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Sanierung mit vielen Fragezeichen
28.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Joachim Eiermann

Bühl - Die Kreisstraße 3749 wirkt geradezu prädestiniert als Teststrecke für Stoßdämpfer. Als äußerst holprig gestaltet sich die Fahrt hoch zur Burg Windeck - egal, aus welcher Richtung sie angefahren wird. Vier Jahre, nachdem sich die Kreisräte bei einer sogenannten Kreisstraßenbereisung per Bus hatten kräftig durchschütteln lassen, ist noch immer nichts passiert. Die Sanierung der maroden Piste lässt weiter auf sich warten. Frühester Zeitpunkt für einen Beginn ist nun 2020.

Dabei geht es keineswegs um eine Verbreiterung der Straße, mit der Gefahr einer Rennpiste, sondern lediglich um eine Fahrbahn-Erneuerung im vorhandenen Bestand. Thomas Marx, Leiter des Straßenbauamts Rastatt, verweist darauf, dass die Sanierung nicht allein Sache des Landkreises sei, sondern auch die Stadt Bühl und die Gemeinde Ottersweier bei der Ausgestaltung, was Entwässerung und Gehwege betrifft, mitreden und beteiligt sind.

Ein kurzes Stück der K3749, abzweigend von der Neusatzer Straße (L83a) bei der Hub, verläuft durch den Ottersweierer Ortsteil Hard (siehe "Zum Thema"). Hinter dem Ortsschild, auf Bühler Gemarkung, wird daraus die Obere Windeckstraße, die Ortsdurchfahrt von Waldmatt.

Und weil diese "relativ beengt" sei, berichtet Marx von jüngsten Überlegungen einer Einbahnverkehrsregelung auf etwa 450 Meter Strecke. So werde untersucht, ob die parallel verlaufende Panoramastraße, die unterhalb der Oberen Windeckstraße verläuft, als Gegenstück herangezogen werden könne. Im Klartext: Der Verkehr in Richtung Burg würde nach rechts in die Panoramastraße (in ein Wohngebiet) geleitet, der Verkehr talwärts verbliebe auf der Oberen Windeckstraße. Im nächsten Monat erhofft sich Marx eine inhaltliche Aussage zu einer Aufsplittung des Verkehrs.

Dazu wird es aber wohl nicht kommen. Auf Nachfrage im Bühler Rathaus berichtet Pressesprecher Matthias Buschert, dass OB Hubert Schnurr die Idee einer Einbahnstraßenregelung "nicht weiter verfolgen" möchte. Marx zufolge habe die Überlegung jedoch ihren Ursprung bei der Stadt Bühl.

Alternativ kann sich der Straßenbauamtschef vorstellen, am schmalen Teil der Oberen Windeckstraße zwei Ausweichbuchten zu schaffen. Dann sollte auch die Begegnung mit einem Bus kein Problem mehr darstellen, wenn bei einem Auf-Sicht-Fahren ein Passieren ohne Rangieren ermöglicht werde. Nachteil: Die Buchten anzulegen, bedarf eines größeres Eingriffs in die angrenzenden Steillagen. Zudem sei ein Grunderwerb erforderlich, so Marx.

Gezielte Ausweichstellen hält jetzt auch die Stadt für eine "naheliegende Lösung". Ob sie aber auch "die beste Lösung für die Sicherheit und Leichtigkeit aller Verkehrsteilnehmer ist", müsse sich zeigen. Pressesprecher Buschert ließ wissen: "Wir warten zunächst die Machbarkeitsstudie ab."

Thomas Marx will bis spätestens Ende dieses Jahres eine fertige Ausführungsplanung für eine Sanierung der K3749 auf dem Tisch zu haben. "Dann könnten wir die Arbeiten im nächsten Jahr ausschreiben und vielleicht noch mit dem Straßenbau beginnen." Er versichert: "Wir haben das Thema in vorderster Front in der Pipeline."

Holperpiste führt



durch Riegel

Die etwa ein Kilometer lange Straßenertüchtigung zwischen Hub und Waldmatt ist aber nur die eine Seite. Die anderen liegt in Kappelwindeck, genauer gesagt in dessen oberem Ortsteil Riegel. In diesem Bereich wird die K3749 als Kappelwindeckstraße geführt. Auch deren Fahrbahn-Erneuerung wird seit Jahren immer wieder gefordert.

Das Straßenbauamt hat dabei den langen Abschnitt zwischen der Einmündung des Riegelhofwegs und der Abzweigung zur Burgruine im Fokus. "Diese zwei Kilometer haben es in sich", erklärt Marx. Über den reinen Straßenbau hinaus sei auch die Entwässerung tangiert. Zudem werde wohl erforderlich, die eine oder andere Stützmauer zu errichten. Das bedeutet: Auch in diesem Fall besteht erheblicher Abstimmungsbedarf mit Bühl.

Aufgrund des großen Umfangs sei vorgesehen, das gesamte Vorhaben auf vier Bauabschnitte zu verteilen. "Mit diesem Projekt sind wir bestimmt drei bis vier Jahre beschäftigt", schwant Marx. Die einzelnen Schritte will er sukzessive in Absprache mit der Bühler Verwaltung abarbeiten.

Klar sei aber auch: "Wir können nicht auf zwei Seiten anfangen." Angesichts der beengten Verhältnisse sei davon auszugehen, dass die jeweiligen Baustellen sich nur unter Vollsperrung betreiben lassen. Eine Zufahrt zum beliebten Ausflugsziel Burg Windeck, entweder von Bühl oder von Ottersweier her, müsse stets gewährleistetleistet sein.

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