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Das Reiterlein
02.03.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (sie) - Die Stadt muss das Windecker Reiterlein nicht herausgeben. Das Amtsgericht Bühl wies gestern eine entsprechende Klage der ehemaligen Eigentümerin der Burg Windeck ab. Das letzte Wort in der Sache dürfte damit aber noch nicht gesprochen sein.



Wie berichtet, hatte Evelyne Siedle-Bank die Tonfigur, die aus dem 14. oder 15. Jahrhundert stammt, sowie vier Steine und Säulenfragmente der Stadt vor elf Jahren als Leihgabe überlassen. Bis April 2018 waren sie Teil der Dauerausstellung des Stadtmuseums. Mit Beginn des Rechtsstreits wurden sie dort entnommen und lagern seitdem im Magazin des Stadtgeschichtlichen Instituts in Neusatz.

Nun forderte Siedle-Bank die Gegenstände zurück. Bei einem Gütetermin vor dem Amtsgericht im Februar konnten sich beide Seiten nicht einigen, so dass Richterin Alexandra Schneider ein Urteil sprechen musste. Dieses fiel ganz im Sinne der Stadt aus. Bei dem Termin im Februar hatte Schneider erläutert, worin aus ihrer Sicht der Knackpunkt besteht: nämlich in der Frage, ob Reiterlein und Steine als Zubehör der Burg gelten. Dann wären sie gemeinsam mit der Burg im vergangenen Jahr an deren neuen Besitzer Erwin Junker übergangen. Junker hatte angekündigt, die Gegenstände in diesem Fall der Stadt weiterhin als Leihgabe überlassen zu wollen. Vertreten durch seine Anwälte nahm der Unternehmer an dem Zivilprozess als sogenannter Streitverkünder teil.

Schneider betonte in ihrer Urteilsbegründung: "Der Streitverkünder ist Eigentümer der Gegenstände geworden." Sie wertete also Reiterlein und Steine als Burgzubehör. Eine Sichtweise, die Oberbürgermeister Hubert Schnurr freut: "Das ist natürlich sehr positiv für uns." Allerdings drückt das Stadtoberhaupt auch auf die Euphoriebremse: "Wir warten jetzt erst einmal auf die schriftliche Urteilsbegründung und müssen dann sehen, wie die Gegenseite reagiert."

Beide Parteien hatten beim Gütetermin bereits angedeutet, im Fall einer Niederlage in die nächste Instanz gehen zu wollen. Dann käme die Sache vor dem Landgericht Baden-Baden erneut zur Verhandlung.

Solange das Urteil nicht rechtskräftig ist, bleibt das Reiterlein den öffentlichen Blicken weiter verborgen: "Wir lassen die Gegenstände vorerst im Stadtgeschichtlichen Institut", sagt OB Schnurr.

Der von der Stadt beauftragte Rechtsanwalt Frank Wolz hatte beim Gütetermin erläutert, weshalb die Figur aus der Ausstellung im Stadtmuseum entnommen wurde: "Falls sie dort beschädigt wird, könnte das zu Regressansprüchen führen." Sollte der Fall auch vor dem Landgericht kein Ende finden und ein weiterer Gang durch die Instanzen folgen, könnte es allerdings noch sehr lange dauern, bis das Reiterlein wieder im Museum zu sehen sein wird.

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