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Sechs Personen je Wohngruppe
20.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Joachim Eiermann

Bühl - Zumindest die Farben des einstigen TC Blau-Weiß sind weiter präsent. Wo früher Tennisbälle übers Netz gejagt wurden, hisst heute die Lebenshilfe ihr blau-weißes Banner. Der einst sportliche Nutzen wird durch einen sozialen abgelöst. Der Neubau einer Wohnstätte für 36 Menschen geht voraussichtlich am 1. Oktober in Betrieb.

Dann kehrt buntes Leben in die drei Flügel des ausladenden Gebäudekomplexes ein, den die "Franz und Margarete Striebel-Stiftung" (Obersasbach) errichtet. Die Lebenshilfe der Region Baden-Baden/ Bühl/Achern tritt als Mieterin auf. 36 Behinderte aus deren Steinbacher Wohnheim werden im Herbst ausziehen und in der Weststadt Einzelzimmer beziehen - gemäß der aktuellen Heimbauverordnung des Landes.

Gabriele Striebel (Stiftung) und Lebenshilfe-Geschäftsführer Harald Unser sind der Stadt Bühl rückblickend sehr dankbar, dass diese das 4 400-Quadratmeter-Grundstück zu einem Preis überlassen habe, "der uns dieses Projekt ermöglicht".

Die laufende Unterbringung der 36 geistig und meist auch körperlich gehandicapten Menschen wird durch die Kostenträger finanziert. Das Bauprojekt ist in den zwölf Monaten seit dem ersten Spatenstich weit fortgeschritten. Die Außenfassade ist bis auf Details fertig. Bauleiter Andreas Thoma vom Acherner Unternehmen Bold hofft, das Gerüst in Kürze demontieren und mit der Gestaltung der Außenanlage beginnen zu können. Im Innern ist der technische Ausbau fast durch. Jetzt stehen Fliesen und Malerarbeiten an.

Annette Burgert, die Leiterin der Lebenshilfe-Wohnstätten, stimmt glücklich, ohne Zeitdruck den Einzug vorbereiten zu können. Das Haus bis Oktober bezugsfertig zu machen, erfordere "eine unglaublich große Logistik". Gelte es doch bei der Zuteilung der Zimmer und Einrichtung der Gruppenräume viele individuelle Belange zu berücksichtigen. So seien viele Gespräche zu führen: mit den künftigen Bewohnern, Eltern oder gesetzlichen Betreuern und Kostenträgern.

Jeweils sechs Personen bilden eine Wohngruppe, derer gibt es sechs auf zwei Etagen. Zwei Personen teilen sich ein Bad. Es gibt kleinere und größere Nasszellen, letztere sind rollstuhlgerecht. Neben der zentralen Küche im Erdgeschoss hat jede Wohngruppe eine eigene Küche und einen Gemeinschaftsraum: "Das muss man sich wie in einer großen Familie vorstellen", erläutert Harald Unser. "Uns ist wichtig, dass für die Bewohner alles vorhanden ist, was sie zum Leben brauchen", unterstreicht Gabriele Striebel.

Die Vorfreude sei groß, weiß Annette Burgert zu berichten. Immer wieder schauen Gruppen auf der Baustelle vorbei. So auch heute wieder: Die Nachbarn von der Weststadtschule haben zum Tag der offenen Tür eingeladen. Das Miteinander von Schule und Lebenshilfe soll sich künftig auch in einem gemeinsamen Grillplatz niederschlagen, mit direktem Zugang von beiden Seiten, kündigt Unser an.

Die Bewohner haben "genaue Vorstellungen", wie ihr Außenbereich aussehen soll, schildert Burgert. Mit Sitzplatz, Hochbeet und Kräuterspirale soll der Garten sommers als großes "Wohnzimmer" dienen. Zu dessen "Möblierung" ist am 9. Juli ein Aktionstag terminiert, bei dem 80 freiwillige Helfer von Sparkasse, Max-Grundig-Klinik und Glaxo Smith-Kline mit Unterstützung der Firma Bold anpacken. Sie werden Wege pflastern und Zäune errichten. Doch wirklich abgrenzen will man sich natürlich nicht. "Teilhabe ist ein Grundpfeiler der Lebenshilfe", unterstreicht die Wohnstättenleiterin.

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