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Herzerfrischender Theaterabend
Andrea Leppert, Fritz Kühnle, Doris Kühn und Elena Klose (von links) im neuen Stück 'Die Millionenoma'. Foto: Toussaint
29.10.2018 - 00:00 Uhr
Ottersweier (bgt) - Theaterpremiere am Samstagabend in der Sport- und Festhalle Unzhurst: Gastgeber waren die Original Himbeer-Musikanten, die auch für die reibungslose Bewirtung der Besucher in der voll besetzten Halle sorgten. Zu Gast war zum wiederholten Mal die Wasenbühne Scherzheim mit ihrem neuen Stück: "Die Millionenoma", ein erfolgreicher und oft gespielter Dreiakter von Monika Steinbacher.

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Wasenbühne ist mit ihrer Spielfreude und den vielen "Originaltypen" im Ensemble ein Kleinod in der Laientheaterlandschaft der Region. Fritz Kühnle, Urgestein des mundartlichen Laientheaters, hält die Truppe als Initiator und Regisseur beisammen, auch wenn die Ensemblearbeit, wie er betont, im Vordergrund steht.

Die Rolle der Oma scheint Ruth Meyer auf den Leib geschrieben. So stellt man sich die resolut-listige Großmutter vor, die mit ihrer Schwiegertochter über Kreuz liegt, aber dennoch das Herz auf dem rechten Fleck hat. In diesem Fall verhilft sie ihrer Enkelin (Elena Klose) zum gewünschten Bräutigam (als Debütant Marcel Erfurth), anstatt sie - wie von den Eltern (Fritz Kühnle und Doris Kühn) gewünscht - einem tumben, am Rockschoß der Mutter hängenden Bauernsohn anzudienen (Horst-Dieter Gaiser). Auch wenn sie dazu zu der List eines vermeintlichen Glückspielgewinns von einer Million greifen muss.

So spekuliert natürlich jeder auf einen Anteil vom Kuchen, bis die Erwartungen nach Bekanntgabe des Täuschungsmanövers wie Seifenblasen zerplatzen. Aber Oma hat vorgesorgt. Ihr Herz aus Gold lässt jedem sein Scherflein zukommen, das sie im Laufe ihres 84-jährigen Lebens zusammengespart hat. Da bekommt selbst der Pfarrer (Dirk Hofmann) etwas für seinen restaurierungsbedürftigen Marienaltar.

Bleiben als Rollen noch der Post- beziehungsweis Glücksbote zu nennen (Christoph Meyer) sowie die derbe und zeternde Nachbarsbäuerin (Andrea Leppert), die Freundinnen und beständigen Besucher der Oma, Berta (Christine Meyer-Pfeifer) und Sophie (Silke Klose), und den zuletzt auftretenden Lokalreporter (Jens Kühnle), der natürlich von der "Sensation" gehört hat und jetzt eifrig bestrebt ist, ein Exklusivinterview mit der Oma zu machen. Doch er wird Zeuge des Schwindels, und ihm bleibt nichts anderes als ein schönes Foto von sämtlichen Beteiligten zu machen.

Es folgt stürmischer, wohlverdienter Applaus für einen herzerfrischenden Theaterabend, dessen Besonderheit in einem Flair liegt, das nicht inszeniert werden, sondern den nur ein Laienensemble mit Darstellern von ungeniertem Spielwitz erzeugen kann. Hier spielt jeder aus dem Bauch, ohne "von des Gedankens Blässe angekränkelt" zu sein. Würde gar auch manchem Profi zugutekommen.

Am Ende stellt Fritz Kühnle noch einmal jeden Einzelnen seiner Truppe vor und lässt auch den guten Geistern hinter der Bühne (Maske, Kostüme, Technik, Souffleure) Aufmerksamkeit zukommen. Das Ganze nennt man vorbildliche Ensemblearbeit.

Dass die Wasenbühne Scherzheim auch nächstes Jahr wieder Gast bei den Unzhurster Himbeermusikanten sein wird, dürfte ausgemachte Sache sein. Nächster Spieltermin ist am Mittwoch. 31. Oktober, in Scherzheim.

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