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Kanzel und Bütt spornen ihn zu Höchstleistungen an
11.03.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (efi) - "Jesus braucht Begeisterte" steht passenderweise auf seinem Auto, unübersehbar prangen dort die Kolpingfarben Orange und Schwarz. Mut, Verantwortung, Tatkraft, Gottvertrauen und Freude sind Kernbegriffe der Kolping-Bewegung, die schon den jungen Wolf-Dieter Geißler maßgeblich prägten und ihn bis heute mitreißen. Aus diesem Enthusiasmus schöpft der Geistliche große Stärke. Heute feiert der beliebte Bühler Stadtpfarrer, pointenreiche Büttenredner, SC-Freiburg-Fan, Präsident des VfB Bühl und Diözesan-Präses seinen 60. Geburtstag.

Und weil dieses Datum meist in die Fastenzeit fällt, macht der Hausherr des ehrwürdigen Bühler Münsters heute eine Ausnahme und wird für einen Tag zum Fastenbrecher.

Vor 33 Jahren wurde der gebürtige Freiburger zum Priester geweiht, seit 2001 ist er "Oberhirte" von St. Peter und Paul, seit Ende 2008 wirkt er zudem als Präses des Kolping-Diözesanverbands Freiburg. Für den "lebenslangen Kolpinger" verbindet sich damit ein "Traumjob", wenngleich sich dadurch auch "zeitliche Kollisionen" ergeben, die ihn durchaus herausfordern.

Wenn er auf seine Lebensstationen zurückblickt, schätzt er sich "sehr glücklich, weil ich so unheimlich viel erleben durfte". Freude an der Kirche zu vermitteln, Freundschaft und die Nähe zu den Menschen sind dem Seelsorger sehr wichtig. Seinen Geburtstag wird er deshalb heute Abend dazu nutzen, eine heilige Messe zu halten - für ihn "die wichtigste Form des Feierns". Anschließend lädt er in die Ulrika-Nisch-Kapelle ein, um zu erzählen, was er in diesen 60 Jahren erfahren durfte. Die offizielle Feier für die Pfarrgemeinde findet am kommenden Samstag im Gottesdienst und anschließend im Alban-Stolz-Haus statt.

Eine entscheidende Weichenstellung verdankt Geißler als Heranwachsender Wolfgang Schmidt, damals Pfarrer der sehr jungen und lebendigen Gemeinde St. Petrus Canisius im Freiburger Stadtteil Landwasser, in das die Familie gezogen war. "Er hat mich begeistert und geprägt", erinnert er sich. Schon als Schüler engagiert er sich stark, er wird Oberministrant und ist bei Kolping aktiv. Mit 18 wird er in den Pfarrgemeinderat gewählt. "An einem anderen Ort wäre ich womöglich nicht Ministrant geworden", meint Geißler rückblickend.

"Schon früh habe ich gespürt, dass mir das Spaß macht" , erklärt er seinen Wunsch, Theologie zu studieren. In Freiburg kreuzen auch Prominente seinen Weg. Bei Karl Lehmann, später Bischof von Mainz, legt er die Dogmatikprüfung ab, bei Prof. Alfons Deissler, dem aus Weitenung stammenden Alttestamentler, hört er Vorlesungen.

Im Mai 1986 empfängt er im Freiburger Münster die Priesterweihe. Sein Primizspruch aus dem Johannesevangelium - "Ihr seid meine Freunde, wenn Ihr tut, was ich Euch auftrage: Liebet einander" - hat für ihn niemals Gültigkeit verloren. Nach Diakonatsjahr in Wertheim und Kaplanszeit in Niederschopfheim beginnt ein Kapitel, das nicht ganz seinen damaligen Plänen entspricht. Von 1989 bis zur Internatsschließung im Jahr 2001 wirkt er als Schulseelsorger an der Heimschule Lender in Sasbach. Heute bekennt er: "Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt."

Als in Bühl ein Nachfolger für Stadtpfarrer Josef Baier gesucht wird, ergreift er die Chance und bewirbt sich. "Ich wollte immer Seelsorger werden", bekräftigt Geißler. Der Bau der Ulrika-Nisch-Kapelle, die Innensanierung der Stadtkirche und die Bildung einer Seelsorgeeinheit mit Vimbuch sind eng mit seinem Namen verbunden. Bereiche, wo die Kirche nah an den Menschen ist, liegen ihm besonders am Herzen, etwa die Sozialstation St. Elisabeth, deren Vorsitzender er viele Jahre war. Nach der Fusion mit Rastatt und Sinzheim ist er als Aufsichtsratsvorsitzender aktiv.

Neben seinen umfangreichen kirchlichen Aufgaben zeichnen Wolf-Dieter Geißler zahlreiche "Nebentätigkeiten" aus. Nicht nur die Kanzel, auch die Bütt spornt ihn zu Höchstleistungen an. Bereits mit 14 Jahren gab er i n seiner Heimatgemeinde bei der Pfarreifastnacht sein Debüt. Inspiriert hat ihn die Mainzer Fernseh-Fastnacht, insbesondere der Mainzer Komödiant und Kabarettist Herbert Bonewitz.

Bekannt ist der Gottesmann auch für seine Reisefreude und seine Neugierde auf Kulturen und Menschen. Fünf der sieben zu Weltwundern erklärten Kulturstätten hat er gesehen, es fehlen noch die Maya-Stätte Chichén Itzá in Mexiko und Rio. "Wenn ich mich in diese Richtung aufmachen sollte, dann werde ich wohl eher unsere Partnergemeinde in Peru besuchen", wägt er ab.

Wohl kaum auslassen wird er die "ewige und heilige Stadt", für Wolf-Dieter Geißler eine "Liebe fürs Leben". In Rom hat er ein Jahr an der päpstlichen Universität studiert, regelmäßig sucht er die italienische Metropole auf, deren Kunst, Architektur, Kultur und Lebensgefühl ihn faszinieren. An Anlaufstellen mangelt es dem gut vernetzten Bühler Pfarrer nicht. Am deutschen Priesterkolleg im Campo Santo auf dem Vatikan-Gelände kennt er sich aus, beste Beziehungen pflegt er zudem zum deutschen Pilgerbüro und zum Kolpinghaus.

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