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"In der Krise Köpfe kennen, damit hinterher keine Köpfe rollen"
'In der Krise Köpfe kennen, damit hinterher keine Köpfe rollen'
29.11.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (kkö) - Hohe Resonanz erfuhr am Dienstag der zweite runde Tisch der "Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben" (BOS) in Mittelbaden, einberufen vom Landkreis Rastatt respektive von Kreisbrandmeister Heiko Schäfer. Ob Polizei, Feuerwehr, DRK, DLRG, THW, Bundeswehr, Ärzte, NKT, die Stadt Bühl oder der Landkreis: Die Liste der Teilnehmer im Bürgerhaus war lang, das Themenspektrum rund um die Kooperation im Bereich Zivil- und Katastrophenschutz breitgefächert.

Den Hintergrund verdeutlichte Landrat Jürgen Bäuerle. "Wir haben die gleiche Aufgabe: Für die Sicherheit der Menschen zu sorgen. In Notfallsituationen sind viele Akteure, Institutionen und Organisationen gefordert, im Haupt- wie im Ehrenamt. Wie sich etwa beim Rastatter Tunnel zeigte, sind wir gut aufgestellt; diese Strukturen gilt es, weiter zu stärken." Die horizontale und vertikale Zusammenarbeit müsse sauber funktionieren. Heiko Friedrich, Oberstleutnant der Reserve vom Kreisverbindungskommando der Bundeswehr, formulierte es wie folgt: "In der Krise Köpfe kennen, damit hinterher keine Köpfe rollen." Sein Vortrag zur zivil-militärischen Zusammenarbeit bildete nach der Begrüßung - neben Bäuerle sprach als Gastgeber Oberbürgermeister Hubert Schnurr - den Auftakt: Er ließ darin keine Zweifel an der Kernaufgabe der Bundeswehr, "die äußere Sicherheit", nannte aber auch Einsatzoptionen, Kräfte und Fähigkeiten zur Hilfeleistung im Inland. "Wir erbringen subsidiäre Hilfe mit den verfügbaren Ressourcen, wenn das Ausmaß der Schadenslage die Leistungsfähigkeit der zivilen Kräfte übersteigt oder spezielle Fähigkeiten gefordert sind." Er bat, die Bundeswehr gegebenenfalls frühzeitig zu informieren: "Der Apparat benötigt Vorlaufzeit, ist dann aber quasi unbegrenzt durchhaltefähig." Beantragt werden müssten Fähigkeiten, nicht konkrete Mittel: "Was soll wo bis wann erledigt sein? Das ,wie' legt die Bundeswehr fest."

Das "Krisenmanagement der Stadt Bühl" bei außergewöhnlichen Schadensereignissen nahm Martin Bürkle vom Fachbereich Bürgerservice, Recht und zentrale Dienste ins Visier. Die Aufgabe, räumte er ein, sei nach dem Ende des Kalten Krieges etwas ins Hintertreffen geraten, nicht zuletzt aber dank des Regierungspräsidiums Karlsruhe wieder verstärkt in den Fokus gerückt: "2014 stellte es den Notfallplan Stromausfall vor und machte den Kommunen deutlich, sie im Krisenfall nicht zu unterstützen." In Bühl habe man reagiert, erläuterte er am Beispiel eines etwa durch Cyberattacken ausgelösten Stromausfalls: So seien jetzt unter anderem Trinkwasser-Hochbehälter, Pumpwerke und Rathäuser mit Notstromaggregaten abgesichert; in Kürze gehe eine städtische Tankstelle für Behörden und Rettungsdienste in Betrieb, Großsporthalle und Schwarzwaldbad seien als mögliche Notunterkünfte ausgerüstet. "Notruftelefon, unabhängiges Funknetz und Sirenen wurden installiert, der Verwaltungsstab wird bis 2019 entsprechend erweitert." Bereiche wie Hochwasser, Unwetter oder Epidemien "hätten wir schon jetzt im Griff".

Kreisbrandmeister Schäfer skizzierte Aktuelles aus dem Sachgebiet, wie das neue Flutinformations- und Warnsystem. Mit Blick auf die Rahmenempfehlung für Notfallstationen sagte er, dass Abrollbehälter verteilt seien. "Die Hardware haben wir, der Umgang mit Notfallsituationen wird aber nur in Gemeinschaftsleistung möglich sein." Landrat Bäuerle überreichte abschließend ein Präsent an Manfred Licht, 33 Jahre als Notarzt in der Region tätig. Der nächste runde Tisch der BOS wurde für Juni 2019 terminiert.

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