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Junge Botschafter für Klimagerechtigkeit
26.11.2018 - 06:39 Uhr
Bühl (mig) - Da war richtig was los auf dem Acker nördlich des Bühler Stadtausgangs auf Gemarkung Eisental. Am Samstagnachmittag pflanzten über 70 Kinder zusammen mit zwölf Mitgliedern der Obst- und Gartenbauvereine Altschweier, Balzhofen und Kappelwindeck 40 Zwetschgenbäume der Sorte Bühler. Mittendrin im Gewimmel: Zwetschgenkönigin Jessica und Oberbürgermeister Hubert Schnurr.

Es ist eine gute Nachricht für die Stadt Bühl, die für die Bühler Zwetschge so bekannt ist. Die Bühler Frühzwetschge erlebt momentan einen Aufschwung. Seit der Verein Slowfood für den Erhalt der Sorte wirbt, werden wieder junge Bäume nachgefragt. Privatleute wollen diese traditionelle Sorte im eigenen Garten haben. Gleich 40 zweijährige Bäumchen verkaufte eine Baumschule für den Aktionstag von "Plant for the planet" (Pflanzen für den Planeten) am Samstag.

Sage und schreibe 15 Milliarden Bäume haben Kinder rund um den Globus seit Gründung der Stiftung 2007 schon gepflanzt. Dabei lernen sie in sogenannten Akademien einen Tag lang die Problematik des Klimawandels und die weltweiten Zusammenhänge kennen. Sie erfahren, dass auch sie eine Möglichkeit haben, etwas für das Klima zu tun und pflanzen gemeinsam Bäume.

Auf Initiative von Uta Böhler und Silke Espiritu fand eine solche Akademie an Samstag erstmals in Bühl statt. 71 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren trafen sich zunächst in der Kappelwindecker Bachschlosshalle. Sie hörten zur Einführung einen engagierten Vortrag von Enya Espirito von der Bachschloss-Schule und Anika Maur vom Windeck-Gymnasium. Beide sind als Botschafterinnen für Klimagerechtigkeit unterwegs. Ohne Scheu erklärten sie Erwachsenen, dass sie handeln müssten, um den Klimawandel aufzuhalten.

Geleitet wurde der Aktionstag von Fabiola Melchior aus Hamburg. Seit 2015 ist sie Botschafterin für Klimagerechtigkeit. Zur Zeit absolviert sie ein freiwilliges ökologisches Jahr bei "Plant for the Planet". Sie vermittelte den Kindern nicht nur Zusammenhänge zwischen CO2-Ausstoß und Klimawandel, sondern auch die Fertigkeiten, darüber zu reden und zu argumentieren.

So wurden aus den Teilnehmern am Ende neue Botschafter für mehr Klimagerechtigkeit. Ihr Schlachtruf ertönte nach der Pflanzaktion weit übers offene Feld: "Stop talking - start planting!" (Hört auf zu reden, pflanzt Bäume!) Diese reduzieren das Kohlendioxid, von dem der Mensch mehr in die Umwelt bläst, als er sollte.

Dass in der ersten Aktion dieser Art in der Stadt die Bühler Frühzwetsche gepflanzt wurde, dürfte für "Plant for the Planet" eine Besonderheit sein. Denn sie wird von Landwirten nicht mehr gern kultiviert, weil die Ernte der Früchte viel zeitaufwendiger ist als bei Spalierobst und Bäumen, die klein bleiben.

Hauptsponsor der Aktion war die Stadt Bühl, mehrere Firmen legten etwas dazu. Für die weitere Pflege der neu gepflanzten Bäume, die ein erfahrener Obstbauer übernehmen wird, wurden bislang 25 Paten gewonnen. Ganz nebenbei ist ein Teil der Brachfläche am Stadtausgang zur Streuobstwiese geworden, wo vor Jahren der Hochwasser-Entlastungsstollen Richtung Altschweier gebaut wurde.

Bis die ersten Zwetschgen an den jungen Bäumchen wachsen, kann es zwei bis drei Jahre dauern. Richtigen Ertrag bringe ein Baum der Sorte Bühler Frühzwetsche aber erst nach mindestens zehn Jahren, war zu hören. Von den Früchten sollen dann nicht nur die Baumpaten profitieren. Man kann aus ihnen nicht nur guten Zwetschenkuchen machen, sondern auch Marmelade und hochprozentiges Zwetschgenwasser.

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