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Die Angst vor der Kettenreaktion
Die Angst vor der Kettenreaktion
16.04.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (red) - Intensiv haben sich die Teilnehmer des VHS-Kurses "Klimafit" mit dem Thema Klimawandel auseinandergesetzt. Diesen hatte die Stadt Bühl gemeinsam mit der Volkshochschule des Landkreises Rastatt zum zweiten Mal angeboten. Im Friedrichsbau bekamen die Teilnehmer jetzt ihre Zertifikate überreicht.

Cornelia Casper, Leiterin der Volkshochschule, und Bürgermeister Wolfgang Jokerst übergaben die Zertifikate an die Absolventen. "Das ernsthafte und tiefe Interesse der Teilnehmer hat mich sehr beeindruckt", sagte Jokerst.

Die 20 Teilnehmer kamen aus dem gesamten Landkreis und südlichen Nachbargemeinden. Knapp die Hälfte waren Bühler. So unterschiedlich wie ihre Herkunft waren auch ihre Beweggründe, den Kurs zu besuchen. Einige kamen aus privatem Interesse, andere sind beruflich mit dem Thema befasst oder werden etwa als Lehrer oder Schwarzwald-Guide immer öfter zur aktuellen Klimasituation befragt. Wieder andere möchten das Thema Klimaschutz in der Kommunalpolitik der eigenen Stadt einbringen. In einem waren sich alle Teilnehmer einig: "Wir wollen wissen, was wir tun können."

Zu solchen Fragen lieferte der Kurs Informationen und Tipps. Zum Beispiel zu den Ursachen des Klimawandels, seinen weltweiten Auswirkungen und zu den Veränderungen, die auch schon in der Region festzustellen seien. Die Teilnehmer erfuhren auch, dass die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens von 2015 wichtig seien, weil sich oberhalb dieser Temperaturgrenzen die für das Klima wichtigen Großsysteme wie die Eisschilde so stark verändern, dass eine Kettenreaktion ausgelöst werden könne. Ergänzend erhielten die VHS-Schüler Informationen zu Fördermöglichkeiten und zu Gruppen, in denen sie sich engagieren können. Kursleiter Wulf Westermann vermittelte das Konzept, das vom WWF und der Klimainitiative Reklim stammt. Den lokalen Bezug stellte Bühls Klimaschutzmanagerin Monika Brudler her.

Ein Höhepunkt waren die Kontakte zu Wissenschaftlern. Am letzten Kursabend, der am 29. April stattfindet, werden alle 16 Kursstandorte in Deutschland gleichzeitig mit der Neumayer-Station am Südpol verbunden sein. Die Wissenschaftler werden von ihrer Arbeit, dem Alltag und den Strapazen auf der Station berichten, und von dem, was sie dort an Auswirkungen des Klimawandels beobachten.

Wie in jedem VHS-Kurs gab es auch Hausaufgaben. Die Teilnehmer sollten zum Beispiel mit Freunden und Nach-barn, Klimaaktiven und Klimaskeptikern sprechen und im Kurs davon berichten. Oder sie sollten eine Woche lang etwas zugunsten des Klimas verändern.

Eine für alle überraschender Erkenntnis war, dass ein zentraler Punkt für Veränderung möglicherweise an einer ganz anderen Stelle zu finden sei: nämlich durch weniger von allem, einen Gewinn an Zeit zu erzielen. Diese sei nötig, um nachzudenken - über das, was die Menschen wirklich brauchen und was wirklich wichtig ist. Das Fazit der Teilnehmer lautete: "Das Thema ist so wichtig - eigentlich müssten alle Bürgermeister und Gemeinderäte einen solchen Kurs besuchen." Für Casper steht außer Frage, dass der Kurs im nächsten Frühjahrsprogramm wieder angeboten wird. "Die sehr positiven Rückmeldungen der Kursteilnehmer lassen uns keine Wahl", sagte sie und fügte hinzu: "Auch gern wieder in Bühl."

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