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"Ein großer, enger Zusammenhalt"
Strahlende Gesichter bei der Feier vor fünf Jahren: Sabine Gospos, Manuela Gemsa, Ursel Füßlin, Christa Krauth und Jutta Luft als städtische Vertreterin (von links).  Foto: Kopf/Archiv
25.10.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (eh) - Beim TV Bühl ist Christa Krauth das, was man ein echtes Urgestein nennt. Seit 61 Jahren ist die ausgebildete Sport- und Gymnastiklehrerin als Übungsleiterin im Einsatz. Manchen wird sie als anspruchsvolle Lehrerin in Erinnerung sein, und vielen früheren Gardemädchen als engagierte Tanztrainerin. "Sport in der Krebsnachsorge" ist seit 25 Jahren ihr Steckenpferd beim TV Bühl. Morgen feiert die Abteilung das Jubiläum.

"Panny" Krauth wird dabei mit persönlichen Gedanken zum Ausdruck bringen, was ihr in dieser Abteilung wertvoll ist. 82 Jahre ist sie mittlerweile alt. Was sie über all die Jahrzehnte unverändert behalten hat, ist das aufrichtige Interesse und die Leidenschaft für die Menschen, die sie in ihren Gruppenstunden anleitet. Das spüren die Teilnehmer und es schafft Zusammenhalt. Längst ist Christa Krauth, die in der Eifel geboren und im Westfälischen aufgewachsen war, als "Panny" zu einem Bühler Gewächs geworden. "Mit dem Dialekt tat ich mich anfangs ganz schwer", gibt sie zu und verrät, dass es ihr ganz und gar missfallen hatte, dass ihr Vorname Christa mit einem "sch" in der Mitte ausgesprochen wurde. "Da mein Geburtsname Pannebäcker war, griff ich auf diesen zurück, und so kam ich zur Panny."

Lebhaft und in vielen Einzelheiten erinnert sich die Seniorin daran, wie sie im Oktober 1957 frisch nach dem Examen erstmals nach Bühl reiste. "Am Bahnhof war die komplette Riege der Vorstandsherren des Turnvereins erschienen, um mich abzuholen. Ich hatte gleich von Anfang an ein volles Programm mit mehreren Gruppen", blickt sie zurück. Nach einem Vorstellungsgespräch beim damaligen Bürgermeister Erich Burger bekam sie auch eine Anstellung am Gymnasium. "Alles war abenteuerlich und ging sehr schnell."

Sie erinnert sich an Übungsstunden in der mittlerweile unter Denkmalschutz stehenden Turnhalle in der Schulstraße. Diese wurden dann in die Halle der Aloys-Schreiber-Schule verlegt. Da es keine Geräte zum Musikabspielen gab, griff sie zur Improvisation. "Ich habe jeweils eine Übung vorgemacht, mich dann schnell an das vorhandene Klavier gesetzt, um die Takte dazu zu spielen."

Um ihr Gehalt etwas aufzubessern, baute sie nach und nach in den Bühler Stadtteilen weitere Sportangebote auf. Da es noch keine Hallen gab, fand das Training auch in Nebenräumen von Gaststätten statt. Dabei lernte sie nach einer dieser Übungsstunden ihren späteren Mann, den Eisentäler Manfred Krauth, kennen. "Im schneereichen Winter 1958 haben wir am 28. Dezember in der Kapelle Maria Frieden am Plättig geheiratet."

Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Kindern wirkte sie bei der Fastnacht mit. Ihre Wohnung schmücken zahlreiche Fotos von Gardegruppen, die sie viele Jahre trainierte.

Eine neue Herausforderung nahm sie Anfang der 90er Jahre an, indem sie die Abteilung "Sport in der Krebsnachsorge" aufbaute. 1993 absolvierte sie eine umfangreiche Zusatzausbildung. Sie setzte sich mit Ärzten in Verbindung, baute sich ein Netzwerk auf. "Heute wird offen über Krebserkrankungen gesprochen. Das ist fantastisch. Aber vor 25 Jahren wurde die Krankheit oftmals noch tabuisiert", erklärt sie.

Mit fünf Frauen aus dem Bühler Umland habe sie 1993 angefangen und dann viel unternommen, um das neue Angebot bekanntzumachen. Alles fruchtete gut über die Jahre. Derzeit betreut sie zwischen 50 und 60 Teilnehmer in drei Gruppen. Sie kommen aus einem großen Einzugsbereich um Bühl. Bei den Grundübungen gehe es immer darum, die Beweglichkeit im operierten Bereich zu verbessern. Sie habe ein Repertoire an Übungen zum Dehnen, Spannen, Entspannen und Atmen. Geselliges Beisammensein bei Ausflügen und gemeinsamen Unternehmungen runden das Angebot ab. Und weil sie nicht mehr selbst Auto fährt, wechseln sich die Teilnehmer dabei ab, ihre "Panny" zur Übungsstunde abzuholen. Dankbar freut sie sich: "Da ist ein großer, enger Zusammenhalt."

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