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Polizei stoppt Liftbetrieb, Touristen werden evakuiert
14.01.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Das Höhengebiet zwischen Sand und Mummelsee ist seit Samstagnachmittag von der Außenwelt erneut abgeschnitten. Die Polizei verfügte einen Stopp des Liftbetriebs, die Feuerwehren aus Bühl und Bühlertal halfen mit Fahrzeugeskorten bei der Evakuierung von Touristen. Der Bühler Revierförster Martin Damm sprach gestern von einer "sehr kritischen Sit uation".

Die Schwarzwaldhochstraße ist im Abschnitt zwischen Hundseck und Mummelsee seit Tagen komplett gesperrt. Das gilt auch für die K3765 (Omerskopfstraße) und die L86 (Zufahrtsstraße von Sasbachwalden) und die L87 (Ruhesteinstraße von Seebach). Noch ist nicht absehbar, wann sie von umgestürzten Bäumen geräumt werden können. Es dürfte aber noch Tage dauern, bis alle wieder freigegeben werden können. Martin Damm schätzt, dass in den Wäldern Tausende von abgeknickten und entwurzelten Bäumen liegen. Damit ist an ein Betreten, geschweige ein Spuren der Loipen bis auf Weiteres nicht zu denken. Es besteht höchste Lebensgefahr.

Diese gab es auch am Samstagnachmittag, als eine riesige Tanne auf das Dach des ehemaligen Soldatenheims auf Hundseck krachte. Die Lage verschärfte sich durch einsetzenden Schneefall. Die Polizei reagierte und wies die Liftbetreiber an, den Betrieb einzustellen, um den Skifahrern einen rechtzeitigen und sicheren Nachhauseweg zu ermöglichen. Weil immer mehr Äste und Bäume die Zufahrtsstraßen blockierten, wären im schlimmsten Fall Hunderte von Menschen regelrecht eingeschlossen gewesen.

Außerdem wurden sämtliche Hütten im Brennpunktgebiet angerufen, um die Touristen und Übernachtungsgäste auf die Gefahren beziehungsweise auf die Evakuierungsmöglichkeiten im Konvoi aufmerksam zu machen. Dieser fand von Unterstmatt über Hundseck bis zum Sand statt, wo das Straßennetz wieder schneefrei war und die Heimfahrt in Eigenregie angetreten werden konnte.

Vor Ort machten sich auch Kreisbrandmeister Heiko Schäfer und der Bühler Feuerwehrkommandant Günter Dussmann ein Bild. Sie standen in engem Kontakt mit dem Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Offenburg sowie den Kollegen des Landkreises Freudenstadt und des Ortenaukreises.

Mitarbeiter der Straßenmeisterei standen im Dauerstress, um den Räumkommandos und den Hilfsmannschaften zumindest auf einer Fahrspur ein Durchkommen zu den Einsatzorten freizusägen. Die bis zu 30 Zentimeter nasse Neuschneeauflage in der Nacht zum Sonntag oberhalb von etwa 800 Metern sowie der später bis in höchste Gipfellagen einsetzende Regen erschwerte die Arbeit zusätzlich.

Uneinsichtige Autofahrer, hauptsächlich aus den nordbadischen Ballungsgebieten, aber auch aus dem Elsass, die die Straßensperrungen ignorierten und dabei sich und andere in Gefahr brachten, machten den Helfern das Leben zusätzlich schwer. Dabei hatten die Liftbetreiber und das Langlaufcenter Herrenwies noch am späten Samstagabend beziehungsweise gleich am frühen Sonntag über die gefährliche Situation und über die Einstellung des Skibetriebs informiert. Weil dies nicht überall fruchtete, schob eine Winterdienstbesatzung die B500 bei Unterstmatt mit einem Schneeberg zu und blockierte damit die Weiterfahrt Richtung Mummelsee. Ebenfalls auf Unterstmatt hatten Äste einen geparkten Wagen schwer beschädigt.

Eine neuerliche Tiefdruckfront soll heute weitere Niederschläge bescheren. Erst ab Dienstag soll sich die Lage bei zurückgehenden Temperaturen langsam beruhigen.

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