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Es begann mit einer Wette und endete mit Weltrekord
09.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Winfried Stinn

Bühlertal - Der frühere Weltklasse-Bergläufer Karl-Heinz "Charly" Doll, der mit seiner Frau Friederike in Breitnau im Schwarzwald lebt, feiert heute seinen 65. Geburtstag.

Der in Bühlertal geborene, ehemalige Extremsportler lief 1985 in seinem Heimatort bei seinem ersten Berglauf gleich zum Sieg und gewann drei Jahre später am selben Ort seinen ersten deutschen Meistertitel.

Doll hielt in den 80er und 90er Jahren als Berg- und Ultralangstreckenläufer in der Weltspitze mit, gewann dreimal die deutsche Meisterschaft (zweimal im Berglauf und einmal über 100 Kilometer) und dazu zahlreiche Seniorentitel. Er holte Medaillen bei Berglauf-Weltmeisterschaften (damals Weltcup), gewann internationale Klassiker wie den "Swissalpine Marathon" in Davos, den "Comrades Marathon" in Südafrika und hielt lange den Weltrekord im Zwölf-Stunden-Skilanglauf. Weitere Titel auf Landes- und Verbandsebene sowie bei Cup-Wettbewerben ergänzen die eindrucksvolle Erfolgsbilanz des Schwarzwälder Läufers, der für die LG Hohenfels, den Freiburger FC, den LC Breisgau und den SV Kirchzarten, startete.

Auch mit Mitte 60 hält sich Doll mit täglichen Laufeinheiten von zehn bis 15 Kilometern Länge fit. "Im Winter schnalle ich mir Langlaufski unter oder mache im Feldberggebiet Schneeschuhtouren." Krafttraining bei seinem Verein, dem SV Kirchzarten, ergänze sein Fitnessprogramm. Doll nimmt weiterhin an Laufwettbewerben teil. "Natürlich mache ich nicht mehr so viele Wettkämpfe wie früher. Ich suche mir die Läufe aus, die mir Spaß machen, da gehört selbstverständlich der Schluchseelauf dazu." Nach eigener Aussage war Doll bei allen 34 Auflagen am Start und konnte den "Klassiker im Schwarzwald" neunmal als Gesamtsieger beenden.

Für sportliche Schlagzeilen sorgen seit einigen Jahren indes seine beiden Kinder Stefanie und Benedikt. Letzterer gehört mittlerweile im Biathlon zur Weltspitze. Er wurde 2017 Weltmeister im Sprint und gewann im Vorjahr bei den olympischen Winterspielen in Südkorea zwei Bronzemedaillen. Stefanie Doll wurde deutsche Vizemeisterin im Berglauf - 30 Jahre nachdem ihr Vater erstmals die deutsche Berglaufmeisterschaft gewonnen hatte. Bei der Berglauf-Weltmeisterschaft erreichte sie als beste Deutsche Rang 14 und lief zum Saisonabschluss beim Frankfurt-Marathon als zweitbeste Deutsche und viertbeste Europäerin ausgezeichnete 2:03:59 Stunden. "Ich bin stolz auf die Erfolge meiner beiden Kinder. Ich habe beide gefördert, trainiert und beraten, aber nie Druck auf sie ausgeübt. Ich habe eher mal ein Startverbot erteilt, als sie zu einem Wettkampf zu drängen", erzählt Doll.

Sohn Benedikt bestätigt das: "Meine Eltern, nicht nur mein Vater, haben einen großen Anteil an unseren Erfolgen. Sie haben uns zum Sport gebracht und dann ständig unterstützt Sie haben uns trotz aller Sportbegeisterung immer bewusst gemacht, dass es neben dem Sport noch viele andere Dinge im Leben gibt und uns dadurch denn Druck eines zwingenden sportlichen Erfolgs genommen." Er habe von seinem Vater viel über Ernährung und die optimale Wettkampfvorbereitung erfahren, führt der Biathlet weiter aus. Die Erfolge seines Vaters habe er als Kind nur schwer einordnen können. "Seine großartigen Leistungen lernt man erst so richtig zu schätzen, wenn man sich selbst in sportlichen Dimensionen bewegt und sich dann nach einem Marathon fragt, wie dieser Mann 100 Kilometer rennen kann. Unvorstellbar."

"Das war wie ein



Olympia-Sieg für mich"

Ähnlich äußert sich auch Dolls Tochter Stefanie: "Seine Siege und Erfolge haben uns immer stolz gemacht. Er war und ist ein Vorbild für mich. Wie er Beruf und Sport vereinbart hat, fasziniert mich heute noch. Sein Sieg beim ,Comrades Marathon' war für mich als Kind wie ein Olympia-Sieg", schwärmt sie.

Neben seiner Sportkarriere hat Doll kontinuierlich seine berufliche Laufbahn als Koch ausgebaut. Mit 18 Jahren hat er das Kochhandwerk gelernt, seit 1979 ist er Küchenmeister und leitete große Hotelküchen. Seit 24 Jahren führt er nun gemeinsam mit seiner Frau Friederike als Geschäftsführer das "Seminarhotel Sonnenhof" in Breitnau bei Hinterzarten. Höhepunkt seiner Kochlaufbahn war 2002 die Berufung zum Olympiakoch für die deutsche Skisprungnationalmannschaft. "Als Sportler konnte ich nie zu Olympia, da meine Disziplinen nicht olympisch waren. So habe ich es dann dennoch geschafft, einmal bei Olympischen Spielen dabei zu sein", schwärmt Doll noch heute.

Im Januar 2003 hat sich Doll erstmals als Buchautor hervorgetan. Gemeinsam mit Herbert Steffny und Ulrich Pramann erschien im Südwest Verlag "Perfektes Lauftraining - Das Ernährungsprogramm". Im vergangenen Jahr brachte Doll, gemeinsam mit Sohn Benedikt, ein Kochbuch mit dem Titel "Doll's Schwarzwaldlust" heraus. "Darin sind alle unsere Lieblingsrezepte zusammengefasst. Lust auf den Schwarzwald, auf unsere Heimat zu machen, ist uns ein großes Anliegen", so Benedikt Doll.

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