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Aussetzer mit schweren Folgen
Aussetzer mit schweren Folgen
11.04.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (bgt) - Ein Aussetzer im Straßenverkehr hatte für einen Rentner schwere Folgen. Er war bei Rot über eine Ampel gefahren und hatte dabei einen Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug verursacht. Deshalb gab es nun eine Verhandlung vor dem Bühler Amtsgericht.

Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft soll ein Schaden von 1 500 Euro entstanden sein. Außerdem habe der 77-Jährige den Unfallort verlassen, ohne sich um das Geschehen zu kümmern. In einem Strafbefehl waren dem Rentner daraufhin eine Geldstrafe von 65 Tagessätzen in Höhe von 50 Euro und ein viermonatiger Entzug der Fahrerlaubnis auferlegt worden. Dagegen hatte er Einspruch erhoben, allerdings lediglich gegen die Rechtsfolge, also die Höhe der Geldstrafe und die Sperre der Fahrerlaubnis. Denn die Tat selbst gab er unumwunden zu.

"Ich war an diesem Tag einfach nicht bei mir", versuchte er, seinen Aussetzer Richter Hannes Schrägle am Amtsgericht verständlich zu machen. "Es ist nicht meine Art", betonte er.

Allerdings vermochte der Angeklagte sein Verhalten nicht explizit zu erklären, allenfalls mit dem Hinweis auf seine kranke Frau. Sie sei seit Jahren ein Pflegefall und benötige regelmäßig starke Medikamente, was ihn psychisch spürbar belaste. Am Tag des Unfalls sei er auf dem Weg zur Werkstatt gewesen, um einen wiederholt auftretenden Schaden an seinem Wagen zu beanstanden. "Ich weiß einfach nicht, was mit mir los war", stammelte der Angeklagte noch einmal unter Tränen. Richter Schrägle wollte von ihm wissen, wozu er denn den Führerschein benötige. "Wir wohnen auf dem Dorf, und ich muss regelmäßig Einkäufe und Behördengänge erledigen", lautete die Antwort. Ohne Führerschein sei es für ihn derzeit hart, da er jedes Mal Bekannte bitten müsse, ihn zu fahren oder Besorgungen für ihn zu erledigen.

Verteidiger Boris Hofmann legte dem Richter eine Aufstellung der Unfallkosten vor, die mit 750 Euro nicht so hoch waren, wie von der Staatsanwaltschaft veranschlagt, und brachte deshalb die Möglichkeit einer Einstellung des Verfahrens ins Spiel, zumal sein Mandant bislang gänzlich unfallfrei unterwegs war.

Darauf wollte sich die Staatsanwaltschaft allerdings nicht einlassen. Sie erwog aber in ihrem Plädoyer, die Tagessatzhöhe von 50 auf 35 Euro zu reduzieren, denn nach Vorlage der persönlichen Verhältnisse des Rentners stellte sich eine erheblich angespannte Finanzlage heraus. Auch war sie bereit, von einem Entzug der Fahrerlaubnis abzusehen und stattdessen ein dreimonatiges Fahrverbot auszusprechen - nach dessen Ende die Fahrerlaubnis nicht eigens wieder beantragt werden muss, wie beim Entzug der Fahrerlaubnis. Der Verteidiger konnte sich mit diesen Forderungen arrangieren und sein Mandant in seinem letzten Wort nur noch einmal sein Bedauern ausdrücken. "Es tut mir alles sehr leid. Das wird mir jedenfalls für den Rest meines Lebens eine Lehre sein!" Das Urteil des Richters Schrägle lautete: 65 Tagessätze à 30 Euro und ein dreimonatiges Fahrverbot. Der Angeklagte nahm es spürbar erleichtert auf.

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