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Unter jeder Taste eine Magnetspule
Unter jeder Taste eine Magnetspule
22.02.2019 - 06:20 Uhr
Schwarzwaldhochstraße (mf) - Der Pianist Joja Wendt ist schon oft in Bühl aufgetreten, er hat eine treue Fangemeinde in der Region. Im vergangenen Sommer war er erstmals bei den "Hochkultur"-Tagen im Park der Max-Grundig-Klinik zu Gast. Als Steinway-Artist stellte er bei der sommerlichen Matinee den neu entwickelten Super-Flügel Spirio aus dem renommierten Hause Steinway & Sons vor. Jetzt war er erneut in der Max-Grundig-Klinik zu Gast und spielte im Atrium einen kleinen Auszug aus seinem Programm.

Eingeladen zu diesem Konzert hatte die Klinik gemeinsam mit dem Offenburger Klavierhaus Labiancca. Die Zusammenarbeit ist vielfältig. Zum einen steht im Atrium ein Flügel, an dem die Hausgäste schon bei vielen Konzerten unterhalten wurden. Auch im Rahmen der Bühler Jazztivals wurde hier gespielt. Zum anderen ist das Familienunternehmen Labianca Kooperationspartner beim Festival "Hochkultur", das als Gemeinschaftsprojekt mit der Musikschule Bühl und der Lebenshilfe Baden-Baden/Bühl/Achern stets viele Besucher in den stimmungsvollen Klinikpark lockt.

Joja Wendt ist ein hochvirtuoser und vielfältiger Pianist. Von Klassik bis Boogie-Woogie beherrscht er alle Stilrichtungen der Klaviermusik. Er spielt nie Originalversionen, sondern stellt immer bearbeitete und kreativ arrangierte Versionen vor. In seinen gut gelaunten, witzigen Moderationen preist er gerne seine artistischen Fertigkeiten. Natürlich augenzwinkernd, was den Charmeur aus Hamburg sehr sympathisch macht.

So kündigte er dem gespannten Publikum im Atrium an, ein berühmtes Konzert aus der New Yorker Carnegie Hall für drei Pianisten alleine zu spielen: "Eine Sensation! Das hat es noch nie gegeben, hier, auf der Bühlerhöhe, an einem Mittwochabend." Was nur bedingt stimmte, dann das hatte es an diesem hoch gelegenen Ort sehr wohl schon einmal gegeben, allerdings an einem Sonntagmorgen, bei der Matinee. Die Gag-Wiederholung verzieh man ihm gerne, denn wie er bei diesem Boogie furios mit rhythmischer Präzision über die Tasten fegte, war einfach atemberaubend. Wie immer bei Wendt-Konzerten, konnten die Gäste seine stupende Technik auch an Bildschirmen bewundern.

Außerdem gab es Piano-Kunst weiterer, selbst verstorbener Größen zu hören: Duke Ellington etwa mit "Satin Doll", der große Vladimir Horowitz mit hochemotionaler Schumann-Träumerei und die chinesische Pianistin Yuja Wang mit wahrer Präzisionsarbeit am Flügel. Die Aufführung dieser musikalischen Kostbarkeiten ermöglichte das technische Innenleben des Wunderwerks Spirio, verfügt der Flügel doch über ein eingebautes Selbstspielsystem.

Hans Schalkowski aus Hamburg zeigte, wie er per iPad aus einer Bibliothek die Weltstars auswählt. Anhand digitalisierter Videos wurden die Spielweisen rekonstruiert, die Stücke neu eingespielt und abgespeichert. Technisch funktioniert das Ganze so, dass unter jeder Taste eine Magnetspule eingebaut ist. Eine Software misst die Hammergeschwindigkeit in 1020 Dynamikstufen bei einer Geschwindigkeit von 800 Signalen pro Sekunde. Auf diese Weise kann der Flügel den ganzen Nuancenreichtum eines Künstlers abbilden und wiedergeben.

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