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Statt Narrensprung ein "kleiner, feiner Umzug"
Statt Narrensprung ein 'kleiner, feiner Umzug'
29.01.2019 - 06:37 Uhr
Ottersweier (jo) - 1998, 2003, 2009. Mit fast schöner Regelmäßigkeit richteten die Leimewängscht den Ortenauer Narrensprung aus - einen großen Umzug mit Tausenden von Mitwirkenden und Zuschauern in Ottersweier. In diesem Jahr feiert die Zunft ihr 66-jähriges Bestehen. Einen Anlass für solch ein Spektakel gäbe es somit wieder, doch die Zeiten haben sich gewandelt. Sicherheitsauflagen und finanzieller Aufwand seien inzwischen enorm gestiegen, erklärt Dieter Seifermann. "Das kann ich dem Verein als Finanzvorstand nicht mehr zumuten."



Seit 1993 Zunftmitglied, seit 1995 im Vorstand, spricht Seifermann aus Erfahrung. Zusammen mit Karina Liagourdis (Organisation) und Mona Stengele (Kommunikation) gehört er als Finanzverantwortlicher einem Dreigestirn an, das den Vorstand bildet. Dieter Kohlbrenner, Chef der Notequetscher Guggis, ergänzt, dass auch die Manpower für die Ausrichtung eines Narrensprungs fehle. 300 Freiwillige müssten es schon sein. "Die haben wir nicht." Der Verein zählt 120 Aktive, darunter 20 Kinder und Jugendliche.

Einen Umzug wird es zum "66-Jährigen" gleichwohl geben. Und zwar "klein, aber fein", wie Seifermann betont. Beim "Großen Fastnachtsumzug" am Schmutzigen Donnerstag, 28. Februar, wird sich um 14.46 Uhr ab Sonnenplatz alles in Bewegung setzen, was Ottersweier und Unzhurst in närrischer Hinsicht zu bieten haben. Außerdem rechnet man wieder mit einer Reihe auswärtiger Gäste. Gleich 25 Zünfte und Gruppen aus der Nachbarschaft hatten sich im vergangenen Jahr angeschlossen, mehrere davon ganz spontan. Die närrische Parade durch den Ort dauerte jedenfalls länger als erwartet.

Ottersweier ist auch bekannt für seine Saalveranstaltungen, für Originalität und Wortwitz. Am 21. November 1953 hatte sich der erste Elferrat gegründet, die Tradition lebt seither fort. So stehen beide "Große Kappensitzungen" am 16. und 23. Februar, jeweils 19.11 Uhr, ebenfalls im Zeichen des Jubiläums. Winfried Eckerle lässt zusammen mit drei Mitstreitern noch einmal die "Parade der Schwiegermütter", eine Erfolgsnummer der 60er Jahre, aufleben. Sitzungspräsident Linus Maier und Büttel Manfred Kist wollen über das Bierbrauen plaudern; Oli Albrecht lästert ab über die Brauerei. Seifermann kündigt Show- und Hästänze der Zunftmädels, Schierehexe, Guggis, Leimewängscht und eines Männerballetts an. Elfriede Friedmann strebt auch mit 91 noch in die Bütt, und ihr Waldemar poltert als der "Schwarze Pfaff". Auch die Femmes explosives sind gesetzt, die Burg-Windeck-Musikanten ebenso. Wie immer werden Gäste befreundeter Zünfte von Steinbach bis Renchen erwartet, darunter auch eine Garde.

Einen Vorgeschmack auf das närrische Treiben gibt es am 9. Februar, wenn sieben Gruppen der Zunft durchs Dorf "schlämpeln" und dabei in die Häuser gehen. Am Schmutzigen Donnerstag sind die Narren von 5.31 Uhr in der Früh bis zum abendlichen Hexensprung auf den Beinen. Sie besuchen Kindergärten, Lebenshilfe und Schulen, stürmen das Rathaus und stärken sich beim mittäglichen "Strauhleime"-Essen (zerstampfte Kartoffeln und Sauerkraut). Reine Frauensache ist das Rosinenkuchenessen am Freitag in der Zunftstubb, abends steigt die 19. Guggis-Night im Johanneszentrum mit Kapellen von Albstadt bis zum Hochrhein.

Die Kinderfastnacht am Samstag führt "quer durch den Dschungel". Am Fastnachtsdienstag geht's nach Besuch der Hub und Teilnahme am Acherner Umzug zum "Tanz- und Schlussrummel" in die Zunftstubb mit anschließendem Verbrennen der Schatulla.

Nach Geldbeutelwäsche und Fischessen am Aschermittwoch legen die Leimewängscht den Hebel wieder vo n Brauchtum auf Kultur um. Am 11. März beginnt der Vorverkauf für die neue Saison von Kleinkunst in der Zunftstubb.

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