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Der Wächter hat alles im Blick
27.03.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (sie) - Markus Seiterich lässt seine Motorsäge aufheulen und beugt sich über den Stamm. Doch der Bühlertäler macht kein Kleinholz aus der Tanne, sondern führt das Schwert wie ein Maler seinen Pinsel. Der Baum ist seine Leinwand, auf der er innerhalb weniger Minuten die Umrisse eines Blatts erschafft. Seit rund eineinhalb Jahren ist der gelernte Forstwirt nebenberuflich als Motorsägenkünstler unterwegs. Derzeit ist er im Auftrag der Stadt Bühl auf dem künftigen Walderlebnispfad bei der Burg Windeck im Einsatz.



Es ist ein lauschiges Plätzchen, das oberhalb des Forstwegs entstanden ist. Drei große Baumstämme umrahmen die geschotterte Fläche. Seitrich obliegt die Aufgabe, sie in kunstvolle Sitzgelegenheiten zu verwandeln. Mit der Säge schneidet er Vertiefungen ins Holz, in die sich Spaziergänger später setzen können. Der Bühler Forstbetriebsleiter Martin Damm erklärt: "Tanne harzt nicht, da bekommt man keinen klebrigen Hintern." Zwischen den Kuhlen kreiert Seitrich kleine Kunstwerke wie das Blatt, einen Bären, das Bühler Stadtwappen oder als Blickfang ein riesiges bärtiges Gesicht. "Das ist der Wächter des Waldes", sagt Seitrich und lacht.

Der Wächter wird ein Auge auf die Besucher des künftigen. Walderlebnispfads haben. Das Projekt beschäftigt Damm schon seit mehreren Jahren. Er hofft, dass die neue Attraktion im Bühler Stadtwald im kommenden Herbst eingeweiht werden kann.

Die Strecke verläuft parallel zum bisherigen Erlebnispfad, der 1996 entstand. Doch während dieser die Besucher in weiten Teilen über breite Forstwege leitet, wurde für das neue Konzept im vergangenen Jahr ein schmaler Pfad durch die Wildnis angelegt.

Obwohl der Weg noch nicht offiziell eröffnet ist, wird er schon rege genutzt. Allerdings nicht nur von Spaziergängern. Auf dem noch lockeren Boden finden sich neben zahlreichen Fußabdrücken auch Spuren von Fahrradreifen. Damm ist aber optimistisch, dass es auf der engen Strecke weniger Konflikte geben wird als auf dem breiten Weg, wo sich regelmäßig Fußgänger, Sportler, Radfahrer und Fahrzeuge begegnen: "Das wird sich einspielen", meint Damm.

Der Pfad verbindet auf einer Länge von 1,7 Kilometern drei Plätze, auf denen sich Besucher über verschiedene Aspekte des Walds informieren können. So behandelt die erste Station das Thema Jagd, bei der zweiten geht es um verschiedene Funktionen des Forsts wie die Holzerzeugung. An der dritten Station wartet ein futuristisches, schwebendes Baumhaus auf die Besucher, das eine Jugendgruppe im vergangenen Jahr gebaut hat (wir berichteten). Auf den Plätzen sollen unter anderem Lernmaterialien des alten Pfads zum Einsatz kommen. Geplant sind aber auch neue Schautafeln und - vor allem um die Jugend anzusprechen - eine App. Unterm Strich rechnet Damm mit Gesamtkosten für das Projekt in Höhe von rund 130 000 Euro.

Enthalten in der Summe ist auch die Umsetzung eines zweiten Teilprojekts: ein 1,4 Kilometer langer Wahrnehmungspfad zu Themen wie Waldbaden, Meditation und Kräuter, der allein oder in Verbindung mit dem Erlebnisweg gegangen werden kann. Zur Ausstattung gehören unter anderem Liegen aus Seilgeflechten, in denen sich Spaziergänger schwerelos fühlen können.

Damm ist überzeugt, dass das neue Angebot ansprechend wird. Angst vor Vandalismus hat er nicht: "Wenn etwas schön ist, dann wird es nicht kaputtgemacht."

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