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Ein großes Tohuwabohu in Omas Wohnzimmer
Ein großes Tohuwabohu in Omas Wohnzimmer
28.12.2018 - 00:00 Uhr
Ottersweier (mf) - "Erscht bassiert überhaupt nix und dann des!" Oma Luise kann es nicht fassen, was da in der Nacht vor Heiligabend in ihrer Wohnung los ist. Fremde und Bekannte kommen wahlweise durch die Haus- oder die Terrassentür, melden unterschiedliche Ansprüche an und sorgen für einen enormen Trubel. Eben hatte sie noch den Tannenbaum geschmückt und "nach jedem Kiegele ä Likörle getrunke" und schon ist es mit der adventlichen Ruhe vorbei.

Der Gesangverein Sängerrunde Ottersweier hält auch im 160. Jahr seines Bestehens eine beliebte Tradition aufrecht. Die Vereinsmitglieder laden an Weihnachten in das Gemeindezentrum ein und bieten den Gästen ein unterhaltsames Theaterstück. Seitdem vor 25 Jahren Chorsänger Manfred Huck sein Ensemble "'s Huckepack" gegründet hat, ist diese Theateraufführung ein Höhepunkt im Vereinsleben der Gemeinde.

Nach dem Tod des inspirierenden Theaterchefs übernahm Ensemblemitglied Paul Seiler als Regisseur die Theatergruppe und führt diesen guten Brauch weiter. Am zweiten Weihnachtsfeiertag brachten er und seine Schauspielkollegen die Komödie "Ausgerechnet Heiligabend" oder auf gut Badisch "Usgrechnet Heiligobend" auf die Bühne.

Gute Tradition ist auch die musikalische Begrüßung durch die Sängerrunde. Unter der Leitung von Harald Volz sang der Chor Beethovens "Hymne an die Nacht" und beschrieb die "Weihnachtsglocken" und den "Sonntagmorgen in den Bergen", bevor Vorsitzender Rudi Falk die Gäste auf den Abend einstimmte.

Ein Augenschmaus ist seit eh und je das liebevoll und detailreich gestaltete Bühnenbild. Patric Wessollek ist das Kunststück gelungen, Omas Wohnzimmer als perfekte Bühne für das heitere Geschehen herzurichten. Vom Holzregal über den Lampenschirm bis hin zum Kaffeegeschirr passt alles in die gute Stube von Oma Luise Kretschmann.

Wessollek ist auch als Schauspieler aktiv. Er schlüpft in die Rolle eines sympathischen Nichtsnutzes, der am Ende trotz des schlechten Starts überraschend gewinnt. Durch dieselbe Tür wie er, nämlich in räuberischer Absicht durch die Terrassentür, kommt auch die coole, ganz in schwarz gekleidete Action-Heldin Lana Brenner (Magdalena Glaser) ins Haus. Sie bindet zwei Erzfeinde aneinander, was zu einer höchst amüsanten Auseinandersetzung führt. Luises Tochter Angelika (Gabi Dinger) und Nachbar Max (Markus Löffler) sind sich spinnefeind und lassen keine Möglichkeit aus, sich zu beschimpfen. Angelika: "Wenn du ussatmesch, dann entsteht in diennem Kopf ein Vakuum." Das ganze Tohuwabohu wird witzig kommentiert von Enkel Frank (Manuel Kistner) und Nachbarstochter Maren (Katinka Jungbauer).

Oma Luise wird von Patricia Hemmer dargestellt, die sich erkennbar immer wohler fühlt in ihrer knitzen Rolle, in der sie am Ende alle überrascht. Regisseur Paul Seiler begnügt sich mit der eher kleineren Rolle des untreuen Ehemanns Christoph. Auch wenn es nur wenige, kurze Auftritte von ihm gibt, so zählen diese doch zu den Höhepunkten der Aufführung. Wie er den immer stärker betrunkenen Schwiegersohn und am Ende den Weihnachtsmann gibt, ist einfach genial. Ach ja, und ein nicht ganz fertig geschmückter Weihnachtsbaum spielt auch eine große Rolle. Dazu aber mehr in den noch ausstehenden Aufführungen morgen um 14 und 19 Uhr sowie am Samstag, 5. Januar, ebenfalls um 19 Uhr.

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