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Aus Ärger über Bierpreis Scheibe eingeworfen
Aus Ärger über Bierpreis Scheibe eingeworfen
19.01.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (bgt) - Ein 31-jähriger Metallbauer hatte sich in einem Lokal lauthals darüber beschwert, dass das Bier 1,50 Euro kosten sollte, was nach Ansicht sämtlicher Beteiligter relativ zu betrachten war. Und auch der Hinweis des Wirts, dass er ja zur Tankstelle gehen und sich dort ein Bier kaufen könne, vermochte den aufgebrachten und erheblich alkoholisierten Gast nicht zu besänftigen.



Daraufhin verließ dieser das Lokal und nur wenig später soll er einen Stein durch das Fenster des Lokals geworfen haben. Drei in der Nähe sitzenden Gäste, die Skat gespielt hatten, sollen nur knapp vom Stein verfehlt worden sein. Nachdem nun auch der Wirt und ein weiterer Gast nach draußen geeilt waren, um den vermeintlichen Randalierer dingfest zu machen, habe der sich ihnen in den Weg gestellt und sie jeweils mit einem Faustschlag ins Gesicht attackiert. Mit der Folge, dass der Gast zu Boden fiel und sich dabei das Jochbein brach.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft am Amtsgericht in Bühl am Donnerstag bezog sich daher auf Sachbeschädigung (Kosten der Scheibe: 200 Euro) und Körperverletzung.

Die Version des Angeklagten, der ohne Anwalt gekommen war ("Ich bin alleine gekommen und brauche keinen Anwalt."), hörte sich freilich ein bisschen anders an. Er habe sich sehr wohl über den Preis des Biers beschwert, aber der Wirt habe nur unfreundlich geantwortet: "Wenn's dir nicht passt, kannst du dich verp...!". Draußen vor dem Lokal sei der Wirt dann mit einer Taschenlampe und einem "Knüppel" wütend auf ihn zugekommen. Da habe er ihn nur weggestoßen und ihm den Knüppel aus der Hand genommen. Und er habe definitiv nichts durch die Scheibe geworfen.

Vor dem Lokal hatten sich nämlich nach übereinstimmender Aussage sämtlicher Zeugen bereits ein paar Gäste befunden und es hatte eine Rangelei stattgefunden. Ein möglicher Steinewerfer hätte sich also auch unter ihnen befinden können. Jedenfalls vermochte keiner der Zeugen den Angeklagten als den Steinewerfer zu identifizieren. Selbst der Gast mit dem gebrochenen Jochbein hatte zum Tathergang nur so viel beizutragen, dass er ganz plötzlich einen Schlag verspürt habe und danach seien ihm schon die Sinne geschwunden. Ob der Schlag vom Angeklagten gekommen war, konnte er nicht bestätigen.

So wäre die Aussage des Wirts als Hauptbelastungszeuge von entscheidender Bedeutung gewesen, doch dass nun ausgerechnet er zum Verhandlungstermin nicht erschien, mochte man deuten, wie man wollte. Wie telefonische Nachfragen ergaben, war er zum Zeitpunkt der Verhandlung in seinem Lokal, er hätte demnach kommen können. Doch selbst die Aufforderung zweier mit ihm befreundeter Zeuginnen, doch noch zu erscheinen, man wolle ihn auch mit dem Auto abholen (zu diesem Zweck wurde die Verhandlung über eine Stunde unterbrochen), machte ihn nicht geneigter, seiner Bürgerpflicht als Zeuge vor Gericht nachzukommen. Das zieht womöglich, was Richter Hannes Schrägle durchaus erwog, eine Vorführungshaft nach sich. Er legte einen Fortsetzungstermin fest. Der Angeklagte ärgerte sich, dass er nun einen "ganzen Urlaubstag umsonst" habe bei Gericht zubringen müssen - und das auch noch "unschuldig".

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