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Lichter Eichenmischwald
Lichter Eichenmischwald
04.04.2019 - 00:00 Uhr
Ottersweier (red) - Auf dem Ottersweierer Hardkopf soll ein alter Aussichtspunkt reaktiviert werden. Der Hardgipfel war bis in den 1950er Jahre ein gerne genutzter Ausflugsort, ehe er aufgeforstet wurde. Die Gemeindeverwaltung beabsichtigt laut einer Pressemitteilung, eine rund tausend Quadratmeter große offenen Fläche im Gipfelbereich zu schaffen. Im Vordergrund steht jedoch eine ökologische Aufwertung.

Der Hardkopf in der Nähe von Waldmatt ist nur Wenigen ein Begriff, hat aber eine interessante Geschichte und ist ein "Hotspot" für Naturschützer. Es handelt sich um eine aus Buntsandstein bestehende Abbruchscholle am Rande des Schwarzwalds. Buntsandstein findet man in der Bühler Region sonst nur auf den Schwarzwaldhöhen.

Wegen der guten Bearbeitbarkeit und der Nähe zur Rheinbene war der Hardkopf früher ein wichtiger Rohstofflieferant für die Baumeister der Umgebung, aber auch für die Bauern, die Trockenmauern errichteten. Seit dem Mittelalter wurde der Sandstein vermutlich genutzt. Im späteren 19. und insbesondere im 20. Jahrhundert wurden die Steinbrüche aufgegeben. Große Teile des Hardkopfes wurden mit Douglasie und Kiefer aufgeforstet, um die Flächen zur Holzproduktion zu nutzen.

Unterhalb des Waldes wurde traditionell Wein- und Obstbau betrieben. Als sich die Landwirtschaft in den sehr steilen Hängen nicht mehr lohnte, drohten die Mauern mit ihren reichen Lebensgemeinschaften zu zerfallen. Ende der 1990er Jahre begann - in Zusammenarbeit der Naturschutzbehörde und der Gemeinde Ottersweier - der Wiederaufbau beschädigter Trockenmauern und die Wiederherstellung der Terrassen, um die Lebensräume für seltene Insekten und die bedrohte Pflanzenwelt der Trockenmauern zu erhalten.

Um auch den angrenzenden Wald wieder in eine naturnahe und ökologisch hochwertige Form zu bringen, beschloss die Gemeinde Ottersweier 2017, den Nadelwald in einen lichten Eichenwald zu überführen, um so hochwertige Biotope für die Vogelwelt und selten gewordene Insekten zu schaffen.

Im Februar fielen die Bäume einer Douglasienfläche, stattdessen werden jetzt heimische Traubeneichen frisch angepflanzt. Die gesamte Maßnahme wird in mehreren Schritten durchgeführt, geplant ist ein Zeitraum von etwa zehn Jahren, teilte die Gemeinde Ottersweier weiter mit. "Am Ende wird ein großer Biotopkomplex entstehen mit breiten Waldrandzonen zu den anschließenden Offenlandbiotopen." Erhalten bleiben einzelne Kiefern als Biotopbäume.

Wenngleich der Umbau in erster Linie die weitere Verbesserung des Biotop- und Artenschutzes zum Ziel habe, so werde langfristig auch wertvolles Eichenholz für die Möbelherstellung oder aber als Rohstoff für hochwertige Barriquefässer heranwachsen, führt die Gemeinde weiter aus. Wegen der trockenen und nährstoffarmen Sandstandorte sei allerdings von einem langen Zeitraum von 150 bis 200 Jahren auszugehen.

Durchgeführt wird die Öko-Maßnahme unter Leitung des Kreisforstamts und unter Begleitung des Instituts für Landschaftspflege und Naturschutz in Vimbuch sowie der Kreisnaturschutzbehörde. Für die Aufwertung werden der Gemeinde Ottersweier 200 000 Ökopunkte gutgeschrieben. Diese können zu Kompensation von Eingriffen in die Natur andernorts verwendet werden.

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