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Weihnachtspräsent der klingenden Art
Weihnachtspräsent der klingenden Art
08.01.2019 - 00:00 Uhr
Ottersweier (khd) - Am Vorabend der Heiligen Drei Könige schenkte das Ensemble Secunda Vista den zahlreichen Besuchern in der Wallfahrtskirche Maria Linden in Ottersweier ein zusätzliches Weihnachtspräsent. Dabei ergänzten sich barocke und klassische Musik in exzellenter Weise in einem einstündigen Konzert.

Pater Ulrich begrüßte die Besucher herzlich und erläuterte, wie auch der Leiter des Ensembles, Rupert Pieper, die Hintergründe des Benefizkonzerts. Geholfen wird am Rande des Himalayas, wo die ärmsten Kinder Schulunterricht, Essen und Geigenunterricht erhalten. Dafür setzte sich Ed McGuire, ein kanadischer Jesuit, ein. Das Ensemble Secunda Vista steht für karitatives Engagement und musizierte unentgeltlich. Wie mitgeteilt wurde, gingen über 1 000 Euro an Spenden ein.

Divertimenti, eine Art Unterhaltungsmusik der Klassik, waren einst sehr beliebt. Besonders Mozart schätzte sie, er komponierte allein 29 davon. Gesanglich von italienisch heiterer Präsens, verglich sie Einstein mit der "Leichtigkeit von gutem Essen, gutem Wein, gutem Wetter und viel Sonne", wobei eine unaufdringliche Virtuosität ein weiteres Kriterium ist. In Streicherbesetzung überzeugte das zehnköpfige Ensemble mit dem Divertimento F-Dur von Mozart.

Leicht gefällig, akzentreich erschien das Allegro, wobei Primgeiger Rupert Pieper das Ensemble im Sitzen leitete. Es musizierte in eleganter Phrasierung, flutete große Gesanglichkeit durch das Kirchenschiff. Auch eine erst elfjährige Violinistin war hochkonzentriert bei der Sache.

Liebreiz steckte im Andante, wo sich die Stimmen vorzüglich aneinanderschmiegten. Ein besonderes Klangerlebnis erlebten die Zuhörer in dezenter Zurückhaltung, Ruhe und Besinnlichkeit verbreitend. Das schnelle Presto wirkte spritzig, schöne Pizzicati kontrahierten zu den vorherrschenden Legato-Bögen.

Bachs berühmtes Konzert für zwei Violinen d-Moll schrieb dieser um 1730 in Leipzig. Als Solistinnen agierten Elisabeth und Franziska Pieper. Das Vivace, im eng kontrapunktischen Netzwerk verwoben, wurde vom Tutti in angemessener Art begleitet. Es zeigte zwei Solistinnen, die merklich Spaß am Musizieren besaßen. Im sizilianisch gehaltenen Largo standen sich zwei schlichte Geigenstimmen gegenüber, die sehr einfühlsam spielten - fein nuanciert, im innigen Dialog, der klanglich voller Wärme strahlte und in dem jederzeit eine große Gesangsfülle herausgearbeitet wurde, dabei die Sehnsucht verkündend in vorzüglich dargebotener Dynamik. Die zarten Crescendi besaßen eine spezielle Leuchtkraft. Ein enggeführter Kanon zierte das Finale - im kraftvollen Kontrapunkt zum zweiten Satz und mit voller Virtuosität aller Streicher. Hier spielte die Primgeige als auch die tiefen Streicher bei aller Plastizität vom ersten bis zum letzten Ton. Viel Beifall gab es für diese Darbietung.

Corellis "Weihnachtskonzert" aus seinem op. 6 erstrahlt an diesen Feiertagen besonders häufig. Ins weihnachtliche Rom um 1700 führt Corelli den Beginn dieses Konzertes. Es wurde viel musiziert in jener Zeit, Corelli war ein bedeutender Musiker und Komponist. Im Sommer verzauberten diese Klänge als Freiluftmusik in der Natur. Das Concerto grosso in g-Moll variiert in den Sätzen immer wieder mit den Tempi, stets zwischen schnell und langsam, wobei die langsamen Teile viel Tiefgründiges verbreiteten, die schnellen dagegen Lebendigkeit und Heiterkeit.

Eine interessante Zwiesprache ergab sich zwischen den hohen und tiefen Streichern. Das berühmte Adagio daraus ging unter die Haut. Wie aus einem Guss spielte das Ensemble, so dass eine Intension der nächsten folgte. Verzierungen ließen keinen Zweifel an barocker Intensität. Und im Pastorale spürte man die religiöse Anbetung. Da wetteiferte plötzlich die Primgeige mit dem Cello. Es war ein Konzertabend gehobenen Anspruchs. Als Zugabe erklang nochmals die Pastorale.

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