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Ovationen und artiger Applaus
Ovationen und artiger Applaus
12.01.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Das gab es wohl auch noch nicht bei einem Neujahrsempfang: stehende Ovationen. Nicht für den Gastgeber (Oberbürgermeister Hubert Schnurr durfte für seine Ankündigung zur Wiederkandidatur aber artigen Beifall entgegennehmen), sondern für das Lehrerensemble der städtischen Musikschule unter dem fulminanten Dirigat ihres Leiters Bernhard Löffler. "Der Karajan von Bühl", wie ein Gast durchaus anerkennend anmerkte. Als Dank an das begeisterte Publikum gab es eine Zugabe obendrauf.



Im Regieraum war Ton- und Lichttechniker Thomas Huber damit beschäftigt, im Wechselspiel von OB-Rede, Ehrungen und den musikalischen Beiträgen die jeweiligen Helligkeitseffekte und Lautstärke optimal abzumischen. Im Saal und auf der Empore war für exakt 803 Personen bestuhlt, mehr erlaubt die Versammlungsstättenverordnung für das Bürgerhaus nicht, das sich mit neuer Bestuhlung und frischer Parkettversiegelung endlich mal wieder in repräsentativem Zustand präsentierte.

Um exakt 19.42 Uhr nahm der OB die Spannung aus dem Saal und gab seine Entscheidung für eine Wiederkandidatur als Stadtchef bekannt.

Wiederkandidatur



"zwingend und logisch"

Nach der Neujahrsrede mit Überlänge durften er und Ehefrau Beatrix einen Händeschüttelmarathon antreten. Zu diesem waren auch die Bühler Ehrenbürger Jan Rassek und Oswald Grißtede angetreten. Ersterer hält eine zweite Amtszeit Schnurrs für "zwingend und logisch". Nichts anderes habe er erwartet. Der OB sei nach "anfänglichen Schwierigkeiten" zusehends "in die Gänge gekommen". Ihn, den geerdeten Menschen Schnurr, zeichne Teamgeist und Solidität aus. Rassek hofft aber auch, dass es bei der Wahl am 13. Oktober Mitbewerber gibt.

Auch für Oswald Grißtede ist die Entscheidung allzu logisch und begründet dies mit der "beeindruckenden Bilanz der bisherigen Arbeit". Schnurr stehe für Verlässlichkeit, Kontinuität und Zukunftsperspektive.

Der dritte Ehrenbürger im Bunde, Ernst Kohlhage, hat beobachtet: "Der OB stellt sich inzwischen sehr gut dar. Er macht, glaube ich, seine Arbeit ganz gut. Er kann ruhig Oberbürgermeister bleiben."

Von den früheren Amtsvorgängern war Gerhard Helbing vor Ort. Sein Kommentar: "Das war zu erwarten. Ich mag Hubert Schnurr sehr. Ihn zeichnet eine gewisse Gelassenheit und Unaufgeregtheit aus, die ich in diesem Maße in meiner Amtszeit nicht hatte."

Ein alter Hase im Rathaus ist Martin Bürkle. Der 61-Jährige ist seit 1983 bei der Stadt und hat in dieser Zeit vier Oberbürgermeister erlebt und fast alle relevanten Fachbereiche (Baurecht, Kämmerei, Ordnungsamt) durchlaufen. Seinem aktuellen Chef rechnet er hoch an, die Finanzkrise erfolgreich gemanagt zu haben. Die Verwaltung sei "hervorragend aufgestellt", und er freue sich auf eine weitere gute Zusammenarbeit. Die herausragenden Eigenschaften von Hubert Schnurr benennt er mit Konsensfähigkeit und Harmoniebedürfnis.

Ein enger Vertrauter ist auch Reinhard Renner, Abteilungsleiter Zentrale Dienste. Er berreitet die Gemeinderatssitzungen vor - und Empfänge wie diesen. Er gibt seiner Freude Ausdruck, dass der OB seine "erfolgreiche Arbeit" fortsetzen möchte: "Wir wollen noch Vieles bewegen." Ihm imponiert Schnurrs "Menschlichkeit und seine Nähe zur Bevölkerung".

Längst ist der dunkle Bühnenvorhang zugezogen, sind die Stühle aufgestapelt. Die Bürger wünschen sich ein gutes Jahr und pflegen den Small Talk. Thomas Huber sieht dem Feierabend entgegen und hat den Regieraum inzwischen verlassen. Dass Hubert Schnurr es noch einmal wissen möchte, findet er "super". Er sei immer ansprechbar und eine ehrliche Haut, halt ein "guter Chef, ein guter Typ" .

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