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Auch auf dem Bau schreitet die Digitalisierung voran
Mit Begeisterung nutzen die Schüler die Chance, ihr handwerkliches Geschick bei kleinen praktischen Aufgaben zu erproben. Foto: Komzet Bau
24.10.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (red) - Auch in diesem Jahr folgten in Baden-Württemberg zahlreiche Schüler und Lehrer der Einladung zum Infotag Bauausbildung in 18 überbetrieblichen Ausbildungszentren. Im Komzet Bau Bühl, dem Kompetenzzentrum der Bauwirtschaft, waren es 1391 Besucher, die die Gelegenheit nutzten, um sich über die Bauberufe zu informieren.

Für viele war es der erste Kontakt zu einer faszinierenden Berufswelt, die ein vielfältiges Tätigkeitsfeld bietet und von modernster Technik geprägt ist. Im Anschluss an einen Einführungsvortrag hatten die Schüler beim Gang durch die Werkhallen Gelegenheit, mit Auszubildenden und Ausbildungsmeistern ins Gespräch zu kommen und ihr Talent anhand kleiner praktischer Aufgaben zu erproben.

Ziel des Infotages ist es, Schülern in der Berufsorientierungsphase ein anschauliches Bild von Ausbildung, Berufspraxis und Entwicklungsmöglichkeiten in der Baubranche zu vermitteln. Zu den Vorteilen der über 20 Bauberufe zählt die Sicherheit der Arbeitsplätze. Durch den auch künftig hohen Baubedarf im Wohnungsbau, bei der Gebäudesanierung oder im Verkehrswegebau ist die Branche auf Jahre hinaus gut beschäftigt. Hinzu kommen gute berufliche Aufstiegschancen. Auch die Ausbildungsvergütungen können sich sehen lassen: Sie liegen im ersten Lehrjahr bei 850 Euro brutto monatlich, im zweiten Jahr bei 1 200 Euro und im dritten Jahr bei 1 475 Euro.

Über die betriebliche Ausbildung und den Unterricht in der Gewerbeschule hinaus bietet die Bauwirtschaft ihren Lehrlingen eine umfassende praktische Schulung in überbetrieblichen Ausbildungszentren. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass jede zukünftige Fachkraft über ein breites Praxiswissen verfügt und so für den späteren Berufseinsatz bestens gerüstet ist.

Mit dem technischen Fortschritt sind auch die Anforderungen an die Fachkenntnisse der am Bau Beschäftigten deutlich gestiegen. Muskelkraft spielt auch aufgrund des zunehmenden Maschineneinsatzes eine weniger wichtige Rolle. Daher bieten die Bauberufe auch Frauen interessante Berufsperspektiven.

Durchgreifend verändert wird die Arbeitswelt durch die digitale Revolution. Die Bauverbände haben daher neue Formen des Wissenserwerbs sowie digitale Techniken in die Ausbildung integriert. Dazu gehören die Nutzung digitaler Unterrichtsmedien wie interaktiver Whiteboards (Wandtafeln) und Tabletcomputer, das Arbeiten mit dreidimensionalen CAD-Modellen oder die Einbeziehung der Internetrecherche bei der Arbeitsvorbereitung. Ganz neue Möglichkeiten bietet der Einsatz von Simulatoren bei der Kran- und Baggerausbildung, der das risikofreie und dennoch realitätsnahe Üben auch schwieriger Situationen erlaubt. Erlernt wird gleichfalls der Umgang mit digitalen Vermessungsgeräten, die mit Hilfe von Lasertechnik das Berechnen von Flächen und Volumina oder das Abstecken von Baustellen erheblich erleichtern. Neue Formen der Zusammenarbeit und der Selbstreflexion beim Lernen entstehen durch die Einrichtung digitaler Plattformen, auf denen Auszubildende Arbeitsergebnisse präsentieren und miteinander diskutieren können.

Nach Abschluss der Ausbildung eröffnen sich jungen Baufachkräften zahlreiche Möglichkeiten für den beruflichen Aufstieg. Bei entsprechender Fortbildung können sie Vorarbeiter, Polier oder Meister werden. Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann studieren und einen Bauingenieurabschluss erwerben.

Insgesamt wurden im Ausbildungsjahr 2017/2018 in Baden-Württemberg rund 5 900 Nachwuchskräfte in den Bauberufen ausgebildet.

www.infotag-bauausbildung.de oder www.bau-dein-ding.de.

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