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Die Eisentäler sind alle reich
02.03.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (jure) - Für "Neuwierer" und "Altschwierer" war die "Eisedäler Turnerfasenacht" am Donnerstagabend ein "Bildungsprogramm", für die Einheimischen war es ganz nach ihrem Lebens- und Fastnachtsmotto "Närrisch sei und lache - des Beschde draus mache". Zu diesem Fazit kam Vorsitzender Christian Kirschner, der sich freute, wieder eine große Programmpalette von Tanz über Guggenmusik und wortspitzen Büttenreden bis hin zu tratschenden Kultfiguren präsentieren zu können.

Im Visier hatten die Narren nicht allein die Nachbarvölker, sondern auch die kleine und große Politik sowie die Menschheitsfrage nach dem Unterschied zwischen Mann und Frau. "Männer sin einfach onersch", zu diesem Schluss kamen die Mittwochsfrauen (Heidi Graf, Ulrike Brommer, Martina Höll, Gerlinde Huber und Silvia Braun) immer wieder. Die Fünf hatten sich am Bühler Bahnhof getroffen, um gemeinsam eine Kur unter dem Motto "Morgens Fango, abends Tango" anzutreten. Doch fast jeder Zug rauschte an ihnen vorbei und sorgte für flatternde Röcke. Apropos Röcke - diese gerieten beim Hexentanz ums Feuer kräftig in Wallung. Die Schartenberghexen, trainiert von Lisa Käfer und Nadine Meier, interpretierten als Zugabe die Geschichte vom braven Rotkäppchen und dem bösen Wolf völlig neu.

Für Stimmung hatte gleich zu Beginn der vierstündigen Sitzung in der Schartenberghalle die Hexenmusik gesorgt. Benjamin Lusch entlockte seiner Gruppe zahlreiche Gassenhauer und Stimmungskracher zum Mitschunkeln. Ohrwürmer und Schlager bestimmten auch das Repertoire von Hubers Partyband, die zwischen den Beiträgen für flotte Tanzrunden sorgten.

Für grandiose Tanzaufführungen ist die Gruppe "Wild Bunch" von Tanja Schmelzle und Silke Volz bekannt. Als Freiheitsstatuen bekleidet, tanzten sie eine Hommage an New York. "Swish, Swish" lautete der mitreißende Tanz der zweiten Gruppe "Diversity" von Denise Welzel.

"In der Politik geht's monchmol zu wie im Kuhstall, Rindviecher, große und kleine, gibt's einfach überall. Ma konn's drehe und wende, egal wie s'ischt, am Ende schtinkt do doch nur der Mischt", klärte Georg Feuerer die Besucher über die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Politik auf. Zwei aufgeblasene Kühe sowie eine "Altschwiererin" und ein "Eisedäler" genügtem ihm, um zu demonstrieren, wie die einzelnen Parteien sich Gerechtigkeit vorstellen.

Wolfgang Müller klagte darüber, dass die "F"-Taste der Schreibmaschine hängt. Computer-Nerd Mike Spar suchte nach dem Akku und konnte das Ding nicht hochfahren. Nachhilfeunterricht anderer Art gaben die Schulmeisterinnen Silvia und Hannah Braun dem närrischen Publikum mit einem Crashkurs für Badisch - auf der Basis englischen Vokabulars. Beispiel: "Bib a less gas" wurde so zum "Bibeleskäs".

Mit Slang und Witz des Entertainers Rudi Carrell trat Heribert Scherer auf. Auch bei ihm war das Publikum gefordert, denn Scherer überraschte beim Reimefinden immer wieder mit anderen Pointen. Angesichts von Dorv-Zentrum und drei Wirtschaften befand er: "Sind wir nicht reich?".

Maria (Manfred Braun) und Theres (Jürgen Brommer) sind Kultfiguren der Eisentäler Fastnacht und befanden: "Friehjer war alles besser". Da konnte noch mit einer alten Damenunterhose "des gonze Fahrrad geputzt werre". Beim Blick ins Publikum stellten sie fest: "Des sind die gliche G'sichter wie letztes Johr, nur mit mehr Falten und mehr Gewicht."

Die harten Männer des TVE gaben sich "Carmen" hin. Als Frösche quakten und sch metterten sie die Oper in ihrer eigenen Version. Mit Witz und Charme führte Wolfgang Forcher durchs Programm.

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