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Sehnsucht nach den Tiefen des Alls
03.01.2019 - 07:55 Uhr
Von Holger Siebnich

Schwarzwaldhochstraße - Das Wetter für den Fototermin am Breitenbrunnen will nicht so richtig mitspielen. Als Jürgen Schulten das Modellteleskop erreicht, das auf dem Gelände der künftigen Anima Tierwelt am Breitenbrunnen steht, ist er umgeben von einer dicken Nebelsuppe. Dabei setzen der Vorsitzende der Bühler Sterngucker und seine Mitstreiter große Erwartungen in das Grundstück im Höhengebiet, weil dort in der Regel optimale Bedingungen herrschen, um ins All zu blicken. Die Sterngucker haben große Pläne: Sie wollen dort eine Sternwarte errichten.

Es wäre die Erfüllung eines langgehegten Wunsches der Hobby-Astronomen: "Wir sind an dem Projekt schon seit vielen Jahren dran", erzählt Schulten. Ursprünglich spielte der Verein mit der Idee, eine Sternwarte auf dem höchsten Berg des Nordschwarzwaldes zu errichten, der Hornisgrinde. Doch schnell wurde klar: Die Umsetzung in der exponierten Lage wäre "finanziell nicht machbar gewesen", sagt der Vorsitzende. Die Mitglieder hatten schon fast resigniert, da tat sich mit dem Großprojekt Anima Tierwelt plötzlich eine Alternative auf.

Der Verein hatte zuvor beim damaligen Sasbachwaldener Bürgermeister Valentin Doll angefragt, ob eine Umsetzung am Breitenbrunnen möglich wäre. Als schließlich Davina Schmitz und Maria Wruck ebenfalls auf Doll zukamen und ihm ihre Idee der Anima Tierwelt präsentierten, vermittelte der Bürgermeister den Kontakt zwischen dem Bühler Verein und den beiden Geschäftsführerinnen.

Laut Schulten sind sich beide Seiten mittlerweile vertragseinig, auch wenn die Unterschriften noch fehlen. Die Sterngucker wollen einen Teil des riesigen Anima-Grundstücks anmieten und dort die Sternwarte und eine kleine Hütte errichten. Die Pläne seien auch mit dem Landratsamt des Ortenaukreises und den Naturschutzverbänden abgestimmt. Schulten rechnet damit, dass die Vereinbarung zeitnah unterzeichnet wird. Dann könnte es schnell gehen. "Ich bin optimistisch, dass wir es bis zum Sommer schaffen können", hofft der Vorsitzende auf eine zügige Umsetzung.

Denn die Sterngucker sind bestens vorbereitet. Bereits vor drei Jahren haben sie eine Kuppel für die Sternwarte gekauft, die seitdem in der Scheune eines Mitglieds auf ihren Einsatz wartet. Die Weltraumfans sind derzeit außerdem dabei, einen sogenannten Astrografen zu bauen. Dabei handelt es sich um eine spezielle Kamera, die Fotos von fernen Objekten im All aufnehmen kann - das Herzstück der künftigen Sternwarte. Ausgerüstet ist der Astrograf mit einem 16 Zoll großen Spiegel. "Damit kann man schon relativ viel sehen", freut sich Schulten auf Aufnahmen zum Beispiel von fernen Galaxien oder Nebeln. Für die Beobachtung von Planeten im eigenen Sonnensystem, also etwa vom Mars oder dem Jupiter, ist die Technik fast schon überdimensioniert.

Was den Verein das Projekt voraussichtlich kosten wird, will Schulten nicht sagen. Die Finanzierung sei aber gesichert, unter anderem durch die großzügige Spende, die ein Mitglied dem Verein bereits vor rund zehn Jahren für eben diesen Zweck zukommen ließ. "Schon mein Vorvorgänger wollte das umsetzen", verdeutlicht Schulten die lange Reise, die nun auf ein glückliches Ende zusteuert.

Der aktuell 32 Mitglieder starke Verein erhofft sich durch das Projekt auch einen Wachstumsschub. An der Sternwarte sollen regelmäßig Veranstaltungen stattfinden, auch Kooperationen mit der Anima Tierwelt sind geplant.

Die äußeren Bedingungen dort oben seien jedenfalls optimal, betont Schulten. Es gebe fast kein Streulicht, das die Beobachtungen störe. "Wir hatten uns im vergangenen Sommer extra dort oben stationiert und geschaut, wie die Lichtverhältnisse sind", erzählt der 49-Jährige. So lang der Nebel nur die Fototermine mit der Presse, und nicht den Blick ins All stört, können die Sterngucker sehr gut damit leben.

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