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Streit um Bierpreis: Unschuld beteuert
Streit um Bierpreis: Unschuld beteuert
30.01.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (bgt) - Die Vorwürfe lasteten zwar schwer, aber keiner der vielen Zeugen beim ersten Verhandlungstermin hatte vermocht, den Angeklagten eindeutig als Täter zu identifizieren. Der Hauptbelastungszeuge, ein Gastwirt, war nicht erschienen, so dass Richter Hannes Schrägle am Bühler Amtsgericht sich veranlasst gesehen hatte, einen Fortsetzungstermin anzuberaumen.





Dieses Mal kam der Zeuge rechtzeitig und sagte entgegen allen anderen Aussagen ohne Umschweife aus: "Ja, was soll ich sagen, der junge Mann hat die Scheibe eingeschmissen".

Die Vorgeschichte war, dass der 31-jährige Angeklagte, schon erheblich angetrunken, sich beim Wirt beschwert hatte, dass ein Bier 1,50 Euro bei ihm kosten sollte. Der hatte ihm daraufhin barsch die Tür gewiesen, mit dem nicht sehr freundlichen Hinweis, er könne sich sein Bier ja an der Tankstelle holen, dort sei es billiger.

Der Angeklagte hatte dann das Lokal verlassen und soll - so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft - gleich darauf einen Stein durchs Fenster geworfen haben. Als der Wirt mit einem weiteren Gast nach draußen gestürmt war, habe es ein Handgemenge gegeben, in dessen Verlauf der Angeklagte ihnen jeweils einen Faustschlag versetzt haben soll, so dass er schließlich wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung angeklagt worden war.

"Ja, ich bin raus und wollte den Kerl zur Rede stellen, da hat er uns gleich angegriffen. Ich habe gesehen, wie er den Gast zu Boden gestoßen hat", beteuerte der Wirt. Dieser Zeuge hatte allerdings beim ersten Verhandlungstermin ausgesagt, dass er nur einen heftigen Schlag ins Gesicht verspürt habe, aber nicht erkennen konnte, wer es gewesen war.

"Hatten Sie an dem Abend getrunken?", wollte Richter Hannes Schrägle von dem Gastwirt wissen. "Nein", kam die Antwort, und das entlockte wiederum dem Angeklagten ein höhnisches Lächeln. Und als der Zeuge auf die Frage des Richters, ob er denn von seinem Platz aus hinter der Theke genau gesehen habe, dass der Angeklagte der Steinewerfer gewesen war, noch einmal genau das bestätigte, da war's mit der Geduld des jungen Mannes am Ende. "Da kann ich doch nur lachen. Er war mindestens genauso betrunken wie ich. Und von seinem Platz hinter der Theke konnte er mich überhaupt nicht sehen. Ich habe ihm auch weder einen Faustschlag versetzt, noch habe ich einen Stein durch Fenster geworfen", sagte der 31- Jährige.

Nach den Worten des Wirtes soll zu diesem Zeitpunkt sich niemand draußen vor der Tür aufgehalten haben, wohingegen der Angeklagte meinte, dass er dort nicht alleine gewesen sei.

Die Staatsanwaltschaft forderte sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung - der Angeklagte ist mehrmals einschlägig vorbestraft - und als Auflage eine Geldstrafe von 1 000 Euro. Auch der Richter übernahm dieses Strafmaß in seinem Urteil. Der 31-Jährige, der zunächst ohne Anwalt erschienen war, sah sich jetzt allerdings gezwungen, einen zu kontaktieren. Noch im Gerichtssaal kündigte er an, in Berufung gehen zu wollen.

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