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Künstlerische Freiheit in engen Fluren
Künstlerische Freiheit in engen Fluren
11.04.2019 - 00:00 Uhr
Ottersweier (mf) - An die Mitarbeitenden des Ottersweierer Rathauses wurde am Dienstagabend eine deutliche Warnung ausgesprochen: "Sollten Sie die Schneidersche Methode der künstlerischen Tätigkeit auf die tägliche Arbeit anwenden, dann wird der Bürgermeister wahrscheinlich sehr ungehalten sein." Die Warnung war natürlich als Spaß gedacht, und doch hat Ernst W. Schneider damit ein interessantes Spannungsfeld benannt, das mit seiner ersten Ausstellung im Ottersweierer Rathaus einhergeht. Schneider stellt gerne Schwerpunkte auf den Kopf, liebt das Risiko und Abenteuer in seinem künstlerischen Schaffen.

Er kennt kaum Grenzen hinsichtlich der eingesetzten Technik und Stilistik. In einer öffentlichen Verwaltung, in der Klarheit und Verlässlichkeit grundlegende Tugenden sind, mag der Gedanke an künstlerische Freiheit verlockend sein. Der Künstler empfiehlt aber etwas anderes: "Betrachten Sie diese Ausstellung als Erholungsangebot. Nutzen Sie den Gang durch den Flur zum Durchatmen."

Schneider lebt seit vielen Jahren in Ottersweier. Er hat an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe Malerei und Zeichnung studiert sowie Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft an der Universität Karlsruhe. Über drei Jahrzehnte war er Lehrer im Fach "Bildende Kunst" am Windeck-Gymnasium in Bühl.

Von 1985 bis 2015 führte er zusammen mit Ehefrau Elke die Galerie E&E Schneider in der Hubstraße. Seine Werke sind und waren in unzähligen Ausstellungen präsent. "Wir freuen uns sehr, dass wir uns in die Runde der illustren Ausstellungsräume einreihen dürfen", erklärte Bürgermeister Jürgen Pfetzer bei der Vernissage vor geladenen Gästen. Aus Platzgründen konnte diese nicht öffentlich sein. Nunmehr kann die Ausstellung in den beiden Fluren im Erd- und Obergeschoss des historischen Gebäudes während der täglichen Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden.

36 Werke präsentiert Schneider nach einem ausgetüftelten Plan. "Der schmale, lange Flur hat meine Frau und mich bei der Hängung ziemlich gefordert", erklärt der Künstler, der sich gerne als "zeichnender Maler" beschreibt. Typisches Merkmal seiner Arbeit sei die Vielfalt der Werke. Im Rathaus zu sehen sind Malerei, Zeichnungen und Druckgrafiken - die komplexeste Arbeit, wie Schneider erklärt. Er verwendet Aquarell- und Acrylfarben, Öl, Kreide, Tusche. Als neugieriger Mensch liebe er diese Vielfalt, die sich auch in der Thematik niederschlage.

Wunderschöne Landschaftsbilder, die Schwarzwald sowie Ost- und Nordsee huldigen, stehen Stillleben gegenüber. Die menschliche Figur hingegen erscheint nicht. Damit umzugehen widerspreche der freiheitlichen Herangehensweise. Aus Sicht des Bauamtes seien seine Architekturbilder sicher nicht genehmigungsfähig, schmunzelt Schneider, der die bildende Kunst so gut zu erklären weiß. Selbst die Einladungskarte zeugt von Humor und kreativen Architektur-Ideen. Die Druckgrafik "Hochhaus 2018" zeigt ein winziges Haus, dafür aber steht es auf einer Plattform, die etwa so hoch ist wie das ehemalige Jesuitenkloster aus dem 17. Jahrhundert, in dem die Gemeindeverwaltung residiert.

Die Ausstellung ist bis 30. September zu sehen.

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