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Mutter muss hinter Gitter
Mutter muss hinter Gitter
07.02.2019 - 06:53 Uhr
Bühl (bgt) - Die Angeklagte schwor Stein und Bein, dass sie der Überzeugung war, im Besitz eines rechtmäßigen Führerscheins gewesen zu sein. Allerdings war die Art und Weise, wie sie ihn erlangt haben wollte, recht abenteuerlich, wenn nicht dubios. Jedenfalls waren sowohl der Führerschein als auch ein polnisches Aufenthaltspapier eine Fälschung - wie sich bei einem Verkehrsunfall herausstellte. Nun stand die 39-jährige Hausfrau und Mutter vor dem Bühler Amtsgericht.

Richter Hannes Schrägle interessierte sich zunächst einmal dafür, warum die Angeklagte den Führerschein ausgerechnet in Polen habe machen wollen. "Weil es billiger war", erklärte sie und schilderte das Prozedere, das sie 2 000 Euro samt Aufenthalt in Polen gekostet habe. Sie habe in einer Art Pension über der Fahrschule von Januar bis Juni gewohnt und für die Prüfung gebüffelt. An die Adresse vermochte sie sich allerdings nicht mehr zu erinnern. Sie konnte auch keine Quittungen vorlegen, die ihren Aufenthalt dort hätten bestätigen können.

Auf die Frage der Staatsanwältin, ob sie denn nicht wenigstens irgendetwas aufgehoben habe, entgegnete die Angeklagte: "Heben Sie sämtliche Quittungen auf?" Zweifel an ihrem Aufenthalt in Warschau waren aufgekommen, als die Fahrschule sie nicht als Teilnehmerin an einer Fahrprüfung bestätigen konnte. Außerdem hatte just in der fraglichen Zeit ein Termin mit ihrer Bewährungshelferin stattgefunden. Das alles konnte sich die Angeklagte nicht erklären, und sie wiederholte gebetsmühlenartig, dass sie doch niemals Auto ohne gültigen Führerschein fahren würde.

Dass sowohl Richter als auch Staatsanwältin Zweifel an der Einlassung der Angeklagten hegten, lag auch an ihrem Vorstrafenregister. Allein acht Eintragungen im Bundeszentralregister wegen Betrugs standen da zu Buche. Auch die Aussage ihres Ex-Ehemannes, der sie während ihres Aufenthaltes in Warschau mit den beiden Kindern besucht haben will, vermochten zu ihrer Glaubwürdigkeit nur wenig beizutragen. Die Staatsanwältin sah bei der Angeklagten keine positive Sozialprognose und verlangte eine Freiheitsstrafe von vier Monaten ohne Bewährung. Der Verteidiger sah seine Mandantin mit sozial positiver Tendenz und verlangte Freispruch. Das erwartete wohl auch die Angeklagte: "Ich war mir nicht bewusst, dass es eine Fälschung war", lautete ihr Schlusswort. Doch auch der Richter war davon nicht überzeugt. Er urteilte im Sinne der Staatsanwaltschaft.

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