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Malstifte zur Finanzierung der Drogensucht geklaut
Malstifte zur Finanzierung der Drogensucht geklaut
10.11.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (bgt) - Er hatte offenbar einen schlechten Tag erwischt, an dem er, wie schon des Öfteren, unter Drogeneinfluss oder unter den Folgen von deren Entzug stand. Weswegen der Angeklagte vergangenen Donnerstag erneut vor dem Bühler Amtsgericht erscheinen musste, war ein verbaler Schlagabtausch - strafrechtlich geahndet als Beleidigung - mit einer gerichtsbekannten Frau, die auch nicht gerade zimperlich in ihrer Wortwahl ist.

Jedenfalls war der Streit eskaliert. Der Angeklagte, der seine Lebensgefährtin schon zuvor beleidigt hatte, passte die Frau auf einem Parkplatz ab und beschimpfte sie abermals als "Schlampe" und "Hure". Darüber hinaus zerrte er sie an den Haaren und versetzte ihr mehrere Fußtritte.

Anschließend soll er einen Zeugen genötigt haben, keine Anzeige zu erstatten, ansonsten werde er ihn "zusammenschlagen".

Tage später beging der 48-Jährige einen Diebstahl von Schreibwaren und diversen Malstiften für Kinder, die er einem ihm bekannten Drogendealer als Bezahlung für Stoff aushändigte - auf dessen ausdrücklichen Wunsch.

Von Richter Hannes Schrägle zur Stellungnahme aufgefordert, gestand der Angeklagte seine Taten zu Beginn der Verhandlung freimütig ein - bis auf die Nötigung des Zeugen. Die wollte er auf keinen Fall begangen haben. Das klang für Richter und Staatsanwaltschaft überzeugend genug, damit dieser Vorwurf in der Anklage fallengelassen wurde.

"Ich muss gestehen, dass ich ein Drogenproblem habe", offenbarte der Angeklagte nun und brachte somit die fast 30 Jahre seines Drogenkonsums auf einen recht simplen Nenner.

Er lebe derzeit von Minijobs, weil er aufgrund seiner Abhängigkeit es kaum zu einem festen Arbeitsverhältnis bringe.

Angeklagter konsumiert beinahe täglich Drogen

Er habe schon oftmals eine Drogentherapie ins Auge gefasst, jedoch Ansätze dazu immer verstreichen lassen, betonte er.

Dass er schon einiges auf dem Kerbholz hat, vom schweren Diebstahl über Beleidigung und Bedrohung bis zu schwerer räuberischer Erpressung, und deswegen auch schon einige Jahre im Gefängnis verbrachte, war nach seinen Worten ausschließlich die Folge, beziehungsweise Begleiterscheinung seiner Drogenabhängigkeit. Auf Nachfrage des Richters gestand er, so gut wie jeden Tag zu konsumieren und dass er unter gewaltigen Stimmungsschwankungen leide. Zur Einsicht scheint er jedenfalls gekommen zu sein, denn er erklärte dem Richter: "Ich brauche professionelle Hilfe. Nur eine Verwahrung bringt doch nichts."

Die Staatsanwältin plädierte für eine Freiheitsstrafe von neun Monaten. Auch Pflichtverteidiger Sven Wilhelm betrachtete die Taten seines Mandanten ausschließlich im Zusammenhang mit dessen Drogenkonsum, hielt eine Therapie für unabdingbar und stellte den Zeitraum des Freiheitsentzuges in das Ermessen des Gerichts.

So blieb es im Urteil bei den neun Monaten, und der Richter fügte hinzu: "Es liegt an Ihnen, eine Therapie nun endgültig durchzuziehen. Eine positive Sozialprognose kann ich Ihnen momentan nicht stellen."

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