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Nach über 125 Jahren noch immer aktuell
Nach über 125 Jahren noch immer aktuell
14.03.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (bgt) - Der Grundgedanke, den Oscar Wilde seinem einzigen Roman zugrunde gelegt hat, ist ebenso faszinierend wie utopisch. Aber vielleicht ist gerade deshalb "Das Bildnis des Dorian Gray" selbst nach über 125 Jahren noch immer aktuell. Denn wer wollte nicht sein jugendliches Aussehen für immer konservieren und stattdessen ein Porträt von sich altern lassen?





Am Dienstagabend waren die "Theatergastspiele Fürth" im Bühler Bürgerhaus mit einer Theaterfassung des Romans (unzählige Verfilmungen gibt es bereits) zu Gast, und zwar in einer neuen Übersetzung und Bühnenadaption von John von Düffel. Sie ist gelungen. Sie erfasst das Wesentliche des komplexen Romans (erschienen 1891), in dem Oscar Wilde ein Sittengemälde seiner Zeit zeichnet.

Der Maler Basil entdeckt den noch unschuldigen Dorian Gray als Modell, möchte ihn aber seinem Freund, Lord Henry, dem Lebemann und Zyniker, vorenthalten. Vergebens. Der Lord nimmt Gray unter seine Fittiche und macht aus ihm den Dandy par excellence. Dorian ist von dem Bild, das Basil von ihm angefertigt hat, dermaßen begeistert, dass er sich flehentlich wünscht, er möge stets so aussehen und das Porträt statt seiner altern.

Er verliebt sich in die Schauspielerin Sybil, die er allerdings demütigt und der er sich sogleich wieder entzieht, und zwar nur, weil sie vor seinen Freunden eine schlechte Vorstellung abgeliefert hat. Das aber deshalb, weil sie durch die Liebe zu ihm erkannt hat, wie sehr ihre Worte auf der Bühne nicht das Leben darstellen. Nur das, was sie für Dorian empfindet, ist echt.

Doch der ist schon zu sehr auf dem Weg zum kaltherzigen Dandy, als dass er auf sie einzugehen bereit wäre. Sie nimmt sich das Leben. Das könnte ihn zwar zur Besinnung bringen, aber sein zügelloses Leben hat ihn zu sehr im Griff. Erst, als er wieder einmal sein Porträt erblickt, das sich inzwischen zu einer hässlichen Fratze gewandelt hat, was nichts anderes bedeutet, als dass es sein Innenleben wiederspiegelt, da will er ein anderes, ein besseres Leben beginnen. Zu spät. Er sticht auf das Bild ein und tötet sich dabei selbst. Am nächsten Morgen findet man einen hässlichen toten alten Mann vor einem Bildnis, das einen strahlend schönen Jüngling zeigt.

Die Regie von Oliver Karbus ist nicht allzu spektakulär, in einem Stück mit auch nicht allzu vielen Spannungselementen. Es ist schauspielerisch eine ganz gute Ensembleleistung, in der Steffen Wink den mit wenig adliger Attitüde ausgestatteten, sondern eher burschikosen Lord Henry gibt und Steffen Schlösser den von seiner Kunst getriebenen Maler Basil. Sie verkörpern ihre Rollen mit viel Engagement, ebenso wie Manuela Denz als Lord Henrys Ehefrau und Esther Unzen als emotional labile Schauspielerin Sybil. Raphael Stompe überzeugt als ihr derber Bruder Jim. Allein Christian David Gebert in der Titelrolle wirkt ein wenig blass, was ein bisschen auf das ganze Stück abfärbt, schließlich ist es auf ihn allein zugeschnitten.

Das hält jedoch das Publikum nicht davon ab, am Ende frenetisch zu applaudieren, immerhin ist der Schauspieler aus einer ganzen Reihe von Soaps bekannt. Aber da sind ja schauspielerische Glanzleistungen auch nicht immer an der Tagesordnung.

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