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Alles andere als Vollgas
24.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Holger Siebnich

Bühl - Die Ladestation auf dem Parkplatz in der Franz-Conrad-Straße leuchtet in einem hellen Grün. Dazu passend befüllt sie die Batterien von Elektroautos mit Ökostrom. Es ist die erste Anlage dieser Art der Stadtwerke im Innenstadtbereich. Ans Netz gegangen ist sie im Herbst 2018, voll funktionsfähig ist sie aber erst seit Anfang des Jahres. Auch an anderer Stelle hakt es bei dem Thema.

Stadtwerke-Chef Rüdiger Höche hatte im Rahmen eines Pressegesprächs bereits im Dezember 2017 angekündigt, dass sein Unternehmen zeitnah drei Ladestationen installieren werde. Neben dem Standort in der Franz-Conrad-Straße nannte er die St adtwerke-Zentrale in der Siemensstraße und den Bahnhofsparkplatz. Anfang 2018 sollten die Pläne umgesetzt werden. "Das System ist von der Technik und der Abrechnung her ausgereift", sagte Höche damals.

Doch die Umsetzung lief nicht so reibungslos wie erwartet. Die Stromzapfsäule bei den Stadtwerken wurde im Mai aufgebaut, die Station in der Franz-Conrad-Straße folgte erst im Herbst. Laut Stadtwerkesprecher Markus Gernsbeck verzögerte sich die Installation, weil sich kein Tiefbauunternehmen fand, das den Auftrag zeitnah erledigen konnte: "Wegen der aktuellen Auslastung in der Branche war es schwierig, eine Firma zu bekommen." Und als die Kästen endlich standen, bekam davon kaum jemand etwas mit. Die Stadtwerke verzichteten auf jede Werbung. Der Grund: Das Bezahlsystem funktionierte nicht. Dieses stammt von einer Firma aus Wien und bietet zwei Optionen: Entweder können Autofahrer nach einer Onlineregistrierung die Rechnung per Kreditkarte begleichen oder sie beantragen eine Kundenkarte bei den Stadtwerken. Das Bezahlsystem betreibt eine Partnerfirma aus Wien. "Es konnte nicht gleich installiert werden", erklärt Gernsbeck. Deshalb gab es den Strom vorübergehend umsonst.

Seit Anfang des Jahres funktioniert laut Gernsbeck aber alles wie gewünscht. Die Anlage bei den Stadtwerken bietet Platz, um drei Fahrzeuge gleichzeitig zu laden, in der Franz-Conrad-Straße sind es zwei. Wer es eilig hat, sollte dabei die Siemensstraße ansteuern. Dort steht eine Schnellladestation mit einer Leistung von 50 Kilowatt. Das reicht, um einen Auto-Akku je nach Modell innerhalb von 30 bis 60 Minuten zu befüllen. Die 22-KW-Anlage in der Franz-Conrad-Straße benötigt dafür drei bis vier Stunden. Die High-Speed-Technik schlägt mit 23 Cent pro Minute zu Buche, die langsamere Alternative mit 14,2 Cent. Hinzu kommen jeweils 50 Cent Startgebühr pro Ladevorgang. Dem gegenüber stehen Investitionen in Höhe von 35 000 beziehungsweise 14 500 Euro. Unterm Strich bleibt bei dieser Kalkulation bei den Stadtwerken nach eigenen Angaben kein Gewinn hängen. "Aber wir schreiben grüne Zahlen, weil es eine Investition in den Klimaschutz ist", meint Gernsbeck.

Allerdings hat diese Investition noch immer nicht den Umfang erreicht, wie vor mehr als einem Jahr angekündigt war. Denn der Standort auf dem Bahnhofsparkplatz an der Güterstraße ist nach wie vor nicht realisiert. Die Ladesäule liegt zwar bereit zur Installation, die Stadtverwaltung befindet sich laut Gernsbeck aber noch in Gesprächen mit der Deutschen Bahn, um die Eigentumsverhältnisse zu klären. Ziel sei es, die Station dort bis Mitte des Jahres in Betrieb zu nehmen.

Wie groß die Nachfrage nach dem Angebot überhaupt ist, wissen die Stadtwerke nicht genau. Nutzerzahlen seien bislang nicht erhoben worden, erklärt Gernsbeck. Angesichts der geringen Zulassungszahlen an Elektroautos sei die Zielgruppe aber überschaubar.

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