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OB: Kein Zeitdruck und nur in Abstimmung
OB: Kein Zeitdruck und nur in Abstimmung
12.04.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Ohne Zeitdruck und nur in Abstimmung mit den Betroffenen möchte die Stadt die Mietverträge in der Sozial- und Obdachlosensiedlung in der Georg-Schaeffler-Straße (früher Im Ehlet) auflösen. Dies soll frühestens Mitte 2020 der Fall sein. Wie Oberbürgermeister Hubert Schnurr am Mittwochabend den Gemeinderat informierte, sollen die sechs Mietparteien in den 14 Doppelhaushälften aus einem "ungesunden Wohnumfeld sozialverträglich umgesiedelt werden".

Wie der OB weiter ausführte, seien die Bewohner von den Plänen der Stadt bereits informiert worden. Die Gebäude befänden sich in einer "Insellage, umgeben von einem Industrie- und Gewerbegebiet mit Drei-Schicht-Betrieben". Allein dieser Konflikt zwinge die Verwaltung zum Handeln. Die Wohnungen seien zudem dringend renovierungsbedürftig. Im Klartext: Die bis zu 70 Jahre alten Häuser werden mit Einzelöfen beheizt, verfügen über marode Fenster und keinerlei Wärmedämmung. Die Folge: "Ein gesundes, störungsfreies Wohnen ist in der Dr. Georg-Schaeffler-Straße nicht gewährleistet." Entsprechende Beschwerden der Bewohner lägen vor, und auch der Schulweg für die Kinder könne als nicht sicher eingestuft werden. Drei Familien hätten bereits signalisiert, dass sie die Siedlung verlassen wollten.

Der Zeitpunkt für die Auflösung dieses Wohnquartiers sei auch deshalb gekommen, weil der Flüchtlingsstrom abgeebbt sei und in den Modus der "nachhaltigen Integrationsarbeit" übergegangen sei. Das biete auch die Chance, die "Unterbringungs-Situation" in Bühl in der Gänze auf den Prüfstand zu stellen und ein entsprechendes Konzept zu entwickeln.

Wohnquartiere, so die einhellige Meinung im Rathaus, würden im Bereich der Georg-Schaeffler-Straße "keinen Sinn machen". Vielmehr gelte es, diese innenstadtnah zu realisieren.

Dabei sei der Verwaltung bewusst, dass ein Umzug für die Bewohner stets ein sensibles Thema sei. Schnurr sicherte in diesem Zusammenhang zu, dass die Stadt bei der Suche nach neuem Wohnraum "jegliche Hilfe und Unterstützung" geben werde. So würde derzeit eine Wohnung in der Bergermühlsiedlung für eine Familie mit einem behinderten Kind rollstuhlgerecht hergerichtet. Auch Umzugshilfen würden gewährt.

Wie berichtet, soll nach dem Abbruch der Siedlung die frei werdenden Flächen einer gewerblichen Nutzung zugeführt werden. Absprachen oder Vereinbarungen mit dort ansässigen Betrieben gäbe es nicht. "Wir verspüren keinen Zeitdruck", beteuerte der OB. Im Vordergrund stehe allein ein "sozialverträglicher Umzug der Bewohner aus ungesunden Wohnverhältnissen, verbunden mit einer Integration in die Stadt".

Zuvor hatte sich eine Bewohnerin in der Bürgerfragestunde besorgt über die ungeklärte Zukunft geäußert und um Aufklärung gebeten. "Über unserem Haupt hängt ein Damoklesschwert", gab sie ihre Sorge wieder.

Peter Teichmann (GAL), der sich zusammen mit Barbara Becker (SPD) in der Siedlung umgeschaut hatte, berichtete von Gesprächen mit Bewohnern, die sich dort "sehr wohl fühlen". Man möge sie dort doch ein paar Jahre noch wohnen lassen, bat Teichmann die Verwaltung. Die Reaktion von Hubert Schnurr: "Wir haben keinen Zeitdruck."

Peter Hirn (SPD) war der Hinweis wichtig, "dass noch kein endgültiges Wort gesprochen ist". Die Entscheidung werde ohnehin im Gemeinderat getroffen. Lutz Jäckel (FDP) befand es als "gut, dass der Druck aus dem Kessel kommt und Sachlichkeit einkehrt".

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