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Humorgetränkt, pointensatt und politisch hellwach
25.02.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (wv) - Die Doppel-Premiere im 193. Jahr des Bestehens der Narrhalla 1826 Bühl e-Punkt V-Punkt ist gelungen: Das Publikum erlebte am Samstag im voll besetzten Bürgerhaus Neuer Markt eine humorgetränkte, pointensatte, kommunal- bis weltpolitisch hellwache Kappensitzung, in der Michael Vetter als neuer Sitzungspräsident und die neue Narrhalla-Garde jede Menge Sympathiepunkte sammelten und Applausstürme ernteten.

Vetter zitierte das Kampagnen-Motto, wandte sich ans Publikum mit der Aufforderung: "Lehnt euch zurück und seid alle froh - der Narrhalla-Kappensitzungsabend, jetz' isch'r do!" Er moderierte charmant und amüsant, hatte für alle Akteure Lob in petto und animierte das Volk zu donnernden Dreifach-Helaus in Serie. Die Tanzgruppe der "Bühler Hexen", trainiert von Miriam Armbruster und Melanie Imse, begeisterte mit flotten Tänzen, von strauß-wienerischem Brauchtum 1.0 bis poppigem Brauchtum 4.0. Bühler Hästräger gruppierten sich zum bunten Bild. Geleitet von Klaus-Dieter Knopf, steuerte der Fanfarenzug "Windeck" Bühl den schmetternden Prolog bei. Zündende Musik lieferte die von Rolf Hille dirigierte Stadtkapelle Bühl den ganzen Abend über.

Maximilian Vetter, obercoole 15 Jahre jung, karikierte weihnachtliche Beleuchtungsorgien: "Ums Haus werr'n irre Lichter installiert. Der Wettkampf mit den Nachbarn eskaliert." Geistreich durchleuchtete "Narrendaddel" Oliver Striebel alle Politikebenen. Er reimte zum Narrenbrunnen: "Kurz vor dem Wahljahr will der OB die Narren milde stimmen. Es ist wie früher: Ablasshandel oder Tieropfer bringen!"

Riesenbeifall erntete die für die Zunft epochale Narrhalla-Garde, bestehend aus Anna Lena Lienhard, Caja Peters, Judith Veith, Jule Ulrich, Kathi Striebel, Lucy Neidinger, Emely Le Duke und Kim Simon; Giada Kiefer konnte, da erkrankt, nicht mittanzen. Trainiert von Evelin Autenrieth, warfen die Mädels nicht nur beim Gardetanz gelenkig die Schenkele hoch, sondern mimten auch im Showtanz eine Feuerwehr-Frauschaft mit Feuer.

Als "Zeitgeist" ging Stefan Kumm auch dem US-Ungeist auf den Grund: "Irgendwann kommt's raus: Der Trump war ein Schauspieler und das Ganze nur ein Marketing-Gag von Coca-Cola!" Das Gezänk ums "Windecker Reiterlein" spießte "Ritter Reinhard" Ralph Christ köstlich auf. Er forderte mit Rätselreimen über "den Herrn, der Burg nicht fern" und "Die Gurk' von der Burg" das Denkvermögen des Volks stark, aber erfolgreich heraus. "Marianne" Lothar Bäuerle als "Bühler Quetsch" und "Michael" Bernd Bross als "Hubsis Edelzwicker" sangen Loblieder auf OB Schnurr, weil von diesem als Werbeträger für den Wahlkampf angeheuert: "Er macht für Bühl fast alles, was ihm g'rad so g'fallt!" Sie gaben aber zu bedenken: "Eine OB-Wahl, die ist fad', gibt es nur einen Kandidat."

Mit Hendrik Berger als Vortrompeter ließ es die "Bühler Hexemusi" - von Humba Täterä bis Mamma Mia - stimmungsanheizend krachen. Auf eine espritreiche Tour nahm Michael Vetter als "Nepomuk von d'r Bühlotbruck'" das Publikum mit. Er empfahl das Entfernen der Stühle im KSC-Stadion als Beispiel für: "Also, Hundseck-Fans, auf zur Sache, nemme mit, was'ner welle, um aus der Hundseck Kleinholz zu mache!" Die von Christina Dekrell und Steffi Drechsler geschulte "Fliedergarde" der Mühlburger Carnevals-Gesellschaft erntete mit superklassigem Gardetanz Beifallsjubel.

Rauschende Pointen-Fontänen ließ "der Hausmeister von St. Peter und Paul" Wolf-Dieter Geißler aufsteigen. Er lobte: "Der Narrenbrunnen passt gut zu dem im Stadtgarten - do lauft au kei Wasser." Mit Klaus Hofsäss als neuem musikalischem Leiter gestalteten "Los Narrhalleros", der Chor des Narrenräte, ein stimmgewaltiges Finale. Sie beklagten das Abnehmen traditioneller Gastronomie mit dem Fazit: "Doch zum Schluss hilft uns nur der Beschluss, dass jeder täglich in die Wirtschaft geh'n muss!"

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