unterhaltung der Ampel entlaste. Er bat deshalb darum, dass mit Rastatt nachverhandelt werde.

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