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Lichter am Himmel lösen Ufo-Alarm aus
28.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Stefan Bruder

Achern/Bühl - Es schwebte am frühen Abend über der Tankstelle, war dreieckig und blinkte in Rot und Weiß - so sah laut "Ufo-Forschern" aus Lüdenscheid ein unidentifizierbares fliegendes Objekt in Fautenbach aus. Dann ging ein Notruf bei der Polizei ein. Eine Aufarbeitung einer mysteriösen Meldung in närrischen Tagen.

E.T. lebt - wer's nicht glaubt, muss nach Fautenbach kommen. Hier sichteten am Dienstag vergangener Woche zwei Personen aus Bühl während ihrer Fahrt auf der Bundesstraße einen dreieckigen Flugkörper, der etwa 50 Meter über der Tankstelle geräuschlos zu schweben schien. In den Ecken des Ufo befanden sich jeweils ein großes, nicht blendendes weißes und in der Mitte ein ebenso großes rotes Licht. Zwei der weißen Lichter blinkten abwechselnd.

So jedenfalls vermeldet es die "Gesellschaft zur Erforschung des Ufo-Phänomens" (GEP) in Lüdenscheid - die gibt's tatsächlich - unter Berufung auf die beiden Zeugen. Diese hielten an einer Bushaltestelle an und wollen wenig später beobachtet haben, wie sich das fliegende Ding in südlicher Richtung aus dem Staub machte. Sie wollen es sogar bis Önsbach verfolgt haben, mussten dort aber ihre Suche abbrechen, da es aufgrund seiner "höheren Geschwindigkeit" nicht mehr zu sehen war.

"Unmittelbar nach dem Ereignis verständigten die Zeugen über den Notruf die Polizei, deren Beamter den Fall sachlich entgegennahm", heißt es in einer Pressemitteilung der selbst ernannten Ufo-Forscher. Darin werden eventuell weitere Augenzeugen um Hinweise gebeten.

Dass der Zwischenfall tatsächlich den Ordnungshütern gemeldet wurde, bestätigt die Pressestelle der Polizei in Offenburg. "Beamte des Polizeireviers Achern/Oberkirch sind anschließend ausgerückt und haben den Bereich überprüft, konnten jedoch nichts Verdächtiges feststellen", sagt Yannik Hilger vom Polizeipräsidium Offenburg. Der Anruf ging am 19. Februar um 18.53 Uhr ein. Es blieb der einzige dieser Art. Dass die Ordnungshüter dem Vorfall, zumindest pressetechnisch gesehen, nicht die höchste Priorität einräumten, zeigt sich daran, dass sie die Meldung selbst nicht öffentlich machten.

Dennoch: "In unserem Berufsfeld ist es von äußerster Wichtigkeit, jede noch so kuriose Meldung sachlich zu überprüfen und im Notfall immer von einem ernsten Sachverhalt auszugehen", antwortet Hilger auf die Frage, wie ernst die Polizei derartige Anrufe nehme. In diesem Fall sei es lediglich um die Überprüfung eines unbekannten Flugobjektes gegangen, von einer konkreten Gefahr für die öffentliche Sicherheit sei nicht auszugehen gewesen. "Die Überprüfung wurde von den Ermittlern unmittelbar eingeleitet - jedoch ohne konkrete Ergebnisse", heißt es.

Und was sagen die Lüdenscheider Ufo-Forscher? Ziel des gemeinnützigen Vereins, so dessen Leiter Hans-Werner Peiniger, ist es, derartige Ereignisse möglichst genau zu dokumentieren, weitere Augenzeugen zu finden und natürlich auch Maßnahmen einzuleiten, die zu einer Identifizierung des beobachteten Flugkörpers führen könnten. Auch bei den Ufo-Forschern gingen bislang keine weitere Meldungen zu der Fautenbacher Ufo-Sichtung ein. Dass den Zeugen der Flugkörper "recht groß" erschien - der GEP-Vorsitzende schreibt von "mindestens mehrere Meter im Durchmesser" - macht die Einordnung nicht gerade einfacher. Eine genauere Einschätzung hätten die beiden Personen nicht geben können, da die Entfernung und Größe von unbekannten Objekten schwer einzuschätzen sei.

Die Möglichkeit, dass es ein Quadro- oder Multicopter, also eine mit vier oder mehr Rotoren betriebene Drohne gewesen sein könnte, ziehen natürlich auch die extraterrestrialen Spürnasen aus dem Sauerland in Betracht. Immerhin seien Drohnen mittlerweile sehr stark verbreitet, würden auch gern nachts gestartet und mitunter neben der normalen Beleuchtung auch mit LED-Leuchteffekten ausgestattet. Schon aus geringer Entfernung würden Zeugen keine Geräusche mehr wahrnehmen, und sie unterschätzten so die Entfernung zu einer Drohne - und damit auch deren Größe, so ein Erklärungsversuch.

"Im vorliegenden Fall erscheint mir eine herkömmliche Drohne nicht sehr wahrscheinlich, weil die Zeugen den Flugkörper bis fast nach Önsbach verfolgten und er dann außer Sicht geriet", meint Peiniger, bei dem im Jahr zwischen 150 und 250 derartige Meldungen eingehen sollen. Die meisten, die für eine Bearbeitung geeignet seien, ließen sich auf herkömmliche Erscheinungen wie astronomische Objekte, Ballons oder Fluggeräte zurückführen. Mittlerweile gebe es auch größere, dreieckige Drohnen, die jedoch nur im militärischen Bereich oder in der Entwicklung eingesetzt würden. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man eine solche in Deutschland noch nicht im Regeleinsatz befindliche militärische Drohne über bewohntem Gebiet testet." Für etwa fünf Prozent der eingegangenen Fälle bei der GEP finde sich keine Erklärung.

Dass in Fautenbach eine Drohne gesichtet wurde, hält die Polizei für wahrscheinlich, "abschließend klären können wir das aber nicht", sagt Hilger. Klar ist aber: War es eine Drohne, wäre je nach Bauart und überflogenem Gebiet eine Genehmigung notwendig gewesen. Bei Verstößen gegen die Vorgaben der Luftverkehrsordnung beziehungsweise des -gesetzes liegt eine Ordnungswidrigkeit und gegebenenfalls sogar eine Straftat vor, die "empfindliche Bußgelder" nach sich ziehen. Da kann jeder ertappte Hobby-Drohnenpilot durchaus mal grün im Gesicht werden.

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