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Thema Inklusion immer häufiger präsent
Thema Inklusion immer häufiger präsent
20.03.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (red) - Wo läuft was in Sachen Inklusion? Darüber tauschten sich vier kommunale Behindertenbeauftragte zum fünften Mal mit der Geschäftsführung der Lebenshilfe Baden-Baden, Bühl, Achern aus. Geschäftsführer Harald Unser war beeindruckt von der aktuellen Entwicklung, berichtet die Lebenshilfe. Die Lebenshilfe erlebe eine große Dynamik und das Thema sei an vielen anderen Stellen immer häufiger präsent.

Die Stadt Bühl habe sich durch ihre Beteiligung an einem Inklusionsprojekt des Gemeindetags Baden-Württemberg Inspirationen in anderen Städten geholt, informierte der städtische Behindertenbeauftragte Thomas Kist. Laut Lebenshilfe habe er als Fachplaner für barrierefreies Bauen rund 50 Architekten und Planer zusammengerufen und Beratung angeboten. Unter anderem beim Umbau des Rathauses in Neusatz sei er einbezogen worden. Es gebe aber noch dicke Bretter zu bohren. So müsse auch in den Bühler Rathäusern einiges nachgerüstet werden. Die Fördertöpfe des Landes zur Vermeidung solcher Hindernisse seien nicht gerade üppig, bemängelte Kist. Nach Rastatt und Gaggenau könnte Bühl die dritte Stadt im Landkreis werden, die einen Aktionsplan für Inklusion bekomme.

Darüber freute sich Petra Mumbach, Behindertenbeauftragte beim Landratsamt Rastatt, die die Behindertenbeauftragten der Gemeinden koordiniert. Durch eine Veranstaltung mit den Bürgermeisterämtern konnten in einigen Gemeinden des Landkreises neue Ansprechpartner für Menschen mit Behinderung gewonnen werden. Gemeinsam planen die Behindertenbeauftragten für den Sommer ein Fahrsicherheitstraining für Menschen mit Behinderung und Senioren an verschiedenen Standorten.

Seit Ende 2018 leitet Mumbach eine interne Projektgruppe für ein barrierefreies Landratsamt und eine inklusionsorientierte Verwaltung. Dafür organisiert sie gerade zwei Seminare zum Thema "Leichte Sprache". Ziel sei es, dass die Landkreisverwaltung mehr Informationen in leichter Sprache zur Verfügung stellt. Dafür wird es im Sozialamt eine erste Arbeitsgruppe geben. Innerhalb der Landkreisverwaltung ist Mumbach außerdem beim Umbau der neuen Außenstelle in Rastatt von Beginn an mit einbezogen und achtet darauf, dass die Barrierefreiheit im Gebäude umfassend realisiert werde, heißt es in der Lebenshilfe-Mitteilung weiter.

Im Ortenaukreis sei das wichtigste Thema des Behinderten-Beirats derzeit der öffentliche Personennahverkehr, berichtete die Behindertenbeauftragte des Kreises, Anita Diebold. Bushaltestellen sollten künftig einheitlich gestaltet werden. Außerdem wolle man sich künftig mit dem barrierefreien Tourismus beschäftigen. Im Vordergrund soll hier in einem ersten Schritt der Blick auf Cafés, Restaurants, Gasthöfe, Ferienwohnungen und Hotels stehen. Zum Thema "barrierefreies Bauen" hätten sich zuletzt 20 der 51 Kommunen für eine Informationsveranstaltung gewinnen lassen. Für die "Leichte Sprache" wird es im Mai ein Schulungsangebot für Beschäftigte in Verwaltungen im Ortenaukreis geben. Da sei das Interesse im Landratsamt derzeit größer als in den einzelnen Gemeinden. Diebold machte darauf aufmerksam, dass die meisten Kommunen keine personellen Ressourcen für einen Aktionsplan Inklusion hätten.

In Baden-Baden wird die Merkurbahn barrierefrei umgebaut, barrierefreie Bushaltestellen entstehen nach und nach, das Geländer vor der Kunsthalle wurde passend zu der Höhe der Stufen verlängert, und ein Kaufhaus habe kürzlich die Anregung bezüglich eines Treppenaufgangs umgesetzt, erfuhren die Teilnehmer des Treffens von der Behindertenbeauftragten Beate Wirth. Mit Erfolg habe sie sich zum wiederholten Mal für einen "Gottesdienst für alle" und ein "Weihnachtskonzert für alle" starkgemacht. Regelmäßig, so Wirth, gehe sie mit Betroffenen, dem Arbeitskreis "Barrierefreies Baden-Baden" durch die Stadt, um diese auf ihre Barrierefreiheit zu überprüfen. Der "runde Tisch" für Menschen mit Behinderungen treffe sich zwei Mal im Jahr. Der neu aufgelegte "Leitfaden für alle" erfreue sich großer Nachfrage.

Zur Teilnahme am Zwetschgenfestumzug im September in Bühl lud Simone Zeller-Glomp von der Lebenshilfe die Behindertenbeauftragten ein. Die Lebenshilfe werde dort unter dem Motto "Inklusion bewegt unsere Region" starten, sagte die Projektleiterin für einen von der "Aktion Mensch" geförderten Leitfaden zum Thema Inklusion. Er werde als Magazin im November druckreif sein, kündigte sie an.

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