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Planfeststellungsverfahren noch nicht in Sicht
Planfeststellungsverfahren noch nicht in Sicht
15.05.2019 - 00:00 Uhr
Ottersweier (mig) - Hochwasserschutz ist für Ottersweier dringend geboten, doch der Weg dorthin ist weit. Seit dreieinhalb Jahren laufen im Auftrag der Gemeinde Planungen für ein Rückhaltebecken am östlichen Ortsrand. Am Montag bekam der Gemeinderat einen Zwischenbericht und stimmte zu, dass die Gemeinde noch 2019 zwei Infoveranstaltungen zum Thema Hochwassergefahren anbietet.

Bei einem 100-jährigen Hochwasser würde Wasser das Gelände des Klinikums Mittelbaden Hub überschwemmen und sich dann durch die Schwarzwaldstraße einen Weg Richtung Ottersweier bahnen, erklärte Stefan Krämer vom beauftragten Ingenieurbüro Zink aus Lauf dem Rat und zahlreichen Zuhörern.

Nötig sei der Bau eines Entlastungskanals vom Klinikum her und der Bau eines Rückhaltebeckens im Aspichbachtal mit einem Fassungsvermögen von 190 000 Kubikmetern. Man werde bis zu 35 000 Kubikmeter Erdreich bewegen müssen, um ein solches Bauwerk zu bekommen und die Stauhöhe werde bei zwölf Meter liegen.

Seit kurzem liege ein Bodengutachten vor. Es sage, dass der Erdaushub vor Ort größtenteils für den Bau des Dammes verwendet werden könne, so der Fachmann. Darüber zeigten sich Bürgermeister und Gemeinderäte erleichtert, weil dadurch wesentlich weniger Lkw-Fahrten durch den Ort nötig sein werden als befürchtet. Seit kurzem wisse man auch, dass das Land Baden-Württemberg nicht auf die Anwendung neuester Niederschlagsstatistiken bestehe, so Krämer weiter. Diese berücksichtigen nämlich auch die Auswirkungen des Klimawandels und sagen Zahlen voraus, die ein noch größeres Volumen und einen noch höheren Damm zur Folge hätten.

Hierzu bemerkte Susanne Vetter (FWG), dass es doch besser wäre, die neueren Daten zugrunde zu legen. Das sei letztlich ein Rechenexempel, erfuhr sie. Die bei einem großen Hochwasserereignis zu erwartenden Schäden würden mit den Herstellungs- und Unterhaltskosten des Bauwerks in einem Zeitraum von 80 Jahren verglichen. Die bereits erstellte Nutzen-Kosten-Untersuchung sei inzwischen überholt und müsse neu aufgestellt werden, ebenso müssten einige Gutachten auf den neuesten Stand gebracht werden, bevor man in das Planfeststellungsverfahren einsteigen könne.

"Wir hoffen, dass wir den Durchbruch bald geschafft haben", sagte Bürgermeister Jürgen Pfetzer. Es sei ärgerlich, dass sich die Vorgaben dauernd änderten. Man müsse dringend ins Planfeststellungsverfahren einsteigen und sei auch auf die Bezuschussung durch das Land angewiesen, die bei bis zu 70 Prozent liegen soll. Bisher habe man rund 200 000 Euro an Planungskosten ausgegeben.

Die Kostenschätzung für das Bauwerk lag 2015 bei sechs Millionen Euro und müsse nun fortgeschrieben werden. Es gehe darum, tausende Menschen in Ottersweier vor Hochwassergefahren zu schützen. Dazu sei das Rückhaltebecken nur der erste Schritt. Weitere im Bereich der Bachstraße und am Notbach müssten folgen.

In der Bürgerfragestunde kam die Nachfrage, ob Vorbehalte gegen den Bau des Rückhaltebeckens bestünden. Dazu sagte Pfetzer: "Ich habe noch keine negativen Rückmeldungen bekommen." Viele Eigentümer müssten für das Bauwerk Grundstücke abgeben. Er hoffe, dass "die Macht der Fakten" sie überzeuge, dies zu tun. Deshalb plane er eine Bürgerinformation nach den Sommerferien speziell zu diesem Thema und eine weitere zum Thema Hochwassergefahrenkarte allgemein.

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