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Vom Schlachtbeil bis hin zur eingekochten Rinder-Consommé
Vom Schlachtbeil bis hin zur eingekochten Rinder-Consommé
09.03.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (urs) - Freitag, 11 Uhr: Im "Lamm" in Kappelwindeck geben sich die Besucher noch einmal die Klinke in die Hand. Dabei ist das Lokal von Ludwig Bechter seit dem 25. Februar geschlossen. Die Gäste kommen aber auch nicht wegen geschmortem Rehschäufele oder hausgemachten Hummerravioli - sie sind auf Schnäppchenjagd.

Hunderte Flohmarkartikel reihen sich auf Tischen im Jugendstilsaal und im vorderen Gastraum aneinander. Von der selbst eingekochten Rinder-Consommé bis hin zu Suppenterrinen, Champagnerkübeln, Zuckerdöschen, Blumenvasen und Kristallleuchtern ist alles dabei. Selbst ein antikes Hasenschlachtbeil ist darunter zu finden.

Vor allem fällt das funkelnde und glänzende Silber ins Auge, so als hätten Ludwig Bechter und seine Lebensgefährtin Elfriede Deiss alles tagelang poliert. "Das haben wir auch", sagt der Gastronom und lacht. Für den Aufbau haben sie allein zwei Tage benötigt. Vor knapp zwei Wochen hatte Bechter sein Restaurant geschlossen, das er gemeinsam mit Elfriede Deiss seit 2005 betrieb. Der Personalmangel in der Gastronomie hatte ihm schon lang das Leben schwer gemacht. Die Kündigung seines Kochs war schließlich der entscheidende Auslöser, den Pachtvertrag aufzuheben. "Der Koch, den ich selbst ausgebildet habe und mit dem ich seit zwölf Jahren zusammenarbeite, ist nicht zu ersetzen", erzählt Bechter, während die Besucher im Gastraum stöbern. Nach und nach verlässt ein wunderschönes Sammlerstück nach dem anderen das Restaurant.

Viele Jahre lang hatte Bechter die Einzelteile auf Flohmärkten zusammengetragen. Blutet dem Gastronom bei diesem Anblick nicht das Herz? "Nein", meint Bechter fröhlich und ergänzt: "Ich bin nicht so emotional." In den vergangenen Wochen seien er und seine Lebensgefährtin außerdem kaum zum Nachdenken gekommen. "Seit in der Presse zu lesen war, dass wir unser Haus schließen, hatten wir jeden Tag volles Haus - zwischen 60 und 70 Personen", erzählt er. Da blieb kaum Zeit zum Luftholen.

Wie es für den 58-Jährigen weitergeht, steht in den Sternen. Sicher ist nur: "Eine Selbstständigkeit schließe ich aus", betont Bechter bestimmt. Ihm schwebe eher eine Anstellung in der Gastronomie oder Hotellerie vor. "Auf jeden Fall möchte ich in Zukunft am Tag keine zwölf bis 14 Stunden mehr arbeiten", sagt der ehemalige Sternekoch.

Übers Knie brechen möchte Bechter die Entscheidung nicht. "Aus der Hüfte zu schießen, bringt nichts", meint der Koch aus Leidenschaft, der einst bei keinem geringeren als bei Eckhard Witzigmann in München sein Handwerk gelernt hat.

Jetzt konzentriert er sich erst einmal auf die weiteren Flohmarkttermine. Schnäppchenjäger können noch heute und morgen sowie am 15., 16. und 17. März, jeweils von 11 bis 17 Uhr, darauf hoffen, ein Liebhaberstück im "Lamm" zu ergattern.

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