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"Kitschig kann auch schön sein"
02.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Sascha Bäuerle

Bühl - Er ist ziemlich angesagt in der Szene: Mit seinem Youtube-Kanal "Jaworskyj Pictures" zur Digitalfotografie hat sich Benjamin Jaworskyj einen Namen gemacht: Er zählt mehr als 320000 Abonnenten und hat über 500 Videos zum Umgang mit der Kamera hochgeladen. "Ich stecke sehr viel Leidenschaft in die Arbeit, die mir viel Spaß macht", sagt der 32-Jährige, der sein Büro in Kappelwindeck hat.

Mit Leidenschaft, Ehrgeiz und einer Vision hat sich Jaworskyj in knapp fünf Jahren zu Deutschlands erfolgreichstem Youtuber in der Digitalfotografie entwickelt. Die Plattform ist nur ein Bereich seiner Selbstvermarktung.

Es habe ihn schon immer interessiert, Sachen ins schöne Licht zu rücken. Schon zur Schulzeit habe er beim Fotografieren von Freunden darauf geachtet, dass sie gut aussehen. "Ich habe auch mal eine Lampe hingestellt oder bei tief stehender Sonne fotografiert. So ist die Leidenschaft entbrannt", erzählt der Autodidakt.

Anschließend habe er sich einen Bibliotheksausweis ausstellen lassen und Bücher über die Fotografie ausgeliehen. Dennoch war sein aktueller Traumberuf zunächst keine Option. Er hatte sich entschieden, ein Rundfunkvolontariat zu beginnen, war vier Jahre Moderator beim Berliner Sender 93,6 JAM FM. "Es war ein cooler Job und ich habe alle Sendungen moderiert. Aber ich habe gemerkt, dass mir die Kamera fehlte."

Mittlerweile ist Jaworskyj selbstständig und hat sich ein starkes Team aufgebaut, wie er sagt. "Es besteht aus fünf bis acht Leuten, je nachdem wie viel gerade zu tun ist", erzählt Jaworskyj. Drei Mitarbeiter seien flexible Kameramänner und Cutter. Die restlichen seien Backoffice-Mitarbeiter, die sich unter anderem um den E-MailVerkehr, die Website und die Reiseplanung kümmern.

Coole Momente, die in Erinnerung bleiben

Einen Lieblings-Trip hat der Fotograf nicht, allerdings war er schon oft in Norwegen unterwegs. "Dort gefällt es mir sehr gut, vor allem mit den Polarlichtern, dem Schnee und Eis", erzählt er. Auch Tiere wie Polarbären seien interessant zu fotografieren. Kürzlich war er in Afrika, wo er zum ersten Mal einen Leoparden mit seiner Beute abgelichtet habe. "Das sind coole Momente, die in Erinnerung bleiben", sagt der gebürtige Heidelberger.

Ein perfektes Foto gebe es für ihn nicht, da immer die eigenen Erwartungen eine Rolle spielten. Ein Foto sei gut, wenn man es sich länger anschaut, es schön findet oder wenn man dazu Fragen stellt, wie: "Wo ist das Foto entstanden? Das ist ein schöner Ort, an den ich auch mal möchte", so der Fotograf. Seine Bilder seien geprägt von bunten Farben und Sonnenauf- oder -untergängen.

Wenn seine Bilder manchmal als kitschig bezeichnet werden, sehe er das als Kompliment. "Kitschig kann auch schön sein, wie zum Beispiel eine Postkarte im Urlaub, wo der Sonnenuntergang romantisch über dem Meer ist", findet Jaworskyj. Er halte sich an Maler aus der Romantik, die wie er die Natur in den Vordergrund stellten.

Dokumentationen und Workshops

Neben seiner Fotografie produziert er eigene Dokumentationen und veranstaltet Fotografie-Workshops in ganz Deutschland. "Ich versuche die Leute zu inspirieren und es geht darum, die Geschichten hinter meinen Bildern zu erzählen", erklärt das Multitalent. Nach seinem Vortrag sollten die Leute motiviert sein, am nächsten Tag früh aufzustehen, aus dem Haus zu gehen und etwas Neues zu entdecken. In Deutschland, beispielsweise im Schwarzwald, gebe es viele schöne Dinge, die man fotografieren könne.

Auch ihn habe es mittlerweile in den Schwarzwald gezogen. "Es war Zufall, dass ich in Sasbachwalden gelandet bin. Ich war hier früher mit meinen Fotokursen und habe einmal ein Projekt für den Nationalpark begleitet", erzählt Jaworskyj.

Eine seiner Lieblingslocations sei das Brigittenschloss oberhalb Sasbachwaldens, wo er eine schöne Aussicht vorfinde. Auch das Umfeld, wie etwa der Fuchsschroffen, sei für ihn interessant. "Aber ich bin hier immer noch am Entdecken", gesteht der weit gereiste Landschaftsfotograf.

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