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Allerfeinstes von der grünen Insel
Allerfeinstes von der grünen Insel
12.03.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (ub) - Normalerweise macht es Rüdiger Schmitt, der Programmgestalter des Schütte-Kellers nicht, dass er in jährlicher Folge eine Musikgruppe auf die Kleinkunstbühne bittet. Aber wenn es sich um "The Cannons" handelt, der Kulttruppe um Seán Cannon, dem ehemaligen Sänger der legendären Dubliners, heißt es schlichtweg, nix wie engagieren! Im prall gefüllten Keller wurde der Sänger und Gitarrist tatkräftig unterstützt von seinen zwei Söhnen James und Robert, die zusammen für irisch gefärbte Lebensfreude stehen.

Drei Gitarren, dazu Mandoline und Mandola, drei famose Stimmen, das Allerfeinste der Songkultur der grünen Insel - mehr braucht es nicht, um diesen Abend zum Highlight im Schüttekeller-Programm reifen zu lassen. "Heute Abend fangen wir mit dem ersten Lied an", kündigt der schalkhafte Senior der Familienbande an, und so richtig stimmungsvoll geht es in den Abend der guten Töne hinein - mit Songs über ein in Irland weitverbreitetes Hobby, der Einnahme von geistigen Getränken nämlich.

So findet also der St. Patrick's Day als irisch-badisches Kollektivereignis um mehrere Tage vorverlegt im Hänferdorf statt. "The Banks of the Roses" - ja, Seán Cannons Stimme ist unverkennbar wie eh und je, leicht knarzend, aber immer sicher in der Fahrspur des Shannon. Eigentlich gleicht ein Auftritt der Cannons fast wie ein Ei dem anderen, lässt viel Raum für Wiedererkennbares und sorgt einfach für gute Laune.

Wenn Robert Cannon den Dylan-Klassiker "All along the Watchtower" mit schön ausbalanciertem Timbre weitaus besser als das Original anstimmt, ist man hin und weg. Beim "Cocaine Blues" klingt sein Bariton angenehm samtig, leicht angeraut, was bestens zu diesem Song passt.

Dubliner-Hits



zum Mitklatschen

Die Cannons wagen musikalisch den Sprung über den Atlantik bis hin zum Country. James Cannon interpretiert den "Folsom Prison Blues" von Johnny Cash fast so eindrucksvoll wie der "Man in Black". Ganz stark auch seine Version des Pogues-Klassikers "A rainy night in Soho" - zum Weinen schön! Zum heftigen Mitklatschen des sichtlich begeisterten Publikums verführt die Setlist der Dubliners-Hits - das Publikum kennt sie alle.

Wer da nicht wenigstens mit den Füßen den Takt begleitet, leidet unter notorischer Bewegungsarmut. Bei all diesen Krachern der Liebes- und Lebenslust darf man nicht vergessen, dass Irland eine Geschichte hat, die von Armut und Auswanderung geprägt war.

Die Cannons geben auch dieser Historie ihre Stimme: "Spancil Hill" beschreibt das Heimweh eines aus Irlands kargen Gegenden Emigrierten. In der reichen Musiktradition der grünen Insel gibt es ja nicht nur die Dubliners, darum sind auch Lieder von anderen Heroen der Szene zu goutieren, etwa der Sands Family. Wenn Seán gar in gälischer Sprache intoniert, kann es als sicher gelten, dass damit, zwar in Bühl ob der Sprache völlig unverständlich, uraltes Volksgut aus dem 17. Jahrhundert seine Renaissance erfährt.

Was fehlt noch? Der unvermeidliche Dubliners-Megahit "Whiskey in the Jar" natürlich, als letzten Song im offiziellen Programm gesetzt. Jede Menge Zugaben sind der Lohn für lautstarkes Applaudieren, der "Wild Rover" etwa, bevor die Iren den mittlerweile schwer sauerstoffarmen Schütte-Keller verlassen dürfen.

"Molly Malone", kollektiv mit dem Publikum a cappella gesungen, setzt den Schlusspunkt. Man ist geneigt, den Trinkspruch "Slàinte mhath" auszurufen, was "Gute Gesundheit" bedeutet. Richtig - ein solches Konzert ersetzt so manchen Arztbesuch.

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