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Ein heiterer Blick auf die Tücken des Lebens
Ein heiterer Blick auf die Tücken des Lebens
07.01.2019 - 00:00 Uhr
Bühlertal (kkö) - Wie seit mehr als vier Jahrzehnten Tradition, präsentierte die Laienspielgruppe des DRK Bühlertal am Samstag im Haus des Gastes eine Theateraufführung. Zum 14. Mal stammte das Stück aus der Feder von Pirmin Stern. In der Begrüßung zur bestens besuchten Dreikönigsfeier, auf die Selina Fellmoser und Lisa Schenk mit Gitarrenmusik und Gesang eingestimmt hatten, kündigte Bürgermeister Hans-Peter Braun für Sterns Komödie "Endlich Urlaub" etwa "Geheimnisse, Verwechslungen, Neid und Missgunst" an.

Krankheits- und urlaubsbedingt stehe zum Auftakt kein JRK-Theaterstück auf dem Programm: "Wir haben uns deshalb entschlossen, ein ,Deutsches rotes Sofa' auf die Bühne zu stellen" (siehe "Zum Thema"). In seiner Funktion als DRK-Vorsitzender dankte Braun für den Rückhalt der Bevölkerung und weiterer "Gönner" der Arbeit des DRK, auch aus finanzieller Sicht. "In besonderem Maße haben wir dies bei der Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für die Helfer-vor-Ort-Gruppe gespürt."

Insgesamt elf Darsteller - Steff Opolka und Marco Kohler übernahmen Doppelrollen - sollten in der Folge die Bühne erobern: Temperamentvoll setzten sie Sterns frech-witziges Skript um, in den ersten zwei Akten vor Bühlertäler Kulisse samt Bushaltestelle. Der Autor, im Stück als schnoddriger Rentner Bruno vertreten, spielt leidenschaftlich gern mit Worten - und mit Geschlechterklischees: So klopfen die Männer große Sprüche und mimen das Alphatier, sind aber letztlich Getriebene ihrer Frauen. Besonders offenkundig wird dies bei der putzsüchtigen Ute (herrlich: Nicole Lorenz) und ihrem gutmütigen Gatten Udo (eine Rolle, die Claudius Kohler wie auf den Leib geschrieben ist). Udo wird das Eheleben später als "gegenseitige Freiheitsberaubung" umschreiben. Solche Reflektionen sind ein Phänomen, das sich wiederholt: Verharren die Figuren oft in sinnfreien, urkomischen Dialogen, blitzen ganz unvermutet kleine Lebensweisheiten auf, deutet sich sogar im "Dummkopf" ein wacher Intellekt an.

Das ist mit ein Grund für den komödiantischen Unterhaltungswert: Zwar lassen sich die Charaktere schnell in eine Schublade stecken, manchmal aber springen sie unerwartet in eine ganz andere. Als etwa Ute mit ihrem Mann zickt: "Jetzt sage ich nix mehr", kontert der schlagfertig: "Ja, dann will ich dich nicht unterbrechen." Ein weiteres Beispiel für klar definierte Rollen sind Künstler Heiko (Niklas Degler) und seine Freundin Jutta (Miriam Theurer). Auch deren Gespräche werden von verbalen Giftpfeilen dominiert. Mehr Harmonie herrscht da zwischen den Freundinnen Jutta und Nina (Karolin Schoch) oder auch Sonja (Milena Kist), der Tochter von Ute und Udo, und der naiven Anke (Pauline Decker).

Die Zeichen deuten jedenfalls auf Urlaub: Sommersongs, Partylaune, Träume von Luxus und Werbeprospekte rücken zunehmend in den Fokus. Hans (Bernd Degler, der auch Regie führte) möchte zwar mit Bruno wandern gehen, aber der disponiert spontan um, so dass schließlich alle, ohne es voneinander zu wissen, an der Küste Spaniens landen. Womit Stern seinen Hang zum Wortwitz ad absurdum führen kann: Die "Spanier" sprechen ein Kauderwelsch rund um "Sangria, olé und alemanes", oder, wie Ute sagt, "Alemann und Alefrau". Träume werden bei Mücken, Sonnenbrand und Alkohol indes nicht so recht wahr. "Nationalpark, wir kommen!", lautet denn auch die Moral der durch und durch heiteren "G'schicht", die vom Publikum am Ende begeistert gefeiert wurde.

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