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Beispiel für gelungene Integration
07.05.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Eine Blaupause gab es weit und breit nicht. Und doch: Die Auflösung der beiden Bühler Tennisclubs Blau-Weiß und Grün-Weiß und die Neugründung eines gemeinsamen Tennisclubs Bühl im Jahr 2015 kommt einem Aufschlag-Ass gleich. Davon konnten sich 13 Stadträte bei einer Gemeinderatssitzung vor Ort auf der Anlage im Hägenich überzeugen.

Verbunden mit der Neuaufstellung ist ein wahrer Tennisboom in der Stadt mit inzwischen über 400 Mitglie dern, denen zehn Plätze (davon zwei neue) zur Verfügung stehen, auf denen 22 Mannschaften, darunter acht Jugendteams trainieren und spielen.

Die Zukunft scheint mittelfristig also gesichert, zumal aktuell 105 Jugendliche in der Mitgliedskartei gelistet sind. "Wir sind breit aufgestellt und haben einen gewissen sportlichen Anspruch", wusste denn auch der zweite Vorsitzende Peter Richter zu berichten.

Das dokumentiert sich auch im Ranking der Filzball-Branche. Im Bezirk liegen die Bühler, was die Mitgliederstärke angeht, auf Platz zwei hinter Rot-Weiß Baden-Baden. Im Ländle reicht es immerhin noch für einen Platz unter den Top-Ten, wie Markus Hartmann, Ressortleiter Sport, anmerkte. Um dem demografischen Wandel Rechnung zu tragen, seien nicht nur der Liga-, sondern vor allem der Breitensport tragende Säulen des Vereins. Außerdem gibt es eine Anfängergruppe. Im Gegensatz dazu zählt der älteste aktive Spieler immerhin stattliche 83 Lenze.

Betina Daniel verantwortet die Jugendabteilung, der sie zuvor bereits beim TC Blau-Weiß vorstand. Zu einer Erfolgsgeschichte hat sich längst das Kooperationsmodell Schule und Verein mit 25 Sportstunden in Bühler Grundschulen entwickelt. Ein Volltreffer ist auch das traditionelle Jugendcamp auf der Anlage mit durchschnittlich 70 Teilnehmern. Beim Abschluss-Grillabend mit den Eltern sind dann schnell mal 200 Personen auf der schmucken Anlage keine Seltenheit.

Die insgesamt drei Bauabschnitte beleuchtete Reiner Schumacher. Die begannen mit der Anlegung von zwei weiteren Sandplätzen und eines Gerätelagers. Danach war ein Sanitärgebäude an der Reihe, ehe es an die Umgestaltung des Bestandsgebäudes ging. Am Ende waren sieben Jahre von der Planung bis zur Fertigstellung vergangen und knapp 4 000 Stunden an Eigenleistung zusammengekommen. Bei Schumacher ging dies auf Kosten der sportlichen Fitness: "Ich habe zweieinhalb Jahre kein Tennis gespielt."

Pressewart Jochen Hoerth verhehlte nicht, dass nicht allen Mitgliedern die Auflösung der beiden Clubs leichtgefallen sei. Was die Entscheidung erleichtert habe, sei die Nachfolgenutzung auf dem Blau-Weiß-Gelände mit einer neuen Wohnstätte für die Lebenshilfe. Hoerth sprach zusammenfassend von einem "guten Beispiel einer gelungenen Integration", während Peter Richter lobend anmerkte: "Ich bin richtig stolz darauf, was hier geleistet wurde."

Der letzte Satz beim Tennisclub ist damit aber noch nicht gespielt. Was in der Bühler Region fehlt, ist eine Tennishalle, In diesem Wissen wurde der Technik-Ausschuss noch nicht aufgelöst, sondern zudem eine Projektgruppe Hallenbau ins Leben gerufen. Deren Mitglieder Angelika Riebold, Herbert Salzbrunn, Rudi Leonhard und Manfred Weinhart sind mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie bis hin zur Umsetzung betraut. Auch nach Sponsoren sollen sie Ausschau halten.

Oberbürgermeister Hubert Schnurr nahm den Ball auf und sicherte städtische Unterstützung beim Geländeerwerb "in direkter Nachbarschaft" zu.

Danach kredenzte der Club den Volksvertretern ein Gläschen Sekt, was bei Gemeinderatssitzungen eher unüblich ist.

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