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Größerer Schutz für Bäume
Beispiel für Biotopgestaltung in der Innenstadt: Blühender Grünstreifen zwischen der Eisenbahnstraße und der Bühlot. Foto: NABU
24.10.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (jo) - In ihrer innerstädtischen Besiedelungspolitik macht die Stadt das Konzept einer doppelten Innenentwicklung von Bauen und Begrünung zum Maßstab. Darauf verständigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, als er die Erkenntnisse des Projekts "(Stadt-)grün in Bühl - Innenentwicklung nachhaltig gestalten" zur Kenntnis nahm.

Wie sich kleinere Grünflächen mit heimischen Wildpflanzen zu Biotopen ökologisch aufwerten lassen, davon vermittelte Lena Schuster vom Büro "Hage+Hoppenstedt Partner" einen Überblick. Sie zeigte Beispiele artenreicher, blühender Rabatte und schmaler Wegstreifen in der Eisenbahnstraße, in der Bühlertalstraße, im Steinfeldweg sowie vor dem Windeck-Gymnasium und dem Schwarzwaldbad. Sie blendete außerdem zurück, was in Bühl seit 1986 an Anstrengungen für mehr Stadtgrün unternommen wurde.

Ziel der Siedlungsentwicklung müsse - angesichts anhaltend hoher Wohnungsnachfrage und des Gebots, den offenen Landschaftsraum zu schonen - sein, sich auf den Innenbereich zu konzentrieren, folgerte Schuster. So gebe es ein Potenzial von rund 45 Hektar an Baulücken und innerörtlichen Brachflächen in Bühl.

Allerdings gingen Innenverdichtungen häufig zulasten von Grün- und Freiflächen und veränderten das Mikroklima, räumte sie ein. Um dem zu entgegnen, bedürfe es einer "soliden Abwägungsgrundlage" in Form eines "qualifizierten Landschaftsplans für den Innenbereich". Schuster plädierte für das Konzept einer doppelten (baulichen und grünen) Innenentwicklung.

Margret Burget-Behm (CDU) war wichtig, dass eine Nachverdichtung zu keiner Verschlechterung für das Stadtgrün führen dürfe. Auf ihren Antrag hin wurde der Beschluss um einen Passus ergänzt, wonach wertvolle Baumbestände möglichst erhalten, neue geschaffen und gepflegt werden sollen. Dabei bezog sie sich auf eine Bürgerforderung im Rahmen eines "Klimopass"-Workshops.

Der Gemeinderat ging damit konform. Karl Ehinger (FW) bekräftige, dass es die Bäume im Stadtgebiet zu schützen gelte. Um den Flächenbedarf bei der Besiedelung zu vermindern, riet er, in Bebauungsplänen verstärkt Mehrfamilienhäuser auszuweisen und den Grad an Einfamilienhäusern zu verringern. Im Bemühen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sah Barbara Becker (SPD) jedoch einen gewissen Zielkonflikt. Sie begrüßte aber die Vorgehensweise, die Grüngestaltung beim Bauen "gleichwertig mitzudenken".

Daniel Fritz (CDU) sprach sich für ein "konzeptionelleres Vorgehen" anstelle von Einzelentscheidungen aus: "Wir müssen ein Konzept machen, bevor die Investoren kommen."

Thomas Wäldele (GAL) bemerkte, dass die Stadt mit der Überarbeitung des Flächennutzungsplans "spät dran" sei. Er äußerte sein Missfallen gegenüber neumodischen Kieselgärten und Steinkäfigen als Grundstückseinfriedungen und begehrte, Dach- und Fassadenbegrünung planerisch zu forcieren.

"Dachbegrünungen verteuern das Bauen", warf Lutz Jäckel (FDP) ein. Sollten bei einem Bauvorhaben Bäume fallen müssen, sollte möglichst ein Ausgleich erfolgen. "Ein Baum aus der Baumschule ist kein Ersatz für einen ausgewachsenen Baum", tat Ludwig Löschner (GAL) kund. Aus der Sicht von OB Hubert Schnurr ändert sich nicht viel: "Die doppelte Innenentwicklung machen wir jetzt schon." So sei die Baubegrünungsplanung bereits seit vielen Jahren gesetzlich verpflichtend.

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