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Tierisch viel Spaß - und Arbeit
Tierisch viel Spaß - und Arbeit
26.04.2019 - 00:00 Uhr
Rheinmünster (sie) - Der Geruch von Chlor hängt in der warmen Luft. An einer Wand lehnen drei Bodyboards, daneben hängen Schwimmwesten am Haken. In einem Eck lehnt ein bunter Strauß aus Poolnudeln. Anja Bulle schaut sich um und strahlt: "Es macht jeden Tag aufs Neue Spaß, hier zu arbeiten." Seit einem Jahr ist die Schwimmhalle im Baden-Airpark ihr berufliches Zuhause. Dort planschen ungewöhnliche Besucher. Bulle ist Chefin des Hundeschwimmbads "dog inn baden".

Beim Start vor einem Jahr war das Bad bundesweit die erste Einrichtung ihrer Art. Das bescherte ihr reichlich Aufmerksamkeit. Nicht nur Hundehalter, auch Journalisten gaben sich die Klinke in die Hand. Bulle und ihr Team fanden sich in großen Magazinen und Fernsehbeiträgen wieder. Die Geschäftsführerin stellte sich gern als Protagonistin zur Verfügung. "Dadurch, dass ich total gerne mache, was ich mache, war es einfach für mich, das weiterzugeben", sagt sie.

Die Fernsehteams fanden im "dog inn" reichlich Futter für emotionale Beiträge. Da gibt es beispielsweise die vierjährige Hündin Yuna, die nach einer Bandscheibenoperation komplett gelähmt war und im "dog inn" dank Physiotherapie und Schwimmstunden wieder das Laufen lernte. Solche Schicksale gehen auch Bulle nah: "Als Yuna ihre erste Schritte machte, hatten wir alle Tränen in den Augen."

Auch die Geschichte von Dobermann Zisko rührt sie. Nach einer OP, die ebenfalls eine komplette Lähmung zur Folge hatte, empfahlen Tierärzte die Einschläferung. Ende März machte Zisko die ersten wackeligen Schritte im Wasserbecken, ein paar Tage später sogar auf dem Trockenen.

Bei solchen Momenten zückt Bulle schon mal das Handy und teilt die Videos auf Facebook. Die Geschichten sind natürlich auch beste Werbung für die Einrichtung. "In der Hunde-Szene sprechen sich solche Erfolge schnell herum", sagt Bulle.

Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Therapien im "dog inn". Auch die integrierte Hundeschule von Mitgesellschafterin Evi Störk ist laut Bulle "hammermäßig angelaufen". In den ersten sechs Monaten nach der Eröffnung habe sich alles eingespielt, so dass die Angebote und Kurse mittlerweile zeitlich und inhaltlich auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten seien.

Noch Verbesserungspotenzial sieht Bulle beim eigentlichen Schwimmbad. Das können Hund und Herrchen auch ganz ohne therapeutische Zwecke besuchen, einfach nur zum Planschen. "Wir hatten mit mehr Kunden gerechnet, die einfach so vorbeikommen", sagt Bulle. Die Medienpräsenz habe zwar bundesweit Aufmerksamkeit erzeugt, das regionale Marketing sei aber zu kurz gekommen, lautet das Ergebnis ihrer Ursachenforschung. Mittlerweile habe sie die Werbung in der Region intensiviert.

Viele Freundschaften sind entstanden

Über konkrete Zahlen lässt Bulle nichts verlauten, aber unterm Strich sei das "dog inn" im ersten Jahr sehr gut angenommen worden. Die Stammkundschaft habe sich zu einer eingeschworenen Gruppe entwickelt, in der viele Freundschaften entstanden seien. Auf 200 Personen schätzt sie diesen treuen Kreis. An der Wand der Schwimmhalle hängt das Foto einer Hündin, deren Halterin jeden Tag mit ihr auf der Matte steht. Aber es gab auch Umbrüche in den vergangenen Monaten. Meike Heekerens, die neben Bulle und Störk zum Gründertrio gehörte, ist aus der GmbH ausgeschieden. Dafür rückt in den nächsten Tagen Ursula Pauli nach, die ab Mai auch ein Fußpflegestudio in dem Gebäude betreibt - für Menschen wohlgemerkt. Dort können sich Zweibeiner entspannen, während Anja Melcher nebenan in ihrem Salon Vierbeiner frisiert. Zur Vergangenheit gehören dagegen ein Shop für Accessoires und Dekorartikel sowie eine Naturheilpraxis für Tiere, an die die zusätzlichen Gewerbeflächen zu Beginn vermietet waren.

Für die Zukunft hat Bulle schon neue Pläne. Sie würde gern ein umfangreiches Seminar- und Workshopangebot auf die Beine stellen. Erste Veranstaltungen dieser Art seien sehr erfolgreich verlaufen. Aber sie muss sich auch eingestehen: So ein Hundeschwimmbad macht nicht nur tierisch viel Spaß, sondern auch Arbeit. Mitte April hatte sie mal eine Woche frei - zum ersten Mal seit der Eröffnung.

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