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Allein der Geschmack reicht für den Erfolg noch lange nicht
15.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Nicole Rendler

Achern - Die Erdbeersaison beginnt in wenigen Wochen. Damit die Verbraucher beste Qualität genießen können, werden die Sorten zuvor jahrelang auf zwei Höfen in Deutschland getestet. Einer davon liegt in Önsbach.



Seit fünf Generationen baut die Familie Huber Erdbeeren an. Wegen der kleinen Flächen am ursprünglichen Hof in Ringelbach spezialisierte man sich auf den Obst- und Weinbau. Diese Sparten entwickelten sich so gut, dass der Platz nicht mehr ausreichte und die Familie in Önsbach zusätzlich eine moderne landwirtschaftliche Halle nebst Hofladen errichtete.

Die Leidenschaft zur Erdbeere wuchs weiter und blieb den Experten nicht verborgen. Heute arbeitet die Familie Huber eng mit der holländischen Firma Fresh Forward zusammen. Diese entwickelt neue Obstsorten und benötigt dafür Betriebe, welche die Züchtungen in der Praxis testen. Doch bis auch nur eine Pflanze in Önsbach ankommt, kann es bis zu sechs Jahre dauern. "Anfangs entstehen aus den Samen bis zu 15 000 Kreuzungen. Am Ende sind dann davon vielleicht noch zehn oder auch nur eine übrig. Diese werden weitere zwei bis drei Jahre beobachtet, bis der Feldversuch folgt", erklärt Seniorchef Helmut Huber.

Ab diesem Zeitpunkt kommt Familie Huber ins Spiel. Sie erhält von einer neuen Sorte zuerst etwa 100 bis 1000 Pflanzen, um zu sehen, wie sie dem Klima anpassen. Sind die Testpflanzen erst einmal im Boden, geht die Arbeit für die Hubers erst richtig los. Beobachtet wird, wie der Blütenansatz und wie hoch der Ertrag ist, wie groß die Früchte sind und ob sie sich gut pflücken lassen. Diese und weitere Daten übermittelt Juniorchef Jörg Huber per Smartphone nach Holland.

Entscheidend für den Erfolg einer Testsorte ist natürlich der Geschmack. "Auf den Önsbacher Feldern wuchsen schon Sorten, die waren sagenhaft in der Entwicklung und hatten eine wunderbare Fruchtgröße. Doch wenn man zwei gegessen hatte, hatte man keine Lust mehr auf eine dritte", erinnert sich Helmut Huber. Für den Verbraucher wichtig sind eine schöne konische Form sowie die passende Größe. Nur gut schmecken, reicht allerdings auch nicht. Lässt sich eine Sorte schlecht lagern oder pflücken, ist sie ebenso aus dem Rennen. Der Ertrag geht meistens auf den Geschmack, und was sehr gut schmeckt, geht meistens auf den Ertrag.

Entwickelt sich eine Sorte positiv, werden davon zwei Reihen mit rund 1000 Pflanzen angebaut. Zwei bis drei Jahre können wiederum vergehen, bis verlässliche Daten aus dem Feldversuch vorliegen.

Schilder auf den Feldern zeigen den Hubers an, wo welche Sorte wächst. 1711 oder 1503 müssen sich dort gerade beweisen. Einen Namen bekommt erst, wer sich erfolgreich durchgesetzt hat, wie die Sorte Allegro, die auf dem Hof in Önsbach getauft wurde und dort wegen ihrer Frostunempfindlichkeit und ihres robusten Wachstums hohe Anerkennung genießt.

Derzeit baut der Huber-Hof zehn bis zwölf Sorten an. Das Netzwerk reicht von der Eisdiele über den Edeka-Markt bis zum Hofverkauf und zu Wochenmärkten von Offenburg bis Karlsruhe. Um die Leistungsfähigkeit des Betriebs zu sichern, sind in der Saison rund 30 Helfer im Einsatz.

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