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Disput nur um das Privileg des Anbadens
Disput nur um das Privileg des Anbadens
21.12.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (sie) - Zwar ist heute offizieller Winteranfang, der Gemeinderat stellte am Mittwoch aber schon die Weichen für die kommende Badesaison. Nach dem Ortschaftsrat stimmten auch die Bühler Fraktionen geschlossen dem Plan zu, am Weitenunger Baggersee eine Badestelle einzurichten. Dieser war vor zwei Jahren eingezäunt worden, um Schwimmer fernzuhalten. Ab Mai 2019 soll der Sprung ins kühle Nass legal möglich sein. Um das Vorhaben umzusetzen, müssen sich allerdings genügend ehrenamtliche Helfer finden.

Wie berichtet, soll ein Bereich am Südostufer eingezäunt und als Badeplatz gestaltet werden. Dieser bietet nach Einschätzung der Verwaltung Platz für 50 bis 100 Besucher und soll bis Ende Februar angelegt werden. Dafür müssen Bäume gerodet, ein Fußweg geschottert und eine Einstiegsstelle in den See angelegt werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf 62 000 Euro.

Peter Hirn (SPD) bezeichnete den finanziellen Rahmen als "überschaubar", wenn man den Gegenwert betrachte. Das Anliegen sei allerdings ambitioniert, die Weitenunger hätten sich viel vorgenommen.

Hirn sprach damit den Einsatz von ehrenamtlichen Helfern an, der fester Bestandteil des Konzepts ist. Deren Aufgabe soll es sein, rund vier Wochen vor dem geplanten Start der Badesaison am 1. Mai das Gelände herzurichten und beispielsweise Schösslinge zu entfernen. Während des Betriebs, der bis Ende September dauern soll, übernehmen die Helfer Pflege- und Kontrollaufgaben. Sie sollen etwa Abfall wegräumen oder überprüfen, ob die Badeordnung eingehalten wird. Bei Verstößen sind sie allerdings nicht befugt, das Hausrecht auszuüben. Sie sollen deshalb nicht selbst aktiv werden, sondern in solchen Fällen die Verwaltung informieren.

Ortsvorsteher Daniel Fritz (CDU) machte deutlich, dass das Projekt ohne ehrenamtliche Unterstützung keine Zukunft hat: "Sollten die Helfer ausbleiben, sind wir auch nicht mehr dafür", betonte er. Auf eine konkrete Zahl wollte er sich nicht festlegen: "Zehn Personen, die die Sache ernst nehmen, sind besser als 15, die nicht zuverlässig sind." Bei der Verwaltung bedankte sich Fritz für "den Mut, diesen Weg einzuschlagen". Die Weitenunger würden sich sehr auf die Badestelle freuen. Alles sei sauber und wasserdicht geregelt.

Dass sich genügend Helfer finden, sah auch Karl Ehinger (FW) als Knackpunkt an. Grundsätzlich wollten die Freien Wähler die Weitenunger bei dem Vorhaben aber unterstützen. Walter Seifermann (GAL) fand es positiv, neben dem Adamsee in Oberbruch, der aber einen anderen Charakter besitze, in Bühl ein zweites Gewässer zu haben, in dem gebadet werden dürfe. Lutz Jäckel (FDP) erinnerte daran, dass der Weitenunger Baggersee dafür auch schon in der Vergangenheit genutzt worden sei: "Es wird etwas legalisiert, was früher schon wild gemacht wurde." Ludwig Löschner (GAL) erkundigte sich, ob es ausreichend Parkmöglichkeiten für Badegäste gebe. Oberbürgermeister Hubert Schnurr gab Entwarnung: Die Kapazitäten beim Sportplatz könnten den Bedarf decken.

Blieb nur noch die Frage zu klären, wer bei der Eröffnung als Erster ins Wasser springen darf. Peter Hirn preschte vor: "Wenn es soweit ist, werde ich mit Daniel Fritz ein Wettschwimmen durch den See veranstalten", kündigte er an. OB Schnurr bremste den SPD-Fraktionsvorsitzenden allerdings aus: "Das wird nicht das Privileg von Ihnen sein. Da sind wir alle mit dabei."

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