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Viel Gefühl
Viel Gefühl
11.03.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (urs) - Stimmen? Erstklassig. Choreografie? Einfallsreich. Bühnenshow? Perfekt. "The 12 Tenors" rissen die Besucher im Bürgerhaus Neuer Markt vom Hocker. Die Tenöre boten geschmetterte Arien, die heiß und kalt den Rücken herunterliefen, großartige Gefühle, rührselige Liebe und gefühlsbetonte Musik.

Doch die Künstler präsentierten noch mehr: Sie tanzten, sangen und begeisterten. "Beste Unterhaltung" hatte der "Moderator" zu Beginn des Konzerts versprochen. Diese haben sie auch geliefert, ohne Wenn und Aber.

Die Bühne ist in violettes Licht getaucht, im Hintergrund ist schemenhaft die dreiköpfige Band zu erkennen. Im Vordergrund: die zwölf Tenöre in korrekt sitzenden, klassischen schwarzen Anzügen. Nach vielen Songs wie "My Way" (Frank Sinatra) oder "Perhaps Love" (John Denver) tritt eine anhaltende Stille ein. Dann: begeisterter Applaus des Bühler Publikums. Beifall, der an diesem Abend der "Best of Tour" nicht enden will. Nicht zum ersten Mal waren die Tenöre, die aus den unterschiedlichsten Nationen zusammengewürfelt sind, in der Zwetschgenstadt zu Gast. Doch was an der Show beim vergangenen Besuch ein wenig konstruiert und inszeniert wirkte, war wie weggefegt. Die jungen Sänger zeigten enormen Spaß an der Darbietung, ihre gelebte Manpower wirkte kraftvoll, authentisch und mitreißend. Ein kleines Wunder, wenn man auf den Tourplan der Tenöre schaut: Nahezu jeden Abend stehen sie in einer anderen Stadt auf der Bühne.

Wer ausschließlich klassische Themen, Opernarien und dergleichen erwartet hatte, musste überrascht konstatieren, dass das Spektrum der zwölf Tenöre um ein vielfaches größer ist. Neben klassischen Arien wie "Nessun Dorma" gehörten Ohrwürmer wie die Pop-Hymne "Music was my first love" oder der "Kleine grüne Kaktus" zum Repertoire. Problemlos standen auch Titel von John Lennon und Klassiker wie "Dein ist mein ganzes Herz" nebeneinander.

Tolle Stimmen haben sie, und optisch machen sie auch was her - das war schon nach den ersten Minuten ihrer Vorstellung klar. So verbinden sie gekonnt moderne Einflüsse mit klassisch-zeitlosem Charme. Ihre Interpretationen von Leonard Cohens "Hallelujah", Queens "Bohemian Rhapsody" oder ihre Tribute an die Beatles sowie den King of Pop waren einfach mitreisend. Der Rolle des Spaßmachers in der Truppe hatte sich Alexander Herzog verschrieben. Der schwergewichtige Nürnberger, der auch gesanglich einer der herausragenden Tenöre ist, kann wie ein Kugelblitz über die Bühne schießen und im Anschluss tänzerisch die Hüften (und den Bauch) wackeln lassen. Ein echter Entertainer eben. Humor kam in der witzig moderierten Vorstellung ohnehin nicht zu kurz. "Bühl, wie gefällt Ihnen die Show?", rief Herzog lautstark ins Publikum und forderte immer wieder zum Mitmachen auf: "Wenn Sie das Bedürfnis haben zu tanzen oder zu singen, lassen Sie sich nicht von mir aufhalten!"

Die jungen Tenöre, mit vielfältigen Ausbildungen, Lebensläufen und individuellen Tonlagen, gaben richtig Gas und steckten das Publikum mit ihrer guten Laune an. Vielleicht mag der eine oder andere Konzertbesucher einige Opernarien vermisst haben, doch wen stört das ernsthaft an einem Abend, an dem dafür die innere Stimme beständig mitsummen und mitsingen konnte. Hauptsache, im Saal kochte die Stimmung. Und wie sie kochte.

Nach über zwei Stunden reiner Spielzeit war dann Schluss - inklusive lang anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen. Mit dem Herz-Schmerz-Song "Time so say Goodby" endete der Abend, und Herzog schmetterte in den Saal: "Bühl, ihr seid ein tolles Publikum! Dürfen wir denn widerkommen?" Wir bitten da rum.

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