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Wider einer "Globalisierung der Gleichgültigkeit"
Wider einer 'Globalisierung der Gleichgültigkeit'
20.04.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (eh) - Mit "My fair Ladys and Gentlemen" begrüßte der Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz am Mittwochabend die rund 100 Gäste im Friedrichsbau bei der Auszeichnung "Stadt Bühl ist Fairtrade-Stadt". Bühl ist die 597. Kommune in Deutschland, die dieses Zertifikat, das zwei Jahre gilt, erhalten hat. Angesichts des großen Engagements der Bürger, der Stadtverwaltung und von Betrieben war der Ehrenbotschafter voll des Lobes.

Oberbürgermeister Hubert Schnurr freute sich, dass so viele zur Feierstunde gekommen waren. Zahlreich dabei waren Vertreter der katholischen Kirchengemeinden und der evangelischen Johannesgemeinde mit den Stadtpfarrern Wolf-Dieter Geißler und Götz Häuser, Mitglieder der Eine-Welt-Initiativen, Stadträte und Firmenvertreter. Von der Empore hängende Transparente mit der Aufschrift "Kampagne Fairtrade Towns - Wir sind Fairtrade Stadt" unterstrichen die Botschaft.

Schnurr blickte auf 2018 zurück, das in Bühl als "Eine-Welt-Jahr" unter dem Motto "Meine Welt - Deine Welt - Eine Welt" gestanden hatte und stellte es in den Kontext mit den Jubiläumsfeiern der Eine-Welt-Initiativen. Man habe viele Gelegenheiten genutzt, um für das Thema einer gerechteren Welt zu sensibilisieren, so Schnurr. Im September 2018 habe man dann den Antrag auf die Zertifizierung gestellt. Der Gemeinderatsbeschluss sei vom gesamten Gremium tatkräftig unterstützt worden, verwies er darauf, dass Ratsmitglieder auf dem Weihnachtsmarkt fairen Stadtcafé verkauften.

"Wir haben uns angestrengt, die fünf Zertifizierungskriterien zu erfüllen", ging Schnurr auf einzelne Punkte detaillierter ein und stellte die Mitglieder der fünfköpfigen städtischen Steuerungsgruppe namentlich vor. Ebenso zählte er die Firmen auf, die die Idee unterstützen. "Im Bereich Zivilgesellschaft sind es zehn Organisationen und Initiativen, welche die Idee vorantreiben. Das ist für eine Stadt in der Größe von Bühl wirklich beeindruckend", dankte das Stadtoberhaupt allen Engagierten.

Holz begann seine Rede mit den sperrigen Widersprüchen und Gegensätzen unserer Zeit: Hunger, Elend und gewaltige Flüchtlingsströme in vielen Teilen der Welt und Übergewicht und maßloser Überfluss in den wohlhabenden Ländern. "Wir können nicht schweigen. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Wir brauchen keine Globalisierung der Gleichgültigkeit", zeigte er auf, dass auch jede Kaufentscheidung eine Kette von Folgen nach sich zieht. Fairtrade sei der Versuch, Elend und Fluchtursachen an der Wurzel zu bekämpfen.

"Das Engagement in Bühl für mehr Gerechtigkeit und Solidarität ist beeindruckend. Bühl reiht sich ein in die Liste großer Metropolstädte. Die Zertifizierung ist Anfang und Auftrag für die Zukunft", so Holz. Die Auszeichnung müsse alle zwei Jahre neu bestätigt werden. Fairtrade-Produkte hätten immer mehr Zulauf. Aus der exotischen Nische werde eine Bürgerbewegung. Den angepeilten Jahresumsatz für Deutschland bezifferte er auf 1,6 Milliarden Euro.

Der Ehrenbotschafter ermunterte die Zuhörer, Produkte aus biologischem und regionalem Anbau zu kaufen und erklärte mit einfachen Worten das Ziel von Fairtrade: "Diejenigen, die uns den Tisch decken, sollen selbst satt werden."

Über die besonders schwierige Lage von Frauen in den Entwicklungsländern berichtete die Fairtrade-Referentin Birgit Mayer unter dem Thema "Menschenrecht der Geschlechtergerechtigkeit - Fokusthema bei Fairtrade". Die patriarchalen Strukturen und die Besitzverhältnisse würden durch die Benachteiligung der Frauen auch die gesamte wirtschaftliche Entwicklung dieser Länder bremsen. Sie zeigte auf, wie der Verein Transfair Frauenprojekte und Kooperativen gezielt fördert.

Bürgermeister Wolfgang Jokerst gab einen Ausblick auf die zahlreichen Projekte und Aktivitäten, die in diesem Jahr das Thema fortführen. Zur Abrundung bot das Team des Eine-Welt-Ladens von Schokolade bis zu Säften diverse Produkte zur Verkostung an. Großen Beifall gab es für die musikalische Umrahmung durch Benjamin Hoffmann (Violine) und Klaus-Martin Kühn (Klavier).

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